Weizen: Brasiliens Mühlen gehen auf Importkurs
6. April 2020 um 12:16 ,
Der AUDITOR
Die Weizenmärkte starteten mit festeren Vorgaben von den USA in die Karwoche vor Ostern. Dabei verzeichnete Weizen an der CME mit 5,59 USD/Bushel ein Plus von 1,8 %. In Paris legte Weizen schwach um 0,1 % auf 191 EUR/mt zu, am Schwarzmeer blieb der Maitermin bei 220 USD/mt stehen. Der US-Handel begründet den Kursanstieg mit weltweit steigender Bevorratung bei Nudeln und anderen haltbaren Teigwaren, stellt sich die Branche auf länger anhaltende Beschränkungen und höhere Versorgungsrisiken wegen Logistikproblemen ein. Die Zahl der Covid19-Infizierten war global auf fast 1,278 Mio. Menschen hochgeschnellt, allein in den USA war die Zahl auf 337.646 gestiegen. Auch Brasilien sorgte für festere Kursimpulse bei weizen. Brasilien muss den Weizenbedarf traditionell zu 60 % über Importe decken. Der benachbarte Weizenexporteur Argentinien fällt wegen logistischer Lieferprobleme aus. Dabei sind Transporte und Verladungen im Exporthafen Rosario zuletzt wegen der Pandemie zum Erliegen gekommen.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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A-Weizen (13/250/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Hamburg DDP |
200,00 |
0,00 |
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Ostsee FOB |
200,00 |
0,00 |
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
188,00 |
0,00 |
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La Pallice FOB |
188,00 |
0,00 |
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Creil FOB |
181,00 |
0,00 |
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Hamburg DDP |
197,00 |
-1,00 |
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Westfalen DDP |
195,00 |
0,00 |
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Rheinland DDP |
193,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
195,00 |
0,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
196,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
195,00 |
0,00 |
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Neuss DDP |
190,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
187,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Am EU-Weizenmarkt dürfte Nachfrage anhalten
Brasilianische Mühlen drängen daher die Regierung, die Beschränkungen für russischen Weizen aufzuheben und den geltenden Einfuhrzoll von 10 % auf Weizenimporte außerhalb des Mercosur-Blocks zeitweilig auszusetzen. Brasiliens Importbedarf wird vom Handel auf 7,7 Mio. mt geschätzt. US-Exporteure machen sich Hoffnungen, bei ihren Weizenverkäufen von den Exportbeschränkungen Russlands profitieren und mehr Weizen nach Brasilien exportieren zu können. Die Entwicklung der Weizenpreise in Westeuropa wurde durch anhaltende Nachfrage an den Exporthäfen in Frankreich, Norddeutschland und Polen weiterhin gestützt, soll Weizen im norddeutschen Raum langsam knapp werden, lohnen aber Frachten bis nach Süddeutschland bisher nur eingeschränkt. Frankreichs Handel war zuletzt irritiert durch eine Weizen-Ausschreibung Algeriens für Juli, die um 15 USD/mt unter dem zuletzt gehandelten Tender liegen soll. Bei den hiesigen Mühlen und Kraftfutterwerken ist die Nachfrage vor Ostern etwas zurückgegangen. Aber die Unsicherheit über den weiteren Marktverlauf bleibt groß, hieß es beim hiesigen Handel.