Sesam: Chinas Importe übersteigen 1 Mio. mt
18. September 2025 um 14:32 ,
Der AUDITOR
Brasilien rechnet mit 350.000 mt Sesam
Vom 05. bis 07. September fand die World Sesame & Peanut Conference 2025 (WSPC 2025) in Istanbul statt, ausgerichtet wurde die Veranstaltung von sesameinfo.in. Hier tauschten sich Markexperten unter anderem zu Angebot und Nachfrage im internationalen Sesammarkt aus, aber auch wichtige Trends wurden besprochen. So wird zum einen in Pakistan und Nigeria vermehrt Sesam geschält, zum anderen könnte sich die Marktdynamik verändern, sollte sich Brasilien zu einem langfristigen Handelspartner für China entwickeln.
Jedes Jahr wächst die weltweite Sesamproduktion weiter, was vor allem auf den gesteigerten Anbau in Brasilien, Pakistan und Tansania zurückzuführen ist. Dies hatte wiederum zur Folge, dass die Preise im internationalen Markt um 1.000-1.200 USD/mt zurückgegangen sind.
Brasilien soll in diesem Jahr eine Sesamernte von 350.000 mt erzielen können. Bis zu den Überschwemmungen sollte die Produktion in Pakistan ein Ergebnis von 300.000 mt erzielen können, dieses muss jetzt allerdings neu evaluiert werden. Tansania hat eine Produktion von etwa 250.000 mt verzeichnet, während die Produktion in Mosambik auf etwa 120.000 mt geschätzt wird. In Westafrika waren die Wachstumsbedingungen für die Pflanzen bisher gut. Die Produktion in Nigeria und Burkina Faso wird voraussichtlich ähnlich wie im letzten Jahr ausfallen und bei etwa 360.000 mt bzw. 210.000 mt liegen.
In Indien wird aufgrund der verringerten Anbaufläche und der Regenfälle mit einer geringeren Winterernte gerechnet. Für genaue Schätzungen ist es noch zu früh, in der Vergangenheit lag die Winterernte zwischen 100.000 und 150.000 mt. Unterdessen könnte die Sommerernte in Indien in den kommenden Jahren beträchtlich wachsen, da der Anbau auf weitere Bundesstaaten wie Uttar Pradesh und Madhya Pradesh ausgeweitet wird. Um dem Bedarf gerecht zu werden, wird Indien in diesem Jahr etwa 100.000-125.000 mt Sesam importieren.
Hoher Bedarf in China
China hat einen Sesambedarf von schätzungsweise 1,5 Mio. mt pro Jahr. Die einheimische Produktion kommt auf lediglich 320.000 mt, so dass der Großteil der Nachfrage über Importe gedeckt werden muss. Im Jahr 2024 lag die Einfuhr bei 1,13 Mio. mt. Afrikanische Ursprünge haben dank Null-Zölle hier einen klaren Vorteil. Im Sommer 2025 wurden nun die ersten Lieferungen aus Brasilien entgegengenommen. Kann die Ware qualitativ und preislich überzeugen, wäre das südamerikanische Land eine weitere Alternative.
Um den Inlandsbedarf zu decken, importiert Japan jährlich 180.000-190.000 mt Sesam, auch hier sind Länder wie Nigeria, Tansania, Mosambik und Burkina Faso mit an der Spitze der Lieferanten.
Osteuropa entwickelt sich zu einem neuen Absatzmarkt mit einem aktuellen Volumen von etwa 70.000 mt und einer jährlichen Wachstumsrate von 6%. Die Türkei wird voraussichtlich rund 225.000 mt Sesam importieren. Während der Inlandsverbrauch zurückgeht, stärkt die Türkei ihre Rolle als Handelsknotenpunkt für Europa. In Ägypten wird eine Nachfrage von etwa 70.000 mt erwartet.
US-Zölle könnten Nachfrage verschieben
Die USA und Kanada werden zusammen voraussichtlich 35.000 bis 40.000 mt importieren, hauptsächlich geschälten Sesam, die US-Produktion liegt bei etwa 10.000 mt. Den Großteil ihrer Sesameinkäufe tätigen die USA in Indien, dieser Handelsbeziehung könnten durch die 50% Einfuhrzoll allerdings ein Dämpfer versetzt werden. Zwar könnte sich die Situation langfristig wieder bessern, vorerst ist aber davon auszugehen, dass die USA vermehrt geschälten Sesam aus Nigeria und Pakistan einführen. Trotz alledem dürften Indiens Exporte nicht zurückgehen, da Käufer in Europa und anderen Ländern diese Mengen stattdessen abnehmen dürften.
Flaute im indischen Markt
Nachdem sich Lieferanten aus Pakistan das Gros des letzten Sesam-Tenders sicherten, geraten die Preise im indischen Sesammarkt trotz der unsicheren Ernteaussichten unter Druck. Die Exportpreise sind vorerst noch stabil und liegen wie in den vergangenen Wochen bei 1.635 USD/mt FOB Indien.
Südkorea importierte zwischen Januar und Juli 2025 insgesamt 42.338 mt Sesam. Mit knapp 20.000 mt kamen fast die Hälfte der Lieferungen aus China, es folgten Indien (7.871 mt), Nigeria (5.376 mt) und Burkina Faso (4.400 mt). Während des WSPC 2025 kam auf, dass das Importpotential für das laufende Kalenderjahr bei bis zu 100.000 mt liegen könnte.
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Sesam, Indien in USD/mt |
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Sorte |
FOB Indien |
CIF Hamburg |
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natur, 99,95% |
1.320 |
1.415 |
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geschält, 99,90% |
1.500 |
1.595 |
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geschält, 99,98% |
1.635 |
1.730 |
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Jet black, 99,50% |
2.775 |
2.870 |
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Quelle: Handel |
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