Weizen: Experten erwarten eher bullishen WASDE-Report

11. Mai 2020 um 12:09 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte konzentrieren sich auf die neue Ernte, die aus globaler Sicht in Westeuropa und am Schwarzmeer spürbar kleiner ausfallen könnte. Dies dürfte Niederschlag im morgigen WASDE-Report finden, der sicher eine kleine Weltweizenernte präsentieren wird, auch wenn Indien eine Rekordernte einfahren dürfte. Für die Mühlen- und Backindustrie stehen die Mehlkontrakte zur neuen Saison an. Nicht alles auf eine Karte setzten, heißt die Devise auch in diesem Jahr. Denn die Nachfrage-Perspektiven bei Weizen und Mehl bleiben wegen der zweiten Infektionswelle Covid19-Pandemie schwer vorhersehbar.

Die Weizenmärkte steuerten uneinheitlich in die neue Woche. In den USA stützten erwartete Frosteinbrüche im nördlichen MidWest den Kurs. Auch übte der morgige WASDE-Report Einfluss auf den Markt. Während das Frostrisiko für US-Weizen eher niedrig eingestuft wurde, erwartet der US-Handel durchaus Korrekturen zur kommenden Weizenernte. Die ukrainischen und russischen Weizenernten könnten wegen Trockenschäden nach unten korrigiert werden. Nach Ansicht von Experten von SovEcon reichten die letzten Niederschläge nicht aus, um Schäden an der neuen Ernte zu vermeiden. Besonders in den Regionen Krasnodar und Stavropol blieben die Niederschlagsmengen unzureichend. Der Branchendienst ProZerno hat die Weizenprognose bereits um 5 auf 74 Mio. mt gesenkt. Das gleiche gilt für die EU-Weizenernte, gab es in Frankreich, Deutschland und Polen sowie Teilen des Baltikums erhebliche Niederschlagsdefizite im April. Ob der reichlichere Regen im Monatsverlauf Mai das Defizit ausgleichen kann, bleibt abzuwarten, wird aber beim WASDE-Report keine Berücksichtigung finden. In Frankreich wurden mit zuletzt 34,28 Mio. mt ein um 5,3 Mio. mt und in Deutschland mit 22,33 Mio. mt um 700.000 mt niedrigere Ergebnisse als im Vorjahr erwartet. Auch in den USA liegen die Schätzungen zur Weizenernte um 3,8 % unter der April-Prognose. Wie StatsCan mitteilte, wird sich die kanadische Gesamtweizenfläche um 3,3 % auf 25,426 Mio. Acres ausdehnen.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

184,00

2,00

Creil FOB

178,00

2,00

Hamburg DDP

204,00

-4,00

Westfalen DDP

200,00

0,00

Rheinland DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

199,00

-1,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Nachfrage in Nordafrika bleibt vorerst hoch
Die Food and Agriculture Organization (FAO) ging davon aus, dass die Getreideimporte von Tunesien in der kommenden Saison um 20 % gegenüber dem Vorjahr auf 3,8 Mio. mt zulegen werden. Der Importbedarf nach Algerien und Marokko wird wegen kleinerer Ernten hoch bleiben, ähnlich auch in Ägypten und im Iran. Die wegen Covid19 pandemiebedingten Nachfrageumbrüche bleiben schwer kalkulierbar, kann keiner den Pandemieverlauf einschätzen. Fakt ist aber, dass der Handel von gedämpften Nachfrageentwicklungen ausgeht, steht die zweite Infektionswelle, die schlimmer als die erste ausfallen könnte, noch bevor. Für die Mühlen- und Backindustrie bedeutet dies, beim Einkauf nicht alles auf eine Karte zu setzen. Aus heutiger Sicht dürfte es keinen großen Preisdruck zur neuen Ernte geben. Mögliche Quarantänen könnten aber das Preisruder herumreißen.  B-Weizen für Termin 3. Quartal 2020 wird franko Rheinland und Westfalen derzeit um 191 EUR/mt besprochen.

 

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