Weizen: Ägypten und Saudi-Arabien präsentieren neue Ausschreibungen

14. April 2020 um 11:08 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte starteten fest in die neue Woche. Maßgebend war der Exportmarkt, konnten die USA Exporte nach China realisieren und meldeten sich wichtige Getreide-Importländer wie Saudi-Arabien und Ägypten mit Kaufbedarf zurück. Auch Kälte in Teilen der USA und Kanada sowie Trockenheits-Sorgen am Schwarzmeer unterstützten höhere Preisforderungen. Die starke Exportnachfrage nach Weizen in Norddeutschland, Polen und im Baltikum lässt die Verfügbarkeit von Weizen weiter sinken. Aber die Hamsterkäufe der westeuropäischen Bevölkerung nehmen ab.

Paris notierte bei Weizen mit 198 EUR/mt um 0,3 %, Chicago bei 5,54 USD/Bushel um 0,6 % und das Schwarzmeer mit 222,50 EUR/mt um 0,6 % höher als vor Ostern. Maßgebend waren neue Exporte. Die USA hatten am Karfreitag 165.000 mt Hartweizen nach China verkauft. Gestern meldete das USDA erneut einen Hartweizenexport über 120.000 mt, wahrscheinlich in die Maghreb-Länder. Russland verkaufte 60.000 mt Weizen nach Saudi-Arabien. Ägypten hat den zurückgezogenen Weizentender erneut ausgeschrieben zur Lieferung 15. bis 25. Mai und 26. Mai bis 5. Juni. Transportversicherung und Ausfallrisiko wegen Covid19-Quarantänen sind nach überarbeiteten Kontraktspezifikationen vom Exporteur zu tragen. Saudi-Arabien kaufte 600.000 mt Futtergerste optionaler Herkunft. In den USA hieß es, die Stay-at-Home-Bestellungen hätten vor den Festtagen zu einem Ansturm von Brot- und Teigwaren geführt, so dass die Mühlen bereits Weizennachkäufe signalisiert hätten. In den USA war die Sommerweizen-Aussaat zu 5 % fortgeschritten gegenüber 9 % im fünfjährigen Mittel. Die US-Winterweizenbestände wurden mit 62 % gut-exzellenter Pflanzen um 2 % besser bewertet als im Vorjahr.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

195,00

1,00

La Pallice FOB

195,00

1,00

Creil FOB

188,00

1,00

Hamburg DDP

203,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Neuss DDP

193,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Trockenheits-Sorgen am Schwarzmeer
Rumänien Regierung kündigte an, Weizenverkäufe auf die EU-Binnennachfrage zu begrenzen. Aus Frankreich war zu hören, dass gute Mehlnachfrage der Mühlen über die Osterwoche die Einkäufer zu Weizennachkäufen veranlasst haben. Die starke Exportnachfrage nach Weizen in Norddeutschland, Polen und im Baltikum lässt die Verfügbarkeit von Weizen weiter sinken, hieß es beim Handel. Nicht umsonst legte Weizen in Norddeutschland und am Niederrhein erneut um gut 2 EUR/mt zu. Der WASDE-Report war bearish, hatte aber kaum Einfluss auf den Weizenmarkt. Vermindert wurden wegen der Corona-Pandemie die Verbrauchserwartungen um 5,2 auf global 749,8 Mio. mt. Deshalb stiegen die globalen Endbestände per 31. Mai 2020 um 5,6 auf 292,8 Mio. mt. Russland soll mit 33,5 gut 1,5 Mio. mt weniger exportieren als noch im März erwartet wurde. Die EU-Weizenexporte wurden um 1,5 Mio. mt auf 33,5 Mio. mt angehoben. Vielmehr Sorge bereitet dem Handel die zunehmende Trockenheit am Schwarzmeer und auch in Teilen Westeuropas. Die ukrainische Weizenernte soll laut Ukrainian Grain Association (UGA) von 28,3 Mio. mt auf 25,8 Mio. mt sinken.

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