Südzucker: Deutlicher Ergebnisrückgang im 1. Halbjahr

11. Oktober 2018 um 07:43 , Der AUDITOR
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MANNHEIM. Im ersten Halbjahr 2018/19 (1. März bis 31. Mai 2018) erzielte die Südzucker AG mit 1.741 Mio. Euro einen Konzernumsatz leicht unter dem Vorjahresniveau (-0,5%).

Das operative Konzernergebnis verringerte sich deutlich auf 139 Mio. Euro (Vorjahr: 282 Mio. Euro). Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf rückläufige Ergebnisse in den Segmenten Zucker und CropEnergies zurückzuführen. Des Weiteren wurde im zweiten Quartal 2018/19 (1. Juni bis 31. August 2018) ein Konzernumsatz von 1.734 Mio. Euro erzielt. Anders als im ersten Quartal liegt dieser Wert 1,4% über dem Vorjahresniveau (1.710 Mio. Euro). 

Segment Zucker mit Ergebniseinbruch infolge gesunkener Zuckererlöse
Der Umsatz im Segment Zucker sank im ersten Halbjahr 2018/19 trotz deutlich höherer Absatzmengen im Export und in der EU infolge deutlich niedrigerer Erlöse auf 1.389 Mio. Euro (Vorjahr: 1.516 Mio. Euro).

Die höheren Absatzmengen konnten erwartungsgemäß bei weitem nicht den nochmals stärkeren Erlösrückgang kompensieren. Während im Vorjahr in der ersten Geschäftsjahreshälfte die Erlöse noch angestiegen waren, sind sie seit Oktober 2017 deutlich rückläufig. Daher ging das operative Ergebnis im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/19 auf 3 Mio. Euro (Vorjahr: 111 Mio. Euro) zurück und war im zweiten Quartal mit -6 Mio. Euro (Vorjahr: 47 Mio. Euro) negativ. 

Rübenverarbeitungskampagne 2018 von Trockenheit überschattet
Die Trockenheit im Sommer in den meisten Anbaugebieten spiegelt sich in einer insgesamt unterdurchschnittlichen Ertragserwartung in der Südzucker-Gruppe wider. Der durchschnittliche theoretische Zuckerertrag der Vorjahre betrug 13,2 mt Zucker pro Hektar.

Die Kampagne startete in diesem Jahr Ende August bei Südzucker Moldau. Fast alle Werke haben zwischen Ende September und Anfang Oktober mit der Kampagne begonnen.

Segment Spezialitäten mit deutlichem Umsatzanstieg
Im Segment Spezialitäten konnte die positive Entwicklung des ersten Quartals fortgesetzt und der Umsatz im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/19 auf 1.125 Mio. Euro (Vorjahr: 949 Mio. Euro) gesteigert werden. Dabei wurden weiterhin deutlich unter Vorjahr liegende Bioethanolerlöse insbesondere durch die Umsatzbeiträge des im Vorjahr noch nicht enthaltenen Tiefkühlpizzaherstellers Richelieu Foods Inc. mehr als ausgeglichen.

Dem gegenüber steht ein Rückgang des operativen Ergebnisses, welches sich im ersten Halbjahr auf 75 Mio. Euro (Vorjahr: 80 Mio. Euro) verringerte. Dabei wirkten sich im Bereich Stärke neben den gestiegenen Fixkosten aus Kapazitätserhöhungen die geringeren Erlöse für Verzuckerungsprodukte und Ethanol ergebnisbelastend aus. Die übrigen Produktbereiche entwickelten sich insgesamt erwartungsgemäß positiv. 

Segment CropEnergies durch niedrige Ethanolerlöse belastet
Im Segment CropEnergies blieb der Umsatz im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/19 mit 349 Mio. Euro (Vorjahr: 428 Mio. Euro) deutlich unter dem Vorjahr. Dies ist insbesondere auf signifikant geringere Ethanolerlöse, besonders im Vergleich zu einem noch überdurchschnittlich hohen Erlösniveau im ersten Halbjahr des Vorjahres, zurückzuführen.

Infolge der negativen Umsatzentwicklung verringerte sich auch das operative Ergebnis auf 14 Mio. Euro (Vorjahr: 47 Mio. Euro). Dabei wirkten neben niedrigeren Erlösen eine reduzierte Absatzmenge sowie ein Anstieg der Rohstoffkosten belastend. Im zweiten Quartal erholte sich das operative Ergebnis im Vergleich zum ersten Quartal aufgrund gestiegener Ethanolerlöse deutlich. 

Segment Frucht mit Umsatz- und Ergebnisanstieg
Der Umsatz im Segment Frucht stieg im Berichtszeitraum leicht auf 612 Mio. Euro (Vorjahr: 600 Mio. Euro). Im Bereich Fruchtzubereitung konnten rückläufige Erlöse durch Absatzsteigerungen ausgeglichen werden. Bei Fruchtsaftkonzentraten ergab sich ein Umsatzzuwachs trotz geringerer Mengen durch deutlich gestiegene Erlöse.

Das operative Ergebnis stieg im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/19 moderat auf 47 Mio. Euro (Vorjahr: 44 Mio. Euro). In der Division Fruchtsaftkonzentrate ist dies auf erlösbedingt höhere Margen zurückzuführen. Im Bereich Fruchtzubereitungen konnten erlösbedingt rückläufige Margen sowie gestiegene Kosten nicht durch Absatzsteigerungen ausgeglichen werden. 

Mitarbeiterzuwachs insbesondere durch Erwerb Richelieu
Die Zahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) lag zum Ende des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres 2018/19 mit 19.546 (Vorjahr: 18.030) über Vorjahr. Im Segment Spezialitäten stieg die Mitarbeiterzahl um 792 auf 5.695 (Vorjahr: 4.903), was insbesondere aus dem Mitarbeiterzuwachs im Rahmen des Erwerbs der Richelieu Foods Inc. durch Freiberger sowie aus Neueinstellungen bei AGRANA Stärke resultierte. Der Anstieg der Mitarbeiterzahl im Segment Frucht um 581 auf 6.177 (Vorjahr: 5.596) resultierte insbesondere aus einem höheren Bedarf an Saisonkräften beispielsweise für das gestiegene Apfel- und Kirscherntevolumen in der Ukraine oder für das größere Erdbeerverarbeitungsvolumen in Marokko.

Zum Quartalsbericht 
Quelle: Südzucker AG

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