Sonnenblumenkerne: Frankreich schaut nach Brasilien

6. April 2018 um 14:00 , Der AUDITOR
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PARIS. In Frankreich blieben die Preise für Sonnenblumenkerne zwar stabil, aber der Handel rechnet mit einer spürbar höheren Ausdehnung des Sonnenblumen- und Maisanbaus in der Ukraine, weil die kalte Witterung dort...

...zu einer kleineren Sommergetreideaussaat geführt haben dürfte. Die Ukraine konzentriert sich dabei auf wachsende Absatzchancen nach China, wo ukrainischer Mais, besonders Sojabohnen und Sonnenblumenkerne zur Ernährungssicherung gebraucht werden, wenn China die Sojaimporte aus den USA weiter zurückfahren sollte. In Frankreich blieb noch unklar, wo die Reise beim Sonnenblumenanbau hingeht. Mit Spannung werden die Entwicklungen in den USA verfolgt, ob die höheren Importzölle in den USA und China tatsächlich durchgesetzt werden. Davon würde die französische Landwirtschaft ganz sicher profitieren. Denn Handel und Farmer erwarten für diesen Fall vehemente Preiserhöhungen für brasilianische Sojabohnen, wodurch auch die Preise für Sonnenblumenkerne nach oben unterstützt würden.

Gemische Vorgaben beim Pflanzenöl kamen aus Rotterdam. Dort notierte Sonnenblumenöl für Juli/September bei 820,00 USD/mt, um 2,50 USD niedriger als am Vortag. Sojaöl lag für den Maitermin bei unverändert 685 USD/mt. Palmöl kostete für Termin Mai/Juni rund 695,00 USD/mt, gut 10.00 USD/mt mehr als am Vortag. In Argentinien hielt das Regenwetter weiter an und unterstützt damit stabilere Erträge bei Sonnenblumen im Süden Argentiniens. Die Buenos Aires Exchange hielt zuletzt an ihrer Prognose für Argentiniens Sonnenblumenkernernte von 3,6 Mio. mt gegenüber 3,3 Mio. mt im Vorjahr weiter fest. Rund 74 % der argentinischen Sonnenblumenernte waren laut Handel zuletzt geerntet. In Rosario notierten Sonnenblumenkerne gestern unverändert bei 6.015 Peso/mt, in Bahia Blanca bei 5.823 Peso/mt FOB Exporthafen. In Deutschland lagen die Preise für Sonnenblumenkerne ex Ernte zuletzt bei 312,00 EUR/mt und für Liefertermin 11-12/18 bei 314,00 EUR/mt DAP Riesa.

In der EU-28 stieg der Import von Sonnenblumenkernen spürbar an, importierte die EU letzte Woche immerhin 7.158 mt Kerne gegenüber 4.496 mt in der Vorwoche, in der gesamten Kampagne 408.319 mt gegenüber 714.290 mt im gleichen Vorjahreszeitraum. Einen ähnlichen Trend gab es beim Sonnenblumenöl, importierte die  EU immerhin 46.260 mt Öl gegenüber gegenüber 8.756 mt in der Vorwoche, insgesamt 1.280.787  mt gegenüber 1.056.693 mt im gleichen Vorjahreszeitraum.

 

 

Sonnenblumenkerne-Kassamarkt

Sonnenblumen (44/9/2) FOB, DAP 

Parität

EUR/mt

Veränd.

Saint Nazaire

320,00

0,00

Sète

317,00

0,00

Mosel

317,00

0,00

Riesa

-

0,00

Ukraine

250,55

0,12

Argentinien

249,60

0,12

 

Sonnenblumenkernimport EU-28

Aktueller Sonnenblumenimport 

Nation

Ziel  (Mio. mt)

Woche (mt)

Stand (Mio. mt)

Vorjahr (mt)

EU-28

0,6

7.158   

408.319

714.290

 

Sonnenblumenöl-Import EU-28

Aktueller Sonnenblumenölimport 

Nation

Ziel  (Mio. mt)

Woche (mt)

Stand (Mio. mt)

Vorjahr (mt)

EU-28

1,8

46.260

1.280.787 

1.056.693

 

EU-Sonnenblumenkernernte

EU-Sonnenblumenernte (1.000 mt) 

Länder

2017/18

2016/17

Frankreich

1.631,0

1.183,0

Spanien

812,0

722,0

Ungarn

1.870,0

1.875,0

Rumänien

3.180,0

2.032,0

Bulgarien

1.860,0

1.838,0

EU-28

10.274,0

8.739,0

 

Welt--Sonnenblumenkernernte

Welt-Sonnenblumenernte (Mio. mt) 

Länder

2017/18

2016/17

Argentinien

3,7

3,4

Russland

10,5

10,9

Ukraine

13,0

15,2

Türkei

1,3

1,6

EU-28

47,0

47,6

 

Argentiniens Sonnenblumenernte (1.000 mt)

 

2017/18

2016/17

Produktion

3.700,0

3.400,0

Erntefläche

1.760,0

1.715,0

Startvorräte

637,0

596,0

Export

170,0

75,0

Crush

3.500,0

3.230,0

Endvorräte

611,00

637,00

 

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