EU: Kurzfristiger Ausblick für die Agrarmärkte

8. Juli 2026 um 12:14 , Der AUDITOR
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BRÜSSEL. Auf der Grundlage der neuesten Marktgrundlagen, Daten und Erkenntnisse hat die Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (GD Agri) der Europäischen Kommission einen umfassenden Ausblick erstellt, der Getreide, Ölsaaten und Zucker sowie Olivenöl, Milch und Milchprodukte sowie Fleischprodukte abdeckt.

Sommer 2026

Im Jahr 2026 bleiben die kurzfristigen Aussichten für die EU-Agrarmärkte robust, trotz der Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten, die zu den bereits bestehenden Herausforderungen und Risiken – darunter wetterbedingte Faktoren, Tierkrankheiten und anhaltende Handelsspannungen – hinzukommen. Diese Unsicherheitsfaktoren führen zu steigenden Produktionskosten, die die Gewinnmargen der Erzeuger unter Druck setzen. Dennoch wird für die EU ein Anstieg der Produktion bei Ölsaaten, Milchprodukten, Schweinefleisch und Geflügel erwartet. Die Getreideproduktion dürfte zwar zurückgehen, aber nahe am Fünfjahresdurchschnitt bleiben, während für die Sektoren Wiederkäuer, Zucker und Olivenöl ein Rückgang der Produktion erwartet wird.

Energiemarkt und erschwingliche Düngemittel

Die makroökonomischen und energiemarktbezogenen Aussichten für 2026 sind nach wie vor äußerst ungewiss: Das reale BIP-Wachstum wird auf lediglich +1,1% prognostiziert, die Inflation dürfte aufgrund der Energiekosten auf +3,1% steigen, und die Lebensmittelpreise werden voraussichtlich infolge steigender Produktionskosten zunehmen. In Übereinstimmung mit der Frühjahrsprognose der Europäischen Kommission geht dieser kurzfristige Ausblick von einer schrittweisen Normalisierung der Energiemärkte aus, unterstützt durch eine allmähliche Wiederöffnung der Straße von Hormus und die Wiederherstellung wichtiger Seewege. Vor diesem Hintergrund stehen die Gewinnspannen der Erzeuger weiterhin unter Druck, wobei die Erschwinglichkeit von Düngemitteln auf das Niveau von 2022 sinkt. Um diesen Bedenken Rechnung zu tragen, zielt der im Mai 2026 verabschiedete Düngemittel-Aktionsplan der Kommission darauf ab, den kurzfristigen Kostendruck zu mildern und gleichzeitig die langfristige Widerstandsfähigkeit zu stärken – zusätzlich zu dem eigens dafür geschaffenen befristeten Rahmen für staatliche Beihilfen.

Wetterausblick und globale geopolitische Lage

Der Wetterausblick prognostiziert für 2026 in der EU insgesamt günstige Anbaubedingungen, allerdings wird erwartet, dass ein starkes El-Niño-Ereignis im Herbst seinen Höhepunkt erreicht, was gemischte Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben dürfte. Auch wenn die Produktion in der EU möglicherweise von größeren direkten Auswirkungen verschont bleibt, sind die möglichen Folgen nach wie vor sehr ungewiss, und globale Marktstörungen könnten sich über die Lieferketten ausbreiten.

Die Kombination aus Unsicherheiten hinsichtlich der globalen geopolitischen Lage, der makroökonomischen und energiepolitischen Aussichten sowie der Wetterbedingungen erfordert eine sorgfältige Beobachtung dieser Faktoren und ihrer möglichen Auswirkungen auf die Agrarmärkte. Diese Risiken wurden auch in der Ausgabe „State of Food Security“ vom Frühjahr 2026 als die für die Lebensmittelversorgung der EU relevantesten Risiken genannt.

Den kompletten Bericht gibt es hier.

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