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Walnüsse: Chilenische Angebote überraschend fest

8. Juni 2020 um 13:49 , Der AUDITOR
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SACRAMENTO/SANTIAGO. Trotz des soliden Ernteergebnisses können sich Walnüsse aus Chile anders als im letzten Jahr nicht gegen die US-Preise durchsetzen.

Exporte brechen um 60% ein

Die chilenische Walnussernte 2020 brachte es auf schätzungsweise 130.000 mt in der Schale, etwas weniger als im Vorjahr. Zwar liefen die Verkäufe im Vorfeld nur schleppend und auch die Exporte lagen zu Saisonstart deutlich hinter dem Vorjahresniveau, dafür sollen Berichten zufolge bis Ende Mai etwa 60% der Ernte in Kontrakten untergebracht worden sein. Trotz der sinkenden Preise im kalifornischen Markt, blieben die Preise in Chile überraschend stabil.

In den ersten sechs Wochen der Saison 2020/2021 wurden laut ChileNut insgesamt 7.125 mt Walnüsse mit und ohne Schale ins Ausland geliefert, rund 60% weniger als im Vorjahreszeitraum. Während die Lieferungen in Länder wie die Türkei (-72% auf 1.412 mt) und die Vereinigten Arabischen Emirate (-95% auf 332 mt) deutlich nachließen, erhöhten einzelne Märkte die Einfuhr gegenüber dem Vorjahr, darunter Deutschland (+127% auf 166 mt), China (+86% auf 486 mt) und Marokko (+22% auf 1.903 mt). 

Walnussexport Chile in mt

Land

2019

2020

Diff.

Afrika/Mittlerer Osten

13.076

3.737

-71%

Europa

2.612

1.496

-43%

Asien/Ozeanien

1.170

1.685

44%

Amerika

442

207

-53%

Gesamt

17.299

7.125

-59%

Quelle: ChileNut / (21. Mrz bis 30. Apr)

Spotpreise geben nach

Die Aussichten auf eine gute US-Ernte von 650.000-655.000 mt ließen die Preise sinken, so dass US-Walnüsse im europäischen Spotmarkt aktuell rund 1,00 EUR/kg günstiger angeboten werden als vor einem Monat. Marktteilnehmer gehen allerdings davon aus, dass die Preise vorerst nicht nennenswert nachgeben werden. Eigenen Aussagen zufolge seien die US-Händler gut ausgelastet – anders als im Mandelmarkt werden bei Walnüssen allerdings keine Verkaufszahlen gemeldet, was die Nachvollziehbarkeit erschwert. Gleichzeitig lagen die Ende März registrierten US-Bestände an Walnusskernen bei 88.577 mt, die zweithöchste Menge überhaupt. Hinzu kommen noch 20.595 mt in der Schale. Ob sich die Preise doch noch weiter nach unten bewegen werden, hängt nicht zuletzt von den Mai-Exporten ab, deren Ergebnis in den kommenden Tagen veröffentlicht werden sollte. 

Walnusspreise, USA

Sorte

EUR/kg

Chandler, LHP 80%

6,65

Chandler, LHP 30%

6,10

FCA Spanien

Trockenheit in Osteuropa

Derweil kommen eher beunruhigende Nachrichten von Marktteilnehmern in Osteuropa, wo die Wetterbedingungen für die Entwicklung der neuen Ernte besser hätten sein können. In den vergangenen Monaten gab es viele Sonnenstunden und wenig Regen, was sich negativ auf die Fruchtansätze an den Bäumen auswirken könnte. Die nächsten paar Wochen werden mehr Einblicke in das geben, was in der kommenden Saison zu erwarten ist.

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