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Streit um Migrationspolitik an polnisch-belarussischer Grenze bremst auch Transporte aus

11. November 2021 14:27, Der AUDITOR
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KUZNICA. Schon seit Monaten spitzt sich die Lage an den Grenzübergängen zwischen Polen und Belarus zu. Migranten aus Krisengebieten versuchen über Belarus in die EU zu gelangen, das seit den jüngsten Sanktionen keine Gegenwehr mehr leistet.

Wartezeiten betragen bis zu 42 Stunden

Medienberichten zufolge befinden sich aktuell zwischen 3.000 und 4.000 Migranten im belarussisch-polnischen Grenzgebiet. Am vergangenen Dienstagmorgen war der Grenzübergang Kuznica gesperrt worden, um die Migrationsströme zu bremsen. Viele Migranten halten sich im nahegelegenen Wald auf.

Reisende und Transportfahrer wurden daher gebeten, alternativ die Grenzübergänge Bobrowniki und Terespol zu nutzen, diese sind allerdings 70 km und 230 km entfernt. Am Grenzübergang Bobrowniki, dem nächstgelegenen der beiden, kommt es daher zu langen Staus. Polnische Online-Medien berichten, dass Lkw-Fahrer, die hier am Mittwoch die Grenze überqueren wollten, bis zu 42 Stunden warten müssen. Am Dienstag, dem Tag der Grenzschließung, lagen die Wartezeiten sogar bei bis zu 50 Stunden. Entsprecht erstrecken sich kilometerlange Lkw-Schlangen vor den Kontrollstellen.

Das sorgt für Verzögerungen in der Lieferkette und stellt Transportunternehmen in der aktuell ohnehin schon weltweit schwierigen Situation vor weitere Herausforderungen. Spediteure planen bereits Alternativrouten, da nicht absehbar ist, wann sich die Lage im Grenzgebiet entspannt und die Übergänge wieder geöffnet werden. Hinzu kommt, dass das baltische EU-Land Litauen, das sich ebenfalls eine Grenze mit Belarus teilt, angesichts der Situation für einen Monat den Ausnahmezustand in der Grenzregion verhängt hat. Das macht den Transport aus der EU in den Osten länger, teurer und auch riskanter.

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