Sojabohnen: Keine Storno nach China

6. August 2019 um 12:23 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHICAGO. US-Sojabohnen konnten nach gestrigem Kurseinbruch in Chicago wieder leicht zulegen. China will bestellte US-Sojabohnen nach Medienberichten nicht stornieren.

In den USA erholten sich die Terminkurse für Sojabohnen in Chicago heute Vormittag wieder auf 8,53 US-Dollar je Bushel beim Frontermin, ein Plus von 9 Cent zum Vortag. Nachdem laut Nachrichtendienst Reuters aus chinesischen Regierungskreisen bekannt wurde, dass bestellte US-Sojabohnen nicht storniert würden, legten die Kurse wieder etwas zu. Dabei drohten dem US-Handel bei chinesischen Sojabohnenbestellungen Stornierungen in Millionenhöhe, waren laut US-Handel 4,25 Millionen Bohnen noch nicht ausgeliefert. Laut Bloomberg hatten chinesische Staatsunternehmen aus Regierungskreisen tags zuvor dazu aufgefordert, den Import von US-Agrarprodukten bis auf Weiteres zu stoppen. Nun sollen 2 Mio. mt bestellte Sojabohnen aus den USA im August abgenommen werden. Chinesische Importeure hätten bereits entsprechende Zollbefreiungen beantragt. Dies sorgte für Erleichterung beim US-Handel. Wie es um die Zollbehandlung für neue Sojaimporte Chinas nach dem 3. August bestellt ist, blieb dennoch unklar. Die Exportinspektion für die Woche bis 1. August blieb mit 1,029 Mio. mt zwar um 3,3 % unter dem Vorwochenergebnis, überstieg die Woche des Vorjahres aber um 15 %. Die Umfrage von Farm Futures kam zum Ergebnis, dass in den USA auf 79,6 Mio. Acres Sojabohnen gepflanzt wurden. Das USDA veranschlagte bisher 80,0 Mio. Acres. Den Ertrag schätzt Farm Futures auf 48,4 Bushel je Acre und liegt leicht über der jüngsten USDA-Prognose von 48,6 Bushel je Acre.

In Südamerika stellt der modernisierte Exporthafen Paranagua in Brasilien neue Exportrekorde im Juli auf. Im Juli wurden im Hafen 18.776 Triebwagen mit Sojabohnen, Mais, Sojabohnenmehl und Zucker entladen, 333 mehr als im Mai 2018. Die Verschiffungen beliefen sich im Juli auf insgesamt 925.354 mt Sojabohnen, Mais, Sojabohnenmehl und Zucker, 32.500 mt mehr als im Mai 2018. Laut Handelsministerium exportierte Brasilien im Juli 7,82 Mio. mt Sojabohnen, was einen Rückgang von 23 % zum Vorjahr bedeutete. Auch Brasilien bekommt die Folgen der Afrikanischen Schweinegrippe in China mit niedriger Nachfrage zu spüren. Wenn Brasiliens Sojaexporte im August erneut die Marke von 8 bis 9 Mio mt knacken, könnte es bei Lagerbeständen bis zur neuen Ernte eng werden.

In Deutschland stieg Sojaschrot LP in Hamburg für vordere Termine um 2 EUR auf 281 EUR je mt, in Rotterdam auf 290 EUR und in Mainz auf 293 EUR je mt EX Works Ölmühle. HP-Ware kostete um 23- 25 EUR je mt mehr.

 

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

8/19

9/19

10/19

11/19

Rotterdam

291,00

290,00

290,00

291,00

Hamburg

281,00

281,00

283,00

287,00

Mainz

293,00

295,00

296,00

297,00

Straubing

-

-

-

-

 

Welt-Sojabohnenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Sojabohnenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

112.900

123.700

Argentinien

56.000

56.000

Brasilien

123.000

117.000

China

17.000

15.900

Indien

10.900

11.500

EU-28

2.674

2.704

Welt

355.400

362.100

 

Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
18.08.2026
WASHINGTON, D.C./KYJIW. Mit dem aktuellen WASDE-Report hält das USDA an seinen positiven Ernteprognosen für die Saison 2026/2027 fest. Marktteilnehmern zufolge könnte es im Sonnenblumenölmarkt zu Verschiebungen kommen. EU-Länder verzeichneten zwischen Juli und Mitte August wieder hohe Importe aus Argentinien.
Nüsse
17.08.2026
NEU-DELHI/REUS. Der indische Erdnussmarkt steht nach den jüngsten Preisrückgängen und angesichts höherer Ernteerwartungen unter Druck. Der INC hat neue Schätzungen für die globale Erdnussproduktion 2026/27 bekanntgegeben.
Ölsaaten
13.08.2026
NEU-DELHI/SEOUL. Die Sesampreise sind zuletzt deutlich gefallen, während die Importe nach China und Südkorea sanken. In Indien verlagert sich der Anbau zwischen den Regionen.
Nüsse
10.08.2026
NEU-DELHI. Der indische Erdnussmarkt bleibt schwach, die chinesische Nachfrage verhalten. Eine deutliche Belebung wird vorerst nicht erwartet. Die Nachfrage nach Erdnussöl im indischen Einzelhandel sorgt jedoch für gewisse Unterstützung.