Weizen: 10 Euro Preisabstand zwischen alter und neuer Ernte

16. April 2020 um 11:50 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte bewegen sich in Westeuropa und am Schwarzmeer zunehmend auf die neue Ernte zu, die angesichts niedriger Niederschläge früher als im Vorjahr verfügbar sein könnte. Derzeit ist Weizen aus alter Ernte um 10 EUR/mt teurer als zur neuen, was sich aus dem aktuellen Kursvergleich für Mai und September an der Matif ergibt. Die Exportbeschränkungen auf Weizen in einigen Ländern der Schwarzmeerregion haben den Hintergrund, den Preisanstieg wegen der Corona-Krise dort abzudämpfen. Spätestens zur neuen Ernte dürften diese wieder fallen. Ägypten gibt neue Weizenausschreibung bekannt.

Paris notierte bei Weizen am Morgen mit 194,75 EUR/mt um 1,2 %, Chicago mit 5,42 USD/Bushel um 1,0 % niedriger als gestern. Am Schwarzmeer sank der Fronttermin um 0,3 % auf 226,50 USD/mt. In den USA  sorgte die Misere beim US-Fleischabsatz, der im März um 30 % wegen der Covid19-Pandemie zurückgegangen war, für mächtigen Druck. Die US-Einzelhandelsumsätze sind im März mit Rekordtempo gefallen, die US-Industrieproduktion so stark wie seit 1946 nicht mehr. US-Ökonomen rechnen nicht mit baldiger Besserung, da die Beschränkungen in der Corona-Krise fortbestehen. Auch vom Wettermarkt kam Druck. Während es im März und April in Westeuropa und am Schwarzmeer zu trocken war, wurden für die kommenden zwei Wochen überdurchschnittlich hohe Niederschläge angekündigt. Insofern rechneten Einkäufer der Backindustrie und Handel mit rückläufigen Weizenpreisen von bis zu 10 EUR/mt zur neuen Ernte, wenn sich der Regen bestätigt. Diese Preisdifferenz ergibt sich aus dem Kursvergleich für Mai und September an der Matif.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

191,00

-3,00

La Pallice FOB

191,00

-3,00

Creil FOB

185,00

-2,00

Hamburg DDP

199,00

-3,00

Westfalen DDP

196,00

-3,00

Rheinland DDP

196,00

-3,00

Oberrhein FOB

189,00

-2,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

198,00

-2,00

Süd-Oldenburg DDP

198,00

-2,00

Westfalen DDP

196,00

-2,00

Neuss DDP

191,00

-2,00

Oberrhein FOB

188,00

-2,00

Quelle: Handel

Ägypten will beim Import nachlegen
Auf der Exportseite meldete sich Ägypten mit neuem Tender für Verladungen zwischen 21. Mai und 5. Juni zurück, nachdem die GASC vorgestern nur 120.000 mt Weichweizen in Russland kaufte, gut 800.000 mt waren erwartet worden. Beim letzten Tender wurden für 60.000 mt 249,45 USD/mt und die andere Hälfte 252,50 USD/mt Cost & Freight erzielt. Äthiopien hat die Ausschreibung von 400.000 mt Weichweizen auf den 23. April und von 200.000 mt auf den 30. April verschoben. Russland könnte laut RusAgroTrans im April bis 2,9 Mio. mt Weizen exportieren, nach 3,05 Mio. mt im März. Wichtigster Importeur, die Türkei, kaufte mit 6,6 Mio. mt Weizen 130 % mehr Weizen in Russland als im Vorjahr. Trotzdem blieb Russlands Weizenexport mit 27,5 Mio. mt um 12 % unter dem Vorjahr. Moskau beabsichtigt, mit 1,5 Mio. mt Getreide gut 83 % der staatlichen Bestände freizugeben, um den Preisanstieg im Inland wegen der Corona-Krise abzubremsen. Die Exportbeschränkungen Rumäniens, der Ukraine, Russlands und Kasachstans sorgen vorerst für festere Preise am Schwarzmeer. In Frankreich revidierte FranceAgriMer jedoch die innergemeinschaftlichen Weizenlieferungen um 400.000 mt auf 8,5 Mio. mt nach unten.

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