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Senfsaat: Positive Anbauprognose bleibt erhalten

30. Juni 2022 um 09:59, Der AUDITOR
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OTTAWA/MOSKAU. StatsCan hält seine Saisonprognose für die Senfsaatsaison 2022/2023 weiter aufrecht. Dank größerer Anbauflächen und hoffentlich deutlich besserer Erträge als im Vorjahr soll sich das Ernteergebnis im Jahresvergleich nahezu verdreifachen können. Noch stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Zudem rechnen Experten auch in Russland mit einem Anbauplus.

Kanadas Ernte soll um 190% steigen

Wie die Experten von Rayglen Commodties berichten, profitiert die kanadische Senfsaat von den günstigen Wetterbedingungen in den Anbauregionen und Regenfälle versorgen die Felder mit Feuchtigkeit. Unter idealen Bedingungen könnte die Produktion laut StatsCan gegenüber dem Vorjahr um 190% auf 145.000 mt steigen. Im kanadischen Markt ist es, nicht zuletzt aufgrund des Feiertags diese Woche, relativ ruhig, während die Senfsaatpreise vorerst ihr hohes Niveau halten.    

Senfsaat, Kanada

2020/21

2021/22

Diff.

2021/22

2022/23

Diff.

Bestellt (ha)

104.000

125.000

20,2%

125.000

185.000

48,0%

Abgeerntet (ha)

101.000

113.000

11,9%

113.000

179.000

58,4%

Ertrag (mt/ha)

0,98

0,44

-55,1%

0,44

0,81

84,1%

Produktion (mt)

99.000

50.000

-49,5%

50.000

145.000

190,0%

Importe (mt)

6.000

15.000

150,0%

15.000

7.000

-53,3%

Gesamtbestände (mt)

165.000

105.000

-36,4%

105.000

157.000

49,5%

Exporte (mt)

111.000

85.000

-23,4%

85.000

90.000

5,9%

Inlandsverbrauch (mt)

15.000

15.000

0,0%

15.000

42.000

180,0%

Überhangbestände (mt)

40.000

5.000

-87,5%

5.000

25.000

400,0%

Ø Preis in CAD/mt

885

3.000

239,0%

3.000

2.050

-31,7%

Quelle: Agriculture and Agri-Food Canada

Auch Russland soll Anbau vergrößern

In den vergangenen Monaten haben die Preise für Senfsaat ihr absolutes Rekordniveau erreicht. Scott Cunningham, Geschäftsführer von Schlüter & Maack Kanada, geht daher davon aus, dass nicht nur Kanada mehr Senfsaat angebaut wird. Das Unternehmen schätzt Russlands Anbauplus für die Saison 2022/2023 auf 30%, lässt aber mögliche Lieferprobleme aufgrund von Sanktionen nicht unerwähnt. Cunningham hält günstigere Preise für möglich, um beispielsweise über Kanada umgeleitete Lieferungen dennoch attraktiv zu machen. Weitere europäische Länder wie Polen, Tschechien und Ungarn, die ihre Senfsaatproduktion in den vergangenen Jahren reduziert haben, könnten laut Schlüter & Maack in diesem Jahr ebenfalls wieder als Erzeuger einsteigen. Nennenswerte Mengen, die die Weltmarktpreise beeinflussen, seien zwar nicht zu erwarten, jedoch könne so ein Teil des zu erwartenden Defizits bei ukrainischer Senfsaat ausgeglichen werden. Osteuropäische Senfsaat, Sinapis Alba, 99,5% wird von polnischen Händlern aktuell zu sehr unterschiedlichen Preisen von 1,75-2,40 EUR/kg FCA Polen gehandelt.   

Lieferungen aus der Ukraine rückläufig

Die deutschen Senfsaatimporte konnten im Zeitraum September 2021 bis April 2022 im Jahresvergleich erheblich um 50% gesteigert werden. Der wichtigste Lieferant war dabei mit großem Abstand Russland, das 18.852 mt nach Deutschland verschiffte – ganze 64% mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf den Plätzen 2 und 3 der wichtigsten Lieferanten folgen die Ukraine mit 4.569 mt (-9%) und Kanada mit 2.950 mt (+64%). Insgesamt lagen die deutschen Einfuhren im genannten Zeitraum bei 30.504 mt. 

Import Senfsaat* nach Deutschland in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Russland

11.522

18.852

63,6%

Ukraine

5.005

4.569

-8,7%

Kanada

1.798

2.950

64,1%

Tschechien

376

1.045

177,9%

Estland

873

854

-2,2%

Kasachstan

220

766

248,2%

Polen

244

269

10,2%

Andere

356

1.199

236,8%

Gesamt

20.394

30.504

49,6%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Sep-Apr

*12075090 Senfsamen, auch geschrotet (ausg. zur Aussaat)

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