Nüsse

Walnüsse: Chinas Erntemenge bleibt unverändert

14. Oktober 2021 10:18, Der AUDITOR
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PEKING/SACRAMENTO. Obwohl sich die Frühjahrsfröste in Xinjiang negativ auf die Ernte ausgewirkt haben, können andere chinesische Provinzen die Verluste abfangen. In den USA ist die neue Exportsaison gut angelaufen.

China steigert Produktion in den kommenden Jahren

Laut dem aktuellen Bericht schätzt das USDA die kommerzielle chinesische Produktion für Walnüsse in der Schale in der Saison 2021/22 (September-August) auf 1,1 Mio. mt und damit unverändert zum Volumen der Vorsaison. Der Frost im Frühjahr könnte sich zwar negativ auf die Ernte in Xinjiang, die größte walnussproduzierende Provinz Chinas, ausgewirkt haben, aber Produktionssteigerungen in weiteren Provinzen sollten die möglichen Verluste abfedern können. In den kommenden Jahren ist dem USDA zufolge mit generellen Produktionssteigerungen in China zu rechnen, da immer mehr der gepflanzten Bäume Früchte tragen. Bereits jetzt ist China der wichtigste Walnussproduzent der Welt, auf den fast die Hälfte der globalen Produktion entfällt.

Preise können Produktionskosten nicht decken

Über die gesamte Walnussproduktion Chinas gibt es keine offiziellen Daten, diese liegt aber in jedem Fall deutlich höher als die ausschließlich kommerzielle Produktion. Die Landwirte sehen sich allerdings mit diversen Problemen konfrontiert. Häufig zählen ihre Nüsse zu den unbeliebteren Sorten und sind an Hängen angebaut, sodass sie schwer geerntet werden können. Das größte Problem sind jedoch die günstigen Preise, die die Produktionskosten oft nicht decken können. Hier ist Xinjiang, wo die Nüsse kommerziell angebaut werden, definitiv im Vorteil. Die Bäume werden in den Ebenen gepflanzt und die Infrastruktur wird stetig verbessert – so konnte sich die Provinz zum wichtigsten chinesischen Anbauzentrum entwickeln.

Keine Konkurrenz für USA und Chile

Insgesamt werden in China mehr als 50 Walnusssorten angebaut, allerdings können die wenigsten mit den beliebten Sorten aus den USA und Chile konkurrieren. Deren Preise haben auf dem europäischen Spotmarkt in den vergangenen Wochen leicht zugelegt und liegen für Chandler, LHP, 40% aus den USA aktuell bei 6,70 EUR/kg FCA Spanien.

Walnusspreise

Ursprung, Sorte

EUR/kg

Chile, Chandler ELHP, 20%

7,05

Chile, Chandler, ELHP, 40%

7,40

Chile, Serr, in der Schale, 30+mm

3,15

USA, Chandler, LHP, 40%

6,70

FCA Spanien

USA starten erfolgreich in die neue Saison

In den USA hat im September indes die neue Exportsaison begonnen und die Lieferanten können sich mit dem Start sehr zufrieden zeigen. Bisher wurden California Walnuts zufolge seit Saisonbeginn 15.043 mt Walnüsse ins In- und Ausland geliefert, zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison waren es lediglich 13.260 mt. Die Gesamtlieferungen hatten sich in der Saison 2020/21 auf 395.004 mt belaufen. Im ersten Monat der neuen Saison haben sich die Lieferungen nach Afrika und in den mittleren Osten verdoppelt und auch die Verschiffungen nach Asien und Ozeanien konnten merklich gesteigert werden. Einen Rückgang von 15% verzeichnen indes die Lieferungen nach Europa; hier zeichnet sich allerdings ein gemischtes Bild ab. Während im Jahresvergleich 44% weniger US-Walnüsse nach Deutschland importiert wurden, stiegen Italiens Einfuhren um 73% und die der Türkei sogar um 111%.

US-Walnusslieferungen in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Europa

2.425

2.797

15%

Asien/Ozeanien

881

1.374

56%

Afrika/Mittlerer Osten

707

1.420

101%

Mittel-/Südamerika

0

0

-

Nordamerika

9.151

9.400

3%

Andere

96

51

-47%

Gesamt

13.260

15.043

13%

Quelle: California Walnuts; Ergebnis seit Saisonstart

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