Pistazien: EU verschärft Kontrollen für Türkei und USA

24. Februar 2026 um 11:35 , Der AUDITOR
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BRÜSSEL. Türkische und US-amerikanische Pistazien unterliegen in der EU verschärften Aflatoxin-Kontrollen. In der nächsten Saison wird es zu Engpässen kommen. Der Pistazienexporte aus dem Iran ist erschwert.

Verschärfte EU-Kontrollen für türkische und US-amerikanische Pistazien

Im Jahr 2025 verzeichnete die RASFF-Datenbank der Europäischen Kommission für Lebensmittelsicherheit 93 Meldungen über abgelehnte Lieferungen von Pistazien und Pistazienprodukten aus dem Iran, der Türkei, den USA und Syrien sowie 26 Warnmeldungen und andere Benachrichtigungen. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 72 Meldungen über abgelehnte Lieferungen und 14 Warnmeldungen im Jahr 2024. Das Hauptproblem war Aflatoxin.

Der Iran konnte im vergangenen Jahr nach einer Verbesserung der Standards knapp ein Importverbot in der EU vermeiden. Die Zahl der Zurückweisungen an der Grenze ging von 35 im Jahr 2024 auf 32 im Jahr 2025 leicht zurück, während die Zahl der Warnmeldungen und Notifikationen unverändert bei drei blieb. Wie der deutsche Importeur Jupiter Pistachios betont, entspricht jedoch nur ein Teil der aktuellen Ernte den EU-Standards.

Im Gegensatz dazu sind die Zahlen für türkische und US-amerikanische Pistazien gestiegen. Während die Türkei im Jahr 2024 24 Abweisungen an der Grenze und zwei Warnmeldungen verzeichnete, stiegen diese Zahlen im Jahr 2025 auf 31 bzw. vier. Noch deutlicher ist der Anstieg bei Pistazien aus den USA. Während 2024 13 Ablehnungsbescheide und fünf Warnmeldungen ausgestellt wurden, haben sich die Zahlen 2025 mit 29 bzw. 13 fast verdreifacht.

Infolgedessen erhöhte die Europäische Kommission laut einem Bericht des International Nut and Dried Fruit Council (INC) die Aflatoxin-Kontrollen von 30% auf 50% für Pistazien, Mischungen mit Pistazien und Produkte aus Pistazien mit Ursprung in der Türkei oder den USA, die seit dem 18. Februar aus der Türkei in die EU geliefert werden. 

Abgelehnte Pistazienlieferungen, EU

Ursprung

Abgelehnt

Meldungen

Iran

32

3

Türkei

31

4

USA

29

13

Italien

-

4

Syrien

1

1

Spanien

-

1

Gesamt

93

26

Quelle: RASFF Datenportal

Stand 01.01.-31.12.2025

Knappes Angebot im Jahr 2026/2027

Da die USA, der Iran und Spanien im Jahr 2026 ein schwächeres Produktionsjahr erleben werden und die weltweite Nachfrage steigt, prognostiziert Jupiter Pistachios mögliche Versorgungsengpässe und steigende Preise. Der Markt absorbiert derzeit die großen US-Lieferungen, und in Spanien sind noch Vorräte verfügbar. Obwohl die Türkei ein gutes Produktionsjahr erleben wird, gehen offizielle Schätzungen nur von einer Ernte von 279.000 mt aus, was weit entfernt ist von dem Rekordwert von 400.000 mt im Jahr 2024/2025. Grund ist, dass der Frost des letzten Jahres nachhaltige Auswirkungen haben wird. Positiv ist, dass die Wetterbedingungen in Gaziantep, wo 90% der Pistazien des Landes angebaut werden, günstig sind.

Gute Nachrichten gibt es auch aus Italien. Marcello Di Franco, Präsident des Verbandes Pistacchio Valle del Platani, betont in Myfruit, dass Sizilien, wo mehr als 90% der italienischen Ernte angebaut werden, in den letzten Wochen reichlich Niederschläge verzeichnet hat. Dies ist eine Erleichterung für die von der Dürre betroffenen Plantagen. Obwohl die Ente 2025 von guter Qualität war, hatte die Dürre erhebliche Auswirkungen auf die Produktion. Die Bestände sind fast ausverkauft. 

Schwierige Lage im Iran

Obwohl die Produktion im Iran in der aktuellen Saison gut war, stellt die logistische Abwicklung eine große Herausforderung dar, da die anhaltenden politischen Unruhen den Transport erschweren. Selbst die Iran Pistachio Association (IPA) räumt ein, dass das instabile wirtschaftliche Umfeld die Exporte von Pistazien in der Schale zwischen dem 22. Dezember 2025 und dem 20. Januar 2026 auf 14.000 mt begrenzt hat, was einem Rückgang von 26% gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024/2025 entspricht. Das brutale Vorgehen des Regimes gegen Demonstranten sowie die Abschaltung des Internets haben das internationale Geschäft für einheimische Lieferanten zusätzlich erschwert, ebenso wie die hohe Wechselkursvolatilität, neue Exportvorschriften und die zunehmenden Spannungen mit den USA.

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