Getreide - Getreideerzeugnisse / Mehle

Weizen: Neue Ernte im Visier

4. Juni 2020 11:49, Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte legten international nach gestrigem Einbruch wieder zu. In den USA trieb die Kursschwäche beim US-Dollar die Exporterwartungen hoch. In der Ukraine blieben die Ernteerwartungen für Weizen widersprüchlich, ging das Wirtschaftsministerium von niedrigen Ernten aus als der ukrainische Getreideverband. Auch könnte der Regen dort die Qualität inzwischen beeinträchtigen. In Westeuropa liegt der Fokus auf der neuen Ernte mit niedrigerem Preisniveau. Der monatliche Ifo-Geschäftsklimaindex, ein Indikator für die Ernährungsindustrie, liegt den dritten Monat in Folge im negativen Bereich.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 516,75 USD/Bushel um 1,9 % fester als gestern. In Paris stieg Weizen beim Fronttermin um 0,2 % auf 184,75 EUR/mt, am Schwarzmeer um 0,7 % auf 204,75 EUR/mt. In den USA trieb die Kursschwäche beim US-Dollar die wöchentlichen Exporterwartungen für US-Weizen auf bis zu 600.000 mt hoch, am Nachmittag wird das USDA das Ergebnis liefern. Die Rabobank erwartet Australiens Weizenernte mit 26 Mio. mt um 71 % höher, gab es im Vorjahr dürrebedingt eine Missernte. Die australischen Weizenexporte dürften sich danach auf 17,5 Mio. mt verdoppeln. In der Ukraine blieben die Ernteerwartungen für Weizen widersprüchlich, die Ukrainische Getreide-Assoziation ging von 26,8 Mio. mt, das ukrainische Wirtschaftsministerium von 23,2 Mio. mt aus. Wegen zuletzt anhaltender Regenfälle befürchtet die Branche dort höheren Futterweizenanteil von 60 %, was 20 Prozentpunkte über Mittel liegen würde. Der Weizenexport wird dort bei 15 bis 18 Mio. mt gesehen, gegenüber 20,5 Mio. mt im Vorjahr. Ukrainischer Weizen mit 11,5 % RP wurde für neue Erntetermine mit 164,45 EUR/mt Fob Odessa offeriert. Beim Export kaufte Jordanien gestern 60.000 mt zum Preis von 233,50 USD/mt Cost & Freight. Dabei ist die Exportnachfrage zurückgegangen.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

186,00

1,00

Creil FOB

175,00

1,00

Hamburg DDP

198,00

-2,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

-1,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Ifo-Geschäftsklimaindex düster
In einigen Regionen Deutschlands und Frankreichs ist der erste Regen seit Wochen niedergegangen, in den kommenden Tagen sollen weitere Niederschläge folgen.Dadurch dürfte sich das Geschäft mit neuerntigem Getreide beleben. Für die neue Ernte wird Mahlweizen am Niederrhein gegenüber der Juni-Notierung um 8 bis 9 EUR/mt, Futterweizen um 11 EUR/mt niedriger bewertet. Vom Futtermittelsektor erwartet die Branche Preisdruck, weil Futtergersten- und Maisbestände steigen sollen. Die Getreideernte Frankreichs und Deutschlands dürfte 10 bis 12 Tage früher starten, wodurch früher mehr Weizen verfügbar ist. Durch Lockerungen beim Lockdown und bevorstehende Urlaubssaison zeigt der Gastrobereich leichte Erholungstendenzen. Ob das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturpaket, unter anderem mit zeitlich begrenzter Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf 16 % und beim ermäßigten Satz auf 5 % zwischen 1. Juli und 31. Dezember, Bäckereien und Backindustrie bei der Bewältigung von Covid19-Pandemie-Folgen hilft, bleibt abzuwarten. Der monatliche Ifo-Geschäftsklimaindex, ein Indikator für die Ernährungsindustrie, liegt den dritten Monat in Folge im negativen Bereich.

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