Weizen: Neue Ernten am Schwarzmeer und Nahen Osten im Blick
8. April 2020 um 14:26 ,
Der AUDITOR
Die Weizenmärkte legten nach Kurseinbrüchen am Morgen international zu. Dabei verzeichnete Weizen an der CME mit 5,53 USD/Bushel ein Plus von 0,7 %. In Paris stieg Weizen um 0,6 % auf 196,75 EUR/mt, am Schwarzmeer blieb Weizen bei 221 USD/mt stehen. In den USA sorgten höhere Mehl-Bevorratung der Backindustrie wegen der starken Verbreitung des Covid19-Virus für anziehende Preise. Dabei steuern die USA auf die Zahl von 400.000 Corona-Infizierten zu, die USA haben über 4.000 Opfer zu beklagen. Bei den US-Weizenendvorräten schwanken die Erwartungen vor dem morgigen WASDE-Report zwischen 940 bis 945 Mio. Bushel, im Vergleich zu 940 Mio. Bushel im Vormonat. Beim US-Wetter gab es keine nachteiligen Hinweise für die Ernte. Ganz anders bewertet der Handel die Lage am Schwarzmeer. Russlands Weizenernte dürfte wegen zu geringer Niederschläge bereits leichte Einbußen verzeichnen, ähnlich in der Ukraine. Um die heimische Versorgung sicherzustellen, wurden dort Exportquoten festgelegt. Russland beschränkt den Getreideexport bis 30. Juni auf 7 Mio. mt Getreide, die Ukraine auf 20,2 Mio. mt. Die Ukraine exportierte bis Ende März 17,9 Mio. mt Weizen, danach wären noch 2,3 Mio. mt verfügbar. Nach Schätzungen des ukrainischen Getreidehandelsverband soll die Weizenernte von 28,3 Mio. mt im Vorjahr auf 25,8 Mio. mt sinken.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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A-Weizen (13/250/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Hamburg DDP |
202,00 |
1,00 |
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Ostsee FOB |
202,00 |
1,00 |
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
191,00 |
-1,00 |
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La Pallice FOB |
191,00 |
-1,00 |
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Creil FOB |
184,00 |
-1,00 |
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Hamburg DDP |
201,00 |
2,00 |
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Westfalen DDP |
198,00 |
2,00 |
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Rheinland DDP |
198,00 |
5,00 |
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Oberrhein FOB |
191,00 |
1,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
199,00 |
2,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
200,00 |
2,00 |
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Westfalen DDP |
198,00 |
2,00 |
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Neuss DDP |
193,00 |
2,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
1,00 |
Quelle: Handel
Weizenausschreibungen verschoben
Nachdem Algerien und Ägypten ihre Ausschreibungen wegen veränderter Kontraktspezifikationen zurückgezogen haben, verschob auch Äthiopien den Tender über 400.000 mt auf den 23. April. Die Importeure hoffen, dass bis dahin die Weizenpreise wieder etwas nachgeben werden. Handelskreise rechnen zwar damit, dass die Weizenimporte in der neuen Saison wegen komfortabler Ernten etwas zurückgehen werden, nicht aber für den Nahen Osten, wo schwache Ernten höheren Importbedarf notwendig machen. In Frankreich stand die Weizen-Anbaufläche im Fokus, die mit 4,6 Mio. ha um 7,5 % unter das Vorjahr sinkt. Dies spricht erfahrungsgemäß für einen festeren Weizenmarkt auch in Deutschland, wenn günstigere Partien aus Frankreich fehlen. Diese Entwicklungen sollten Mühlen und Back-Industrie im Auge behalten. Aus heutiger Sicht spricht vieles für steigende Weizenpreise, wenn Frankreich und Schwarzmeerraum weniger Weizen ernten.