Sojabohnen: Im freien Fall
2. August 2019 um 13:18 ,
Der AUDITOR
Dabei verlor die Bohne nochmals 10 Cent auf 853 US-Dollar je Bushel beim Frontermin. In Händlerkreisen hieß es, dass China und die USA während ihrer Verhandlungen noch nie so weit auseinander lagen wie im Moment. US-Präsident Donald Trump erklärte gestern Nachmittag, die USA würden 10 % US-Zoll für die verbleibenden 300 Milliarden Dollar chinesischer Waren hinzufügen, die zuvor nicht besteuert wurden. Die Handelsgespräche mit China werden im September in Washington fortgesetzt. Die Entscheidung der US-Notenbank, den Leitzins um einen viertel Prozentpunkt zu senken, ließ den US-Dollar steigen, wodurch sich die Wettbewerbsfähigkeit von US-Sojabohnen verschlechterte. Das USDA präsentierte dann noch niedrige US-Sojabohnenexporte bis einschließlich 25. Juli von 143.100 mt für 2018-19 und 305.500 mt für 2019-20, was allerdings den Erwartungen entsprach. Die US-Wettermeldungen lieferten keine neuen Erkenntnisse. Laut Handel sank die Sojabohnenverarbeitung in China in den letzten drei Wochen auf durchschnittlich nur 1,5 Mio. mt pro Woche gegenüber durchschnittlich 1,69 Mio. mt im Vorjahr. Daher könnte die vom USDA veranschlagten Sojabohnenimporte nach China von 86 Mio. mt etwas zu hochgegriffen sein. Die Sojamärkte sind in den USA überkauft, wodurch weitere Prämienverluste drohen.
In Südamerika herrscht gute Stimmung. Brasiliens Sojaexporteure hoffen, ihre Exportdominanz nach China noch weiter auszubauen. Leider verhindern derzeit gestiegene Frachtraten steigende Prämien, meinte der Handel. Denn die Lagervorräte bei Soja nehmen in Brasilien stark ab. Nach Angaben des Handelsministerium exportierte Brasilien im Juli 7,82 Mio. mt Sojabohnen, was allerdings einen Rückgang von 23 % zum Vorjahr bedeutete, teilte Brugler Marketing & Management mit. Wenn Brasiliens Sojaexporte im August erneute die Marke von 8 bis 9 Mio t knacken, wird es trotzdem bei Lagerbeständen bis zur neuen Ernte eng. Nach der Prognose der Agentur Datagro Consultoria kann Brasiliens Sojabohnenernte 2019-2020 dann aber einen Rekordwert von 125 bis 126 Mio. mt erreichen gegenüber 116,76 Mio. mt im Vorjahr. China hat laut Handel auch damit begonnen, mit Argentinien ein Programm über den Sojahandel auszuarbeiten, was in ein Handelsabkommen münden könnte.
In Deutschland sank Sojaschrot LP in Hamburg für vordere Termine um 2 EUR auf 282 EUR je mt, in Rotterdam auf 294 EUR und in Mainz auf 295 EUR je mt EXW Ölmühle. HP-Ware kostete um 23- 25 EUR je mt mehr.
Sojaschrot-Kassamarkt
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Sojaschrot LP (44/7) FOB |
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Parität/EUR/t |
8/19 |
9/19 |
10/19 |
11/19 |
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Rotterdam |
294,00 |
292,00 |
290,00 |
293,00 |
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Hamburg |
282,00 |
282,00 |
284,00 |
289,00 |
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Mainz |
295,00 |
298,00 |
298,00 |
299,00 |
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Straubing |
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Welt-Sojabohnenernte 2019-20 (Prognose)
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Welt-Sojabohnenernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
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USA |
112.900 |
123.700 |
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Argentinien |
56.000 |
56.000 |
|
Brasilien |
123.000 |
117.000 |
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China |
17.000 |
15.900 |
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Indien |
10.900 |
11.500 |
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EU-28 |
2.674 |
2.704 |
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Welt |
355.400 |
362.100 |
Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.