Sojabohnen: Markt kippt vorerst weiter abwärts
4. Juli 2018 um 12:27 ,
Der AUDITOR
Am Freitag treten US-Strafzölle auf chinesische Waren im Volumen von 34 Mrd. US-Dollar in Kraft und gelten womöglich bald höhere Einfuhrzölle auf US-Agrarprodukte nach China, besonders für Mais, Ethanol und Sojabohnen. Aber auch die Warnung der Bank of America über die Gefahr einer erneut drohenden Weltfinanzkrise erschütterte den Markt, was die Anleger vermehrt in Rohstofftitel trieb, jedoch nicht zu Sojabohnen. Der US-Handel kann nicht einmal die Hälfte seiner üblichen Exporte realisieren, hat China den Riegel für US-Sojabohnenimporte zugesperrt und ist auf Importe zu 95 % auf Brasilien ausgewichen. Chinas Importprognose für Sojabohnen für das Erntejahr 2017/2018 wurde vorgestern um 0,5 Mio. mt auf 98 Mio. mt gesenkt. Der chinesische Handel schätzte, dass China 2018/19 wegen der Rationierung nur 80 % seiner normalen Sojabohnenmenge kaufen wird, da die Zölle die Gesamtkosten der Importe deutlich erhöhen würden. Der US-Handel rechnet daher mit vorerst weiter fallen Sojapreisen, bis das südamerikanische Angebot im Spätherbst abebbt und die Nachfrage nach US-Ware wieder wächst. China kündigte unterdessen an, für einige ASEAN-Staaten den Importzoll für Sojabohnen auf null zu setzen. Bekanntlich korrigierte vorgestern der IGC die Welt-Sojabohnenernte um 2 Mio. mt auf 358 Mio. mt herauf, im Vergleich zu 337 Mio. mt im Vorjahr. Dabei erhöhte der IGC die Sojabohnenernte der Ukraine um 0,2 Mio. mt auf 3,9 Mio. mt, die Chinas um 0,2 Mio. mt auf 15,4 Mio. mt, die der USA um 1,5 Mio. mt auf 118,5 Mio. mt und die kommende Ernte Brasiliens um 0,5 Mio. mt auf 119,5 Mio. mt, wobei sich viel ändern kann.
Dass der Sojabohnenexport Brasiliens boomt wie selten zuvor, ist unstrittig, doch blieb zuletzt unklar, wie sich der der fatalen Trucker-Streiks auf das Exportergebnis im Juni auswirkt. Gestern lieferten Brasiliens Hafendaten Klarheit darüber, die Sojabohnenexporte gingen im Juni auf 10,4 Mio. mt zurück, gegenüber 12,4 Mio. mt im Mai und 9,2 Mio. mt im gleichen Vorjahreszeitraum, stellten dabei trotzdem einen neuen Rekord für Juni auf. Wegen der extremen Trucker-Streiks in Brasilien kamen fast 6,8 Mio. mt Sojabohnen verspätet zur Auslieferung. Der Zinskonflikt der USA mit China zeigt weitere Folgen in Südamerika, öffnet Mexiko den Markt nicht nur für brasilianische Sojabohnen, sondern auch für Schweinefleisch, ist Mexiko der drittgrößte Importeur von Schweinefleisch und die USA bisher deren Hauptlieferant, Brasilien dagegen der viertgrößte Exporteur von Schweinefleisch.
Am Kassamarkt fielen die Preise für Sojaschrot (LP) um 3-4 EUR/mt weiter zurück. Der gefallene Sojabohnenkurs in Chicago dürfte die Kassapreise weiter unter Druck bringen.
Sojabohnen-Terminkurse
|
CBoT US |
||
|
Termin |
EUR/mt |
Veränd. |
|
Front |
265,97 |
-1,78 |
|
Aug |
267,55 |
-1,23 |
|
Sep |
269,05 |
-1,78 |
Sojaschrot-Terminkurse
|
CBoT US |
||
|
Termin |
EUR/mt |
Veränd. |
|
Front |
310,94 |
-1,27 |
|
Aug |
308,95 |
-1,36 |
|
360,19 |
309,14 |
-1,08 |
Sojaöl-Terminkurse
|
CBoT US |
||
|
Termin |
EUR/mt |
Veränd. |
|
Front |
543,15 |
-2,81 |
|
Aug |
545,04 |
-0,92 |
|
Sep |
546,55 |
-1,50 |
Sojaschrot-Kassamarkt
|
Sojaschrot LP (44/7) EXW |
|||||
|
Parität/EUR/t |
Prompt |
Q3/18 |
Q4/18 |
Q1/19 |
Q2/19 |
|
Hamburg |
327,00 |
327,00 |
325,00 |
325,00 |
324,00 |
|
Mainz |
336,00 |
336,00 |
335,00 |
339,00 |
336,00 |
|
Regensburg |
350,00 |
350,00 |
349,00 |
353,00 |
350,00 |
|
Straubing |
350,00 |
350,00 |
349,00 |
353,00 |
350,00 |
|
Sojaschrot HP (48/7) EXW |
|||||
|
Parität/EUR/t |
Prompt |
Q3/18 |
Q4/18 |
Q1/19 |
Q2/19 |
|
Mainz |
364,00 |
364,00 |
363,00 |
367,00 |
364,00 |
|
Regensburg |
378,00 |
378,00 |
377,00 |
381,00 |
378,00 |
|
Straubing |
378,00 |
378,00 |
377,00 |
381,00 |
378,00 |
|
Sojaschrot/Sojabohnen GVO-frei (45/7) EXW/DDP |
|||||
|
Parität/EUR/t |
Produkt |
Q3/18 |
Q4/18 |
Q1/19 |
Q2/19 |
|
Straubing EXW |
Schrot |
403,00 |
407,00 |
407,00 |
407,00 |
|
Straubing DAP |
Bohnen |
336,00 |
346,00 |
- |
- |
Sojabohnenimport EU-28
|
Aktueller Sojabohnenimport |
||||
|
Nation |
Ziel (Mio. mt) |
Woche (mt) |
Stand (Mio. mt) |
Vorjahr (mt) |
|
EU-28 |
14,0 |
70.092 |
13.217.116 |
14.004.531 |
|
Aktueller Sojaschrotimport |
||||
|
Nation |
Ziel (Mio. mt) |
Woche (mt) |
Stand (Mio. mt) |
Vorjahr (mt) |
|
EU-28 |
18,0 |
122.730 |
18.391.205 |
17.846.923 |
EU-Sojabohnenernte 2018/19 (Prognose)
|
EU-Sojabohnenernte (1.000 mt) |
||
|
Länder |
2018/19 |
2017/18 |
|
Italien |
1.092,0 |
991,0 |
|
Frankreich |
420,0 |
412,0 |
|
Österreich |
203,0 |
193,0 |
|
Rumänien |
326,0 |
357,0 |
|
Kroatien |
225,0 |
198,0 |
|
EU-28 |
2.670,0 |
2.507,0 |