Weizen: Exportmarkt gibt Gas

18. September 2019 um 13:12 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Preise für Weizen tendieren wieder fester. Exportausschreibungen Japans, Ägyptens, Äthiopiens sorgen für frischen Wind am Markt. Marokkos Regierung hat beschlossen, die Zölle auf Weizeneinfuhren ab 1. Oktober zu senken.

Der Weizenmarkt zog in den USA und in der EU leicht an. In Chicago stieg der Fronttermin auf 486,25 US-Dollar je Bushel, gut 2 US-Dollar höher als Dienstag. Unterstützt wurde der Markt aus drei Richtungen. Die USA wollen mit Japan ein begrenztes Handelsabkommen abschließen, bei dem US-Agrargüter wie Weizen und Schweinefleisch zollfrei nach China verschifft werden können.  In dem Zusammenhang stützte Japans wöchentliches MOA-Angebot von 127.893 mt Weizen etwas den Markt. Zweitens überraschte China mit deutlich höheren US-Sojabohnenkäufen den Handel, was auch Weizen indirekt stützte. Chinas Plan, ein landesweites Mandat für Ethanol-Benzin im Jahr 2020 umzusetzen, scheint angesichts eines extremen Rückgangs der Maisvorräte dort und zudem durch zu geringe Produktionskapazitäten bei Ethanol zu scheitern. Chinas staatliche Maisreserven sanken von über 200 Mio. mt in 2017 auf nur 56 Mio. mt, berichtete der Nachrichtendienst Reuters. Dies schürt beim US-Handel Exporthoffnungen nach China. Drittens scheint der Exportmarkt stärker anzuspringen, denn Ägypten gab eine Weizenausschreibung mit Liefertermin Ende Oktober-Anfang November, Äthiopien über 400.000 mt bekannt. Auch erwartet der Handel in Marokko in Kürze eine Ausschreibung, wobei die Einfuhrzölle ab 1. Oktober von 135 % auf 35 % fallen.

In Frankeich konzentrierte sich der Handel nach dem Weizentender nach Algerien auf die Weizenausschreibung der GASC in Ägypten sowie auch den Tender nach Äthiopien. Die Exportpreise für Weizen aus der EU und dem Schwarzmeer liegen derzeit für Liefertermin Oktober-November bei 185-189 US-Dollar/mt FOB (167,84-171,47 EUR/mt). Wegen relativ niedriger Preise rechnet sich Frankreichs Handel gute Chancen aus, bei den Ausschreibungen Teilzuschläge zu erhalten. Dass der Export läuft, zeigen die Exportdaten Brüssels. Die EU exportierte bis 15. September 5,115 Mio. mt Weizen in Drittländer, was ein Plus von 34,2 % zum Vorjahr bedeutete. Der Wochenexport lag bei 278.715 mt, im Vergleich zu 191.916 mt in der Vorwoche. Die EU-Mehlexporte erreichten 111.361 mt, gut 9,1 % mehr als im Vorjahr. Top-Exportdestinationen sind Algerien mit 904.513 mt, Saudi-Arabien mit 795.933 mt und Ägypten mit 472.265 mt. Umgekehrt importierte Brüssel mit 715.155 mt um 12,54 % weniger Drittlandweizen, der Wochenimport lag bei 13.918 mt. In Frankreich lag der Weizenpreis zuletzt bei 167,50 EUR/mt FOB Rouen und 158 EUR/mt FOB Creil. Mühlen können für September am Niederrhein um 174 EUR/mt FRANKO Lager kaufen, am Oberrhein um 166 EUR/mt. In Hamburg lag Brotweizen bei 169 EUR/mt FRANKO Mühle, in Berlin bei 169 EUR/mt. Die Zuschläge für A-Weizen mit 13 % RP lagen 3 bis 4 EUR/mt über Mahlweizen. Am Oberrhein wurden uns für Futterweizen 163 EUR/mt und am Niederrhein 168 EUR/mt DDP Verarbeiter mitgeteilt. Südoldenburg notierte bei 174 EUR/mt im September, Südholland bei 170 EUR/mt DDP.


Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP  *12,5 RP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

167,50

0,00

La Pallice

167,00

0,00

Creil

158,00

0,00

Hamburg

169,00

0,00

Westfalen

174,00

0,00

Rheinland

172,00

0,00

Oberrhein

166,00

0,00

Berlin

169,00

0,00

Russland*

167,84

-

Ukraine

-

-

Argentinien

-

-

 

EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)

EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

39.200

34.010

Deutschland

23.100

20.264

VK

15.286

14.086

Polen

10.733

9.615

Rumänien

7.500

8.404

EU-28

141.468

129.703

 

Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Weizenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

53.890

51.300

Kanada

33.300

31.800

Argentinien

20.500

19.500

Australien

19.000

17.300

China

132.000

131.400

Indien

102.190

99.900

Russland

72.500

71.700

Ukraine

28.700

25.100

Kasachstan

11.500

13.900

EU-28

151.000

139.000

Welt

765.530

730.550


Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.

 

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