Sonnenblumenkerne: Wird China wieder konkurrenzfähig?

17. November 2016 um 13:25 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

SOFIA. Obwohl die Preise für osteuropäische Sonnenblumenkerne auf einem Niveau liegen, welches für Händler und Käufer als akzeptabel gilt, beklagen sich Lieferanten.

Die Rohwarenpreise sollen im bulgarischen Markt inzwischen bei 360-365 EUR/mt FCA liegen. Würde man diesen Wert den Kontrakten zugrunde legen, müssten sie ihre Sonnenblumenkerne, bakery für mindestens 750 EUR/mt verkaufen, so ein Händler. Tatsächlich ist bulgarische Ware mit aktuell 740 EUR/mt DDP Deutschland deutlich teurer als moldawische. Sonnenblumenkerne, bakery aus Moldawien sind weiterhin für 720 EUR/mt DDP Deutschland zu bekommen. 

Sonnenblumenkerne, Osteuropa

Sorte

EUR/kg

Rohware, FCA Bulgarien

0,360

Bakery, DDP Deutschland

0,720

Ölware, Budapest Stock Exchange

0,336


Preiseinbruch in China
Für Abnehmer von Sonnenblumenkernen, confection ist wichtig zu wissen, dass die Preise im chinesischen Markt gerade gnadenlos einbrechen. Innerhalb kürzester Zeit ist das Niveau um mehrere 100 USD/mt gefallen. Bakery-Kerne aus China dagegen können preislich mit osteuropäischer Ware nicht mithalten.   

Sonnenblumenkerne, China

Sorte

USD/mt

Confection, CFR Hamburg

1.185

Bakery, CFR Hamburg

1.175

  
Ukraine feiert Rekorde

Ukrainische Sonnenblumenkernhändler haben in dieser Saison gute Verdienstchancen. Die Ernte wird auf etwa 14 Mio. mt geschätzt. Bis Mitte dieser Woche wurden 13,16 Mio. mt auf einer Fläche von 5,82 Mio. ha produziert – das sind rund 16% mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Mit 2,26 mt/ha verzeichnet die Ukraine einen Rekordertrag für die Ernte 2016. Die Produktion 2015 brachte es mit 2,2 mt/ha auf gerade einmal 11,03 Mio. mt.
Gleich im ersten Monat der neuen Saison konnten somit mehr als 1 Mio. mt Sonnenblumenkerne in den einheimischen Fabriken verarbeitet werden, ebenfalls ein Rekordwert.
Auch die Exporte liefen gut. 50% der ukrainischen Sonnenblumenkernexporte gehen in europäische Länder, weitere Abnehmer sind Moldawien (14%) und die Türkei (8%). Indien steigerte seinen Exportanteil gegenüber der Vorsaison von 0,7% auf 10%. 

Angehängte Dateien

Dateisymbol
Preischart Sonnenblumenkerne, bakery
Dateisymbol
Preischart Sonnenblumenkerne, confection

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
18.08.2026
WASHINGTON, D.C./KYJIW. Mit dem aktuellen WASDE-Report hält das USDA an seinen positiven Ernteprognosen für die Saison 2026/2027 fest. Marktteilnehmern zufolge könnte es im Sonnenblumenölmarkt zu Verschiebungen kommen. EU-Länder verzeichneten zwischen Juli und Mitte August wieder hohe Importe aus Argentinien.
Nüsse
17.08.2026
NEU-DELHI/REUS. Der indische Erdnussmarkt steht nach den jüngsten Preisrückgängen und angesichts höherer Ernteerwartungen unter Druck. Der INC hat neue Schätzungen für die globale Erdnussproduktion 2026/27 bekanntgegeben.
Ölsaaten
13.08.2026
NEU-DELHI/SEOUL. Die Sesampreise sind zuletzt deutlich gefallen, während die Importe nach China und Südkorea sanken. In Indien verlagert sich der Anbau zwischen den Regionen.
Nüsse
10.08.2026
NEU-DELHI. Der indische Erdnussmarkt bleibt schwach, die chinesische Nachfrage verhalten. Eine deutliche Belebung wird vorerst nicht erwartet. Die Nachfrage nach Erdnussöl im indischen Einzelhandel sorgt jedoch für gewisse Unterstützung.