Weizen: Mit Exportquoten den Markt hochtreiben
20. April 2020 um 12:55 ,
Der AUDITOR
Paris notierte Weizen am Vormittag mit 201,75 EUR/mt um 2,5 %, Chicago mit 5,43 USD/Bushel um 3 % höher als letzten Freitag. Am Schwarzmeer stieg der Fronttermin um 0,2 % auf 226,50 USD/mt. In den USA erholten sich HRW- und SRW-Weizen, nachdem die stellvertretende russische Agrarministerin Oksana Lut am Freitag noch einmal bestätigte, die Weizenexporte bis 1. Juli auszusetzen, sobald die Exportquote für das 2. Quartal in Höhe von 7 Mio. mt ausgeschöpft wäre. Laut Handel könnte dies Mitte Mai der Fall sein und dann zu einer Exortbelebung für US-Weizen führen, hieß es. Dabei bestätigte der Handel, dass die Exportmenge Russlands im Markt längst eingepreist ist, nicht aber, dass die Exportquote bereits Mitte Mais ausgeschöpft sein könnte. Die Weizenpreise könnten dadurch bis zur neuen Ernte hochgetrieben werden, bevor das Ruder herumschlägt, wenn dann die neue Ernte verfügbar ist. Ein cleverer Schachzug der Russen, findet der Handel, von Ost-Europas höheren neuen Ernten abzulenken, dafür kurzfristig auf geringere Lagerbestände und Versorgungssicherheit in Russland zu reflektieren, um damit Inlandspreise tief zu halten und gleichzeitig höhere im Export auszuloten.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
195,00 |
2,00 |
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Creil FOB |
189,00 |
2,00 |
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Hamburg DDP |
202,00 |
2,00 |
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Westfalen DDP |
198,00 |
2,00 |
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Rheinland DDP |
196,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
191,00 |
0,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
200,00 |
0,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
198,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
196,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Kiew hält an Exportziel von 20,2 Mio. mt fest
Auch die Regierung in Kiew hat ein Exportziel von 20,2 Mio. mt vereinbart, was bald erschöpft sein könnte. Die ukrainischen Weizenexporte hatten in der Woche vom 11. bis 17. April laut AKP-Inform auf 319.000 mt zugelegt, was ein Plus von 47 % zur Vorwoche bedeutete. In der laufenden Saison exportierte Kiew 18,56 Mio. mt Weichweizen, gut 54,5 % mehr als im Vorjahr. Hauptabnehmer waren Ägypten, Türkei und Spanien. Nun kommt in Westeuropa hinzu, dass Niederschläge in Nordost- und Zentral-Frankreich, in Deutschland, Polen und in den Baltic-Staaten fehlen und langsam Wetterprämien einpreisen werden, sofern es kein Regen gibt. Auch Kleinwasserzuschläge könnten bald drohen. Dabei könnte die Lage darauf hinauslaufen, dass die kommende Weizenernte bei uns mit hohen Startpreisen beginnt, die womöglich später deutlich nachgeben werden. Dies sollte die Backindustrie bei Mehlkontrakten im Auge behalten.