Sojabohnen: Chinas Importziele für August/September

7. August 2019 um 13:49 , Der AUDITOR
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CHICAGO. US-Sojabohnen gaben am Vormittag beim Fronttermin in Chicago weiter um 5 auf 848 US-Dollar je Bushel nach. Regen und weitere Meldungen

über Niederschläge im Corn Belt drückten die Kurse. Auch neue Analystenschätzungen zur US-Sojabohnenernte sorgten für Druck. Dabei ergab eine Umfrage des Nachrichtendienstes Reuters, dass der Handel von einem Anstieg der US-Sojafläche um 1 Mio. Acres auf 81 Mio. Acres ausgeht. Der Durchschnittsertrag von US-Sojabohnen wird um 0,9 Bushel niedriger auf 47,6 Bushel je Acre, die US-Sojabohnenernte um 1,2 Mio. mt kleiner als im Juli auf nunmehr 103,4 Mio. mt veranschlagt. Die Umfrage Farm Futures kam vorgestern zum Ergebnis, dass in den USA auf 79,6 Mio. Acres Sojabohnen gepflanzt wurden. Den Ertrag schätzte Farm Futures auf 48,4 Bushel je Acre leicht über der jüngsten USDA-Prognose. Die gravierenden Unterschiede zeigen, wie schwer sich die Analysten tun, den Sojabohnenanbau in den USA nach Überschwemmungen im Frühjahr richtig einzuschätzen. Letzte Prognosen deuten auf geringere Flächenverluste hin.

Nachdem Pekings Handelsministerium mitteilte, dass chinesische Handelsunternehmen den Kauf von US-Agrarprodukten eingestellt haben, stellt sich der Handel vorerst auf niedrigere Exportziele ein. Jedoch sollen bestehende Bestellungen von China abgenommen werden. Dies betrifft 2 Mio. mt US-Sojabohnen im August und 600.000 mt im September, für die Chinas Importeure bereits Zollbefreiungen beantragt hätten. Laut US-Handel sind aktuell immer noch 4,25 Mio. US-Sojabohnen noch nicht an China ausgeliefert. Wie es um die Zollbehandlung für neue Sojaimporte Chinas nach dem 3. August bestellt ist, blieb unklar. Die Exportinspektion für die Woche bis 1. August blieb mit 1,029 Mio. mt zwar um 3,3 % unter dem Vorwochenergebnis, überstieg die Vorjahreswoche aber um 15 %.

Südamerikas Handel wartet auf neue Kaufimpulse aus China. Der modernisierte Exporthafen Paranagua in Brasilien soll höhere Verladungen sicherstellen. Die Verschiffungen beliefen sich im Juli auf insgesamt 925.354 mt Sojabohnen, Mais, Sojabohnenmehl und Zucker, 32.500 Tonnen mehr als im Mai 2018. Laut Handelsministerium exportierte Brasilien im Juli 7,82 Mio. mt Sojabohnen, was einen Rückgang von 23 % zum Vorjahr bedeutete, eine Folge des Nachfragerückgangs durch die Afrikanische Schweinepest in China war. Wenn Brasiliens Sojaexporte im August erneut die Marke von 8 bis 9 Mio. mt erreichen sollten, könnte es bei brasilianischen Lagerbeständen bis zur neuen Ernte jedoch eng werden. Der Handel rechnet damit, dass China seit 2018 bis zu 40 % seiner Schweinebestände verloren hat. China ist auf Schweinefleischimporte angewiesen.

In Deutschland blieb Sojaschrot LP in Hamburg für vordere Termine bei 281 EUR/mt, in Rotterdam bei 290 EUR stehen, in Mainz stieg der Preis auf 318 EUR/mt EX Works Ölmühle. HP-Ware kostete um 23- 25 EUR je mt mehr.

 

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

8/19

9/19

10/19

11/19

Rotterdam

290,00

290,00

289,00

290,00

Hamburg

281,00

281,00

282,00

286,00

Mainz

318,00

321,00

321,00

322,00

Straubing

-

-

-

-

 

Welt-Sojabohnenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Sojabohnenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

104.600

123.700

Argentinien

53.000

56.000

Brasilien

123.000

117.000

China

17.000

15.900

Indien

10.900

11.500

EU-28

2.674

2.704

Welt

347.400

362.100

 

Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

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