Weizen: 10 Euro Preisabstand zwischen alter und neuer Ernte
16. April 2020 um 11:50 ,
Der AUDITOR
Paris notierte bei Weizen am Morgen mit 194,75 EUR/mt um 1,2 %, Chicago mit 5,42 USD/Bushel um 1,0 % niedriger als gestern. Am Schwarzmeer sank der Fronttermin um 0,3 % auf 226,50 USD/mt. In den USA sorgte die Misere beim US-Fleischabsatz, der im März um 30 % wegen der Covid19-Pandemie zurückgegangen war, für mächtigen Druck. Die US-Einzelhandelsumsätze sind im März mit Rekordtempo gefallen, die US-Industrieproduktion so stark wie seit 1946 nicht mehr. US-Ökonomen rechnen nicht mit baldiger Besserung, da die Beschränkungen in der Corona-Krise fortbestehen. Auch vom Wettermarkt kam Druck. Während es im März und April in Westeuropa und am Schwarzmeer zu trocken war, wurden für die kommenden zwei Wochen überdurchschnittlich hohe Niederschläge angekündigt. Insofern rechneten Einkäufer der Backindustrie und Handel mit rückläufigen Weizenpreisen von bis zu 10 EUR/mt zur neuen Ernte, wenn sich der Regen bestätigt. Diese Preisdifferenz ergibt sich aus dem Kursvergleich für Mai und September an der Matif.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
191,00 |
-3,00 |
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La Pallice FOB |
191,00 |
-3,00 |
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Creil FOB |
185,00 |
-2,00 |
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Hamburg DDP |
199,00 |
-3,00 |
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Westfalen DDP |
196,00 |
-3,00 |
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Rheinland DDP |
196,00 |
-3,00 |
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Oberrhein FOB |
189,00 |
-2,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
198,00 |
-2,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
198,00 |
-2,00 |
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Westfalen DDP |
196,00 |
-2,00 |
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Neuss DDP |
191,00 |
-2,00 |
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Oberrhein FOB |
188,00 |
-2,00 |
Quelle: Handel
Ägypten will beim Import nachlegen
Auf der Exportseite meldete sich Ägypten mit neuem Tender für Verladungen zwischen 21. Mai und 5. Juni zurück, nachdem die GASC vorgestern nur 120.000 mt Weichweizen in Russland kaufte, gut 800.000 mt waren erwartet worden. Beim letzten Tender wurden für 60.000 mt 249,45 USD/mt und die andere Hälfte 252,50 USD/mt Cost & Freight erzielt. Äthiopien hat die Ausschreibung von 400.000 mt Weichweizen auf den 23. April und von 200.000 mt auf den 30. April verschoben. Russland könnte laut RusAgroTrans im April bis 2,9 Mio. mt Weizen exportieren, nach 3,05 Mio. mt im März. Wichtigster Importeur, die Türkei, kaufte mit 6,6 Mio. mt Weizen 130 % mehr Weizen in Russland als im Vorjahr. Trotzdem blieb Russlands Weizenexport mit 27,5 Mio. mt um 12 % unter dem Vorjahr. Moskau beabsichtigt, mit 1,5 Mio. mt Getreide gut 83 % der staatlichen Bestände freizugeben, um den Preisanstieg im Inland wegen der Corona-Krise abzubremsen. Die Exportbeschränkungen Rumäniens, der Ukraine, Russlands und Kasachstans sorgen vorerst für festere Preise am Schwarzmeer. In Frankreich revidierte FranceAgriMer jedoch die innergemeinschaftlichen Weizenlieferungen um 400.000 mt auf 8,5 Mio. mt nach unten.