Sonnenblumenkerne: Coceral korrigiert Produktionsprognose

29. Juli 2026 um 12:12 , Der AUDITOR
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SOFIA/KYJIW. Laut Coceral könnten die Ernten in Frankreich und Ungarn geringer ausfallen als erwartet. Eine Erholung der Produktion in der EU und der Türkei könnte die Aussaat in Argentinien beeinflussen.

Kleinere Ernten in Frankreich und Ungarn

Der EU-Getreidehandelsverband Coceral hat im Juli eine angepasste Produktionsprognose für die EU-Sonnenblumenkernernte veröffentlicht. Gegenüber dem Juni-Bericht wurden die Schätzungen um 6% reduziert – von 9,993 Mio. mt auf 9,396 Mio. mt. Damit läge die Ernte 2026 aber noch immer rund 8% über den 8,683 Mio. mt des Vorjahres. Spürbare Korrekturen gab es im Juli bei den Zahlen für Ungarn (-14% ggü. Juni) und Frankreich (-15% ggü. Juni), auch die Erwartungen für Bulgarien wurden um 1% auf 1,746 Mio. mt reduziert. 

EU-Sonnenblumenkernernte in mt

Land

2025

2026 (Dez '25)

2026 (Mrz '26)

2026 (Jun '26)

2026 (Jul '26)

Diff. (2025 vs. 2026)

Rumänien

1.964.000

2.260.000

2.337.000

2.083.000

2.083.000

6,1%

Ungarn

1.702.000

2.052.000

1.480.000

2.181.000

1.874.000

10,1%

Bulgarien

1.520.000

1.728.000

1.764.000

1.764.000

1.746.000

14,9%

Frankreich

1.411.000

1.434.000

1.606.000

1.606.000

1.364.000

-3,3%

Spanien

863.000

994.000

969.000

988.000

988.000

14,5%

Italien

252.000

250.000

250.000

275.000

275.000

9,1%

Slowakei

178.000

213.000

213.000

239.000

239.000

34,3%

Griechenland

224.000

252.000

252.000

252.000

224.000

0,0%

Kroatien

154.000

171.000

171.000

171.000

171.000

11,0%

Deutschland

148.000

145.000

145.000

145.000

145.000

-2,0%

Andere

267.000

412.000

302.000

289.000

287.000

7,5%

Gesamt

8.683.000

9.911.000

9.489.000

9.993.000

9.396.000

8,2%

Quelle: Coceral, Juli 2026

Lieferanten in Spekulationslaune

Die Preise zeigen sich weiterhin stabil. In der Ukraine sorgt die schwache Nachfrage nach Sonnenblumenkernen sogar für einen leicht rückläufigen Rohwarenpreistrend mit Notierungen von 31.500-32.500 UAH/mt CPT (617-637 EUR/mt).

Geschälte Sonnenblumenkerne zur prompten Lieferung aus osteuropäischen Ursprüngen gibt es kaum noch, die Preisindikationen verbleiben bei 1.180 EUR/mt DDP Deutschland. Der Fokus liegt auf der neuen Ernte. Anders als in Frankreich und Ungarn sind die Aussichten für die Sonnenblumenkernproduktion in Bulgarien, Moldawien, Rumänien und der Ukraine weiterhin positiv. Einige Lieferanten spekulieren daher auf sinkende Preise und bieten neue Ernte auf einem Niveau an, zu dem sie aktuell noch gar nicht gegendecken können.

Für Russland wird in diesem Jahr zwar eine Rekordernte von 20,7 Mio. mt erwartet, Marktteilnehmer blicken allerdings mit Sorge auf den Spätsommer. Es werden Befürchtungen laut, dass aufgrund der Dieselknappheit die Felder nicht abgeerntet werden können. Auch andere Agrarrohstoffe sind von diesem Umstand betroffen.

Sonnenblumenkerne

Sorte

EUR/mt

bakery, DDP Hamburg, Ernte 2025

1.180

bakery, DAP Bulgarien, Ernte 2026

1.100-1.120

Rohware, in der Schale, CPT Varna, Ernte 2025

575

Quelle: Handel

Anbaurückgang in Argentinien möglich

Sinkende Preise und nachlassen internationale Nachfrage könnten argentinische Sonnenblumenkernbauern dazu bewegen, ihre Aussaat wieder zu reduzieren, wie die Experten von UkrAgroConsult mitteilen. Sowohl die EU als auch die Türkei hatten in der zweiten Hälfte der Saison 2025/2026 mehrere hunderttausend Tonnen Sonnenblumenkerne aus dem südamerikanischen Land importiert. Kann sich die Produktion in beiden Regionen wie erwartet erholen, ist eine Wiederholung nicht zu erwarten. Zeitgleich birgt eine kleinere Produktion auch Risiken für den argentinischen Sonnenblumenkernsektor. Landesweit können pro Jahr 5,5 Mio. mt Sonnenblumenkerne verarbeitet werden, eine geringere Ernte könnte hier für unerwünschten Leerlauf sorgen.

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
- Preischart für Sonnenblumenkerne, geschält, bakery, Osteuropa
- Preischart für Sonnenblumenkerne, ungeschält, schwarz, Bulgarien
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Preischart Sonnenblumenkerne, bakery, Osteuropa
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