Weizen: Bäckereien hoffen auf baldige Öffnung des Gastrobereichs

29. April 2020 um 12:18 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte reagierten auf die Regenfälle in Frankreich und Teilen Deutschlands eher gelassen, dürften die Folgen der sechswöchigen Trockenheit in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern abgemildert werden. Nach dem Wochenende soll es auch mehr Niederschläge am Schwarzmeer geben. Der Prognosedienst MARS senkte die Ertragsaussichten bei Weizen vorerst um 2,3 % EU-weit. Die fehlende Nachfrage des Gastrobereichs und kaum mehr Hamsterkäufe der Verbraucher haben die Mehlnachfrage zum Monatsende stark eingebremst. Bäckereien hoffen auf baldige Öffnung des Gastrobereichs mit Sicherheitsvorkehrungen für die Konsumenten.

Paris notierte Weizen am Vormittag mit 196,25 EUR/mt um 0,2 % leicht fester, Chicago mit 5,18 USD/Bushel 0,4 % niedriger als gestern. In den USA blieb die Kursentwicklung schwach, weil der US-Handel eher ein moderates Wochenexportergebnis erwartete. Dagegen stützte eine um 3 % schlechtere Bewertung von nur 54 % gut bis exzellente Pflanzenbestände bei US-Winterweizen den Markt. Die Aussaat von US-Sommerweizen blieb mit 14 % um 15 % unter dem fünfjährigen Mittel. Dabei blieben die nördlichen Great Plains zu trocken, die östlichen und südlichen zu nass. Mit Blick auf den Weizenimportbedarf Asiens deckt Argentiniens hohes Weizenangebot mit veranschlagtem Exportvolumen von 13 Mio. mt, gut 6,5 % über dem Vorjahr, weiterhin den Exportrückgang Australiens um 9 % auf 8,2 Mio. mt, ab. Die Aussetzung von Exporten in Russland und der Ukraine bis zum neuen Wirtschaftsjahr dürfte den Einfluss vom Schwarzmeer auf die Märkte vermindern, vielmehr werden Wettermärkte die Hauptrolle übernehmen. Denn bisher reichten die Niederschläge in Süd-Russland und Ostukraine nicht aus, um das Niederschlagsdefizit des Frühjahrs zu kompensieren.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

190,00

0,00

Creil FOB

184,00

0,00

Hamburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Rheinland DDP

197,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

199,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Regen ist in Westeuropa angekommen
In Westeuropa ist der Regen angekommen. Nun bleibt abzuwarten, ob die Mengen ausreichen. Ein wichtiger Monat für die Ertragsbildung ist der Mai. Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten, heißt es im Volksmund. Über das kommende Wochenende soll der Regen anhalten und ab Montag auch die Schwarzmeerregion erreichen. In Deutschland sind Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen-Anhalt von Trockenheit betroffen, in Europa sind es Regionen in der Ukraine, Rumänien und Polen. Nord-Frankreich erhielt inzwischen mehr Niederschläge. Der Prognosedienst MARS bewertete die Situation noch vor dem Regen und senkte die Ertragserwartung bei Weizen EU-weit um 2,3 % zum Vorjahr auf 5,87 mt/ha, was sich im Mai erfahrungsgemäß ändern kann. Der Handel berichtet vor dem langen Wochenende nur von schwachen Umsätzen. Die fehlende Nachfrage des Gastrobereichs, sowie kaum mehr Hamsterkäufe der Verbraucher, haben die Mehlnachfrage zum Monatsende stark eingebremst. In Österreich darf die Gastronomie ab Mitte Mai wieder Gäste in ihren Lokalen willkommen heißen. Auch hierzulande scharren Gastronomen mit den Hufen und plädieren für den Neustart einer verantwortungsbewussten Gastronomie. Empfehlungen hierfür hat der Großhandelsverband Foodservice e.V. zusammengestellt.

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