Sesam: Indien verliert an Bedeutung

10. November 2016 um 14:53 , Der AUDITOR
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NEU-DELHI. Für die indischen Sesamlieferanten könnte der weitere Verlauf der Saison nicht ungewisser sein.

Bezüglich der Winterernte hört man die unterschiedlichsten Prognosen aus dem Markt, einig ist man sich nur darin, dass sie erheblich kleiner ausgefallen ist als 2015. Rund 250.000 mt halten einige Händler für einen durchaus realistischen Mittelwert sein, wobei es auch Schätzungen weit unter 200.000 mt gibt. Der Überhang wird auf gut 60.000 mt, wobei es auch hier Ausreißer gibt, vor allem nach oben. Genaue Zahlen sind nur schwer zu ermitteln.

Importe, Importe
China hält sich mit Käufen zurück und wenn doch wieder Bedarf auftreten sollte, wird dieser eher in Afrika gedeckt. Hier sind die Preise deutlich günstiger und es fällt kein Zoll an. Aufgrund der dennoch vergleichsweise geringen Verfügbarkeit gehen Marktteilnehmer davon aus, dass auch Indien in diesem Jahr 100.000-150.000 mt afrikanischen Sesam wird importieren müssen.

Sesampreise Indien

Sorte

USD/mt

Geschält, 99,95%

1.340

Natur

1.210

CIF Hamburg

  
Afrika auf dem Vormarsch?
Afrika kann verhältnismäßig spontan Anbauflächen ergänzen, wenn sich Agrarrohstoffe als besonders gefragt erweisen. In den letzten Zehn Jahren soll die Sesamproduktion um 200-250% gestiegen sein. Händler schließen daher nicht aus, dass sich afrikanischer Sesam auch in Import-Ländern durchsetzen kann, wo er bisher nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Sesampreise Afrika

Sorte

Ursprung

USD/mt

Gadarif Nr. 1

Sudan

980

Nile

Sudan

880

Roter Sesam

Sudan

830

Bauchi, 98%

Nigeria

920

Bauchi, Doppel-Sortex

Nigeria

1.050

CFR Hamburg

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Preischart Sesam, geschält

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