Walnüsse: Ukrainische Exporte massiv eingebrochen
25. Februar 2026 um 11:47 ,
Der AUDITOR
Bedeutender Exporteur verliert Boden
Über viele Jahre zählte die Ukraine zu den führenden Anbietern von Walnüssen auf dem Weltmarkt. Innerhalb von zwei Jahrzehnten belegte das Land zunächst Rang drei hinter den USA und China, bevor es infolge wachsender Liefermengen aus Chile auf Platz vier zurückfiel. Zwischen 2020 und 2024 summierten sich die ukrainischen Ausfuhren laut nationaler Statistik auf über 160.000 mt im Wert von 461,4 Mio. USD. Damit erzielte die Branche im Schnitt rund 92,2 Mio. USD pro Jahr und steuerte etwa ein Drittel der ukrainischen Deviseneinnahmen aus dem Export von essbaren Früchten und Nüssen bei; das berichtet FreshPlaza unter Bezugnahme auf agroportal.ua.
Im Jahr 2025 kam es jedoch zu einem drastischen Rückgang: Die Exporterlöse sanken um 90% auf nur noch 9,2 Mio. USD. Besonders stark betroffen waren geschälte Walnüsse – das wichtigste Exportsegment –, deren Ausfuhren im Jahresvergleich um 97% einbrachen. Auch der Export von Walnüssen in der Schale verringerte sich deutlich um 76%.
Global wachsendes Angebot
Während die ukrainischen Lieferungen einbrachen, nahm die weltweite Produktion deutlich zu. Nach Angaben des United States Department of Agriculture stieg das globale Angebot von 2015 bis 2025 um 35,8% auf 2,715 Mio. mt Walnüsse in der Schale. In der Europäische Union erhöhte sich die Produktion im gleichen Zeitraum zwar um 18,2%, ist jedoch seit 2022 rückläufig und sank von 163.000 mt auf 139.400 mt, so agroportal.ua.
Gleichzeitig ist die EU auf hohe Importe angewiesen, um den Bedarf zu decken. Im Jahr 2025 importierten die EU-Länder deshalb insgesamt 194.783 mt geschälte und ungeschälte Walnüsse, das sind 10,3% mehr als die 176.582 mt, die 2024 eingeführt wurden. Der wichtigste Lieferant waren dabei mit großem Abstand die USA mit 84.899 mt, gefolgt von Chile (+33,9% auf 46.271 mt) und China, das seine Lieferungen in die EU um satte 262% auf 30.555 mt steigern konnte. Die Ukraine belegt mit 18.819 mt den 4. Platz. Seit Jahresbeginn (01.01.-22.02.2026) zeigen sich die EU-Importe allerdings rückläufig; bisher wurden 27.643 mt importiert, im Vorjahreszeitraum waren es bereits 32.718 mt.
Die größten Abnehmer in der EU waren im Jahr 2025 Deutschland mit 63.650 mt (+44%), Italien mit 40.520 mt (-2,8%) und Spanien mit 30.380 mt (+4%). Auch hier zeigt sich seit Jahresbeginn ein Rückgang. So importierte Deutschland im Zeitraum 01.01.-22.02.2026 insgesamt 17% weniger Walnüsse als im Vorjahreszeitraum, Italien führte 4,9% weniger ein, in Spanien beläuft sich der Rückgang auf 14,3%.
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EU-Import Walnüsse, in mt |
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|
Partner |
2024 |
2025 |
Diff. |
|
USA |
101.559 |
84.899 |
-16,4% |
|
Chile |
34.559 |
46.271 |
33,9% |
|
China |
8.435 |
30.555 |
262,2% |
|
Ukraine |
19.268 |
18.819 |
-2,3% |
|
Argentinien |
4.810 |
3.957 |
-17,7% |
|
Andere |
7.951 |
10.282 |
29,3% |
|
Gesamt |
176.582 |
194.783 |
10,3% |
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Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-31.12. 08023100+08023200 Walnüsse, mit und ohne Schale |
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