Weizen: Kaum Aufschlag für A-Weizen, ruinöser Futterweizenmarkt
19. August 2019 um 10:24 ,
Der AUDITOR
In Chicago gab der Fronttermin abermals um 5 US-Dollar auf 467,25 US-Dollar je Bushel nach. Der Commitment of Traders-Report zeigte am letzten Freitag einen Einbruch der Netto-Long-Positionen in Chicago um 35 % auf 4.088 Kontrakte zur Vorwoche, teilten Experten von Brugler Marketing & Management mit. Der letztwöchige Export von 462.224 mt US-Weizen, gut 5,2 % niedriger als in der Vorwoche und 42,4 % kleiner als im Vorjahr, konnten den Markt nicht überzeugen. Auch neue Exporte von 106.700 mt US-Weizen nach Japan und von 106.200 mt nach Südkorea änderten darin nichts. Dabei rechnen US-Broker vorerst mit wenig Preiserholung bei Weizen, weil die Nachfrage fehlt. Einzig Brasiliens Weizenernte könnte wegen Frösten im Juli um 15 % zurückfallen und daurch mehr Importnachfrage generieren.
In Westeuropa stockt der Export und die Inlandsnachfrage flaut deutlich ab. Laut französischem Handel wurden letzte Woche nur 28.500 mt Weizen von Rouen überwiegend nach Algerien verladen. Die Nachfrage vom Niederrhein ging nach gutem Start wieder spürbar zurück. Französischer Mahlweizen wurde um 169 bis 171 Franko Niederrhein und 167 bis 169 EUR/mt Franko Oberrhein angeboten. Damit kann Mahlweizen aus Süddeutschland zwar zu Preisen um 170 EUR/mt Franko Mannheim konkurrieren, aber nicht bei Futterweizen. Französischer Futterweizen kostet Fob Creil nur 161 EUR/mt. Die Futterindustrie fordert für Futterweizen angeblich Preisabschläge von bis zu 10 EUR/mt, was der Handel über Inlandsweizen nicht leisten kann. Aber osteuropäische Weizen soll um 160 EUR/mt DDP Deutschland gehandelt werden, jedoch mit teils erschreckend hohen DON-Werten, was wiederum Mischer davon abschreckt. Deutscher Futterweizen wurde zuletzt um 167 EUR/mt FRANKO Niederrhein und 172 EUR/mt FRANKO Südoldenburg gehandelt
Die Nachfrage nach Qualitätsweizen schwächelt. Probelieferungen von A- und E-Weizen aus Österreich und Deutschland nach Italien wurden größtenteils wegen zu niedriger Rohproteinwerte und schwacher Kleberqualität gestoßen. Durch die Urlaubsabwesenheit im August in Italien ist das Geschäft ohnehin stark zurückgefallen. Daher ergeben sich derzeit nur schwache Aufschläge für A-Weizen mit 13 % Rohprotein von 2 bis 3 EUR/mt über B-Weizen mit 12 % Rohprotein. Beim Hartweizen griffen Italiens Pasta-Hersteller verstärkt auf kanadische und kasachische Ursprünge zurück. Laut EU-Kommission erreichte der Import von Hartweizen bis 12. August 81.775 mt gegenüber 24.720 mt im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Preis für Hartweizen lag zuletzt bei 235 EUR/mt FOB Pallice, ähnlich hoch wie im Vorjahr. Der Export von ukrainischen Weizen startete bis 15. August mit 2,526 Mio. mt um 796.000 mt höher als im Vorjahr, der Weizenmehlexporte stieg von 12.700 mt im Vorjahr auf 34.100 mt.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP *12,5 RP |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen |
168,00 |
0,00 |
|
La Pallice |
167,00 |
0,00 |
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Creil |
161,00 |
0,00 |
|
Hamburg |
170,00 |
0,00 |
|
Westfalen |
171,00 |
0,00 |
|
Rheinland |
168,00 |
0,00 |
|
Oberrhein |
166,00 |
0,00 |
|
Dresden |
- |
- |
|
Russland* |
- |
- |
|
Ukraine |
153,30 |
-3,05 |
|
Argentinien |
- |
- |
EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
38.200 |
34.010 |
|
Deutschland |
12,85 |
20.264 |
|
VK |
15.286 |
14.086 |
|
Polen |
10.733 |
9.615 |
|
Rumänien |
7.500 |
8.404 |
|
EU-28 |
141.468 |
129.703 |
Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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Welt-Weizenernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
53.890 |
51.300 |
|
Kanada |
33.300 |
31.800 |
|
Argentinien |
20.500 |
19.500 |
|
Australien |
21.000 |
17.300 |
|
China |
132.000 |
131.400 |
|
Indien |
101.200 |
99.900 |
|
Russland |
73.000 |
71.700 |
|
Ukraine |
29.200 |
25.100 |
|
Kasachstan |
13.900 |
13.900 |
|
EU-28 |
150.000 |
139.000 |
|
Welt |
768.070 |
730.550 |
Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.