Weizen: Exportmärkte brechen ein – Rezession-Ängste gewinnen Oberhand

3. April 2020 um 11:44 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte brechen weg, nachdem die Corona-Pandemie zunächst für eine breite Aufkaufwelle gesorgt hatte. Dabei gewinnen die Sorgen über eine globale Rezession die Oberhand. Die USA entwickeln sich gerade zum Zentrum der Covid19-Pandemie, verloren im März landesweit mehr als zehn Millionen US-Bürger ihre Jobs. In Frankreich gab Weizen nach, auch die Rheinschiene dürfte nachziehen.

Die Weizenmärkte zeigten am Vormittag nach dem gestrigen Kursrückfall nur leichte Kurserholung in Chicago. Dabei konnte Weizen an der CME mit 5,49 USD/Bushel um 0,3 % zulegen. In Paris ging es dagegen um 1,5 % auf 190,75 EUR/mt herunter, am Schwarzmeer verlor Weizen um 1 % auf 220 USD/mt. Der französische Handel sprach von schwächerer Exportentwicklung bei Weizen. Nachdem die Corona-Pandemie zunächst für eine breite Aufkaufwelle gesorgt hatte, fahren nun mehr und mehr Importeure ihre Weizenaufkäufe vor dem Hintergrund des weiterhin üppigen Angebots auf dem Weltmarkt und vielerorts guter Ernteaussichten zurück. Dabei gewinnen die Sorgen über eine globale Rezession die Oberhand. Die Rücknahme des ägyptischen Weizentenders am Mittwoch durch die GASC wird als ein deutliches Indiz dafür gesehen, dass die Importländer vor dem Hintergrund starker Rezessionsängste selbst Importkäufe von Nahrungsmitteln drosseln. Die GASC wäre nicht bereit, wegen der Covid19-Pandemie hohe Risikoprämien zu zahlen, hieß es von Handelsseite.  Daher startete Frankreichs Handel am Morgen mit Preisverlusten um 2 EUR/mt in den Handelstag. Auch am Niederrhein war die Preistendenz bei den Mühlen niedriger als gestern, hat sich das Mehl-Neugeschäft nach den Hamsterkäufen der letzten Wochen etwas gelegt.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

188,00

-2,00

La Pallice FOB

188,00

-2,00

Creil FOB

181,00

-2,00

Hamburg DDP

198,00

0,00

Westfalen DDP

195,00

0,00

Rheinland DDP

193,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

195,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

196,00

0,00

Westfalen DDP

195,00

0,00

Neuss DDP

190,00

0,00

Oberrhein FOB

187,00

0,00

Quelle: Handel

Die Welt steuert in eine schwere Rezession
In den USA fiel der Wochenexport für US-Weizen bis zum 26. März mit lediglich 72.900 mt katastrophal niedrig aus. Die USA entwickeln sich gerade zum Zentrum der Covid19-Pandemie, waren 245.573 Menschen dort positiv auf das Virus getestet worden. Laut US-Arbeitsministeriums verloren im März landesweit mehr als zehn Millionen US-Bürger ihre Jobs. Die US-Notenbank befürchtet eine Arbeitslosigkeit von 30 % in den USA, dann wären 47 Millionen US-Bürger betroffen. Das US-Gesundheitssystem war nicht auf solch hohe Infizierten-Zahlen vorbereitet. In Deutschland gibt es 9 Krankenhausbetten pro 1000 Einwohner, in Amerika nur 2,8. Wenn so etwas wie eine Pandemie passiert, gibt es kaum noch Kapazitäten, beklagte eine New Yorker Arztpraxis. Angebliche US-Erfolge, die Rohöl-Fördermenge im Benehmen mit Saudi-Arabien und Russland um 10 Mio. Barrel /Tag herunterzufahren, entpuppte sich als Fake-News. Die vermeintliche Einigung wurde umgehend von Moskau dementiert, wodurch die Kurse wieder zur Talfahrt ansetzten.

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