Weizen: Bäckereien beklagen massive Umsatzeinbrüche
13. Mai 2020 um 11:25 ,
Der AUDITOR
Die Weizenmärkte reagierten auf den WASDE-Report mit leichtem Kursrückgang. Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit knapp 5,22 USD/Bushel um 0,6 % schwächer als gestern. In Paris gab der Fronttermin um 0,8 % auf 186,50 EUR/mt nach. Am Schwarzmeer verlor Weizen um 0,4 % auf 201,00 USD/mt. Laut USDA soll die Welt-Weizenernte 2020-21 auf um 0,5 % rekordhoch auf 768,49 Mio. mt zunehmen, gegenüber 764,32 Mio. mt im Vorjahr. Die Welt-Weizenvorräte steigen danach um 5,0 % auf 310,12 Mio. mt. Der wesentliche Produktionsanstieg resultiert von der Weizenernte Australiens, die um 57,89 % auf 24,00 Mio. mt zum Vorjahr zulegen soll. Auch die Weizenernte Russlands soll danach um 4,76 % auf 77,0 Mio. mt steigen. Der Rückgang in der Ukraine fällt mit 28,00 Mio. mt, nur 4 % unter dem Vorjahr, erheblich geringer aus, als bisher angenommen wurde. Die EU-Weizenernte wird dagegen mit 143,00 Mio. mt um 7,6 % niedriger veranschlagt als im Vorjahr. Die EU-Weizenendvorräte sollen um 300.000 mt leicht auf 13,05 Mio. mt sinken, nachdem die Anfangsbestände gegenüber der Aprilprognose jedoch von 10,3 auf 13,35 Mio. mt angehoben wurden. Wesentlich ist, dass Russland 2020-21 mit 35 Mio. mt wieder weltführender Weizenexporteur wird, auch Kanada, Argentinien und später Australien den Exportdruck erhöhen wird. Die EU-Weizenexporte sollen dagegen um 19,6 % auf 28,5 Mio. mt zurückgehen.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
183,00 |
-1,00 |
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Creil FOB |
177,00 |
-1,00 |
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Hamburg DDP |
204,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
199,00 |
-1,00 |
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Rheinland DDP |
198,00 |
-2,00 |
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Oberrhein FOB |
191,00 |
0,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
198,00 |
-1,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
200,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
199,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Es sind keine Gäste in wiedereröffnete Cafés gekommen
In den USA reagierte der Weizenmarkt auf den WASDE-Report überwiegend mit Preisabschlägen. Neben der Aussicht auf üppige Weizenvorräte geriet der Markt zudem von einer Linderung der Trockenheit Westeuropas und der Schwarzmeer-Region unter Druck. In Frankreich reagierte der Kassamarkt auf das global höhere Weizenangebot mit leichtem Preisabschlag, wird Frankreichs Export zwar wegen einer um 13 % kleineren Ernte deutlich zurückgehen. Jedoch sieht der hiesige Handel die Inlandsmehlnachfrage derzeit kritisch, öffnen zwar Cafés und Bistros bei Bäckereien wieder, aber niemand geht hin, hieß es. Von einer Gemütlichkeit wie auf einer Intensivstation war die Rede. Die Tatsache, dass Kunden Namen und Adresse angeben zu müssen, hat viele Gäste vergrault.