Senfsaat: Erzeuger sollen Chance ergreifen

26. Februar 2025 um 14:25 , Der AUDITOR
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OTTAWA. Kanadische Senfsaathändler fürchten um ihre Marktanteile für Lieferungen in die USA. Für Abnehmer in der EU ist Kanada allerdings eine Alternative, die von höheren Anbauzahlen nur noch mehr profitieren könnte.

Anbauprognosen bleiben ernüchternd

Mögliche wie bevorstehende Zölle auf Lieferungen in die USA belasten den kanadischen Markt weiterhin. Dabei wären die USA in der Saison 2025/2026 ein wichtiger potenzieller Absatzmarkt für Senfsaat gewesen, nachdem die dortigen Anbauflächen kleiner ausgefallen sind. Die Experten von Rayglen von Commodities rechnen mit einem Aufwärtstrend der Senfsaatpreise und empfehlen Erzeugern, die noch nicht ihre kompletten Flächen verplant haben, den Anbau von Senfsaat in Betracht zu ziehen. Für Lieferungen in die EU ist Kanada eine valide Wahl.

Agriculture and Agri-Food Canada haben in ihrem aktuellen Bericht keine nennenswerten Anpassungen vorgenommen, die Auswirkungen an die kommende Saison 2025/2026 mit sich ziehen würden. Stattdessen sei weiterhin von einem Anbaurückgang um 26,5% auf 180.000 ha zu rechnen, die Ernte wird sogar auf lediglich 130.000 mt geschätzt, ein Defizit von 32,3% gegenüber dem Vorjahr. Allerdings wurde der erwartete Inlandsverbrauch sowohl für das laufende als auch für das kommende Marketingjahr reduziert, was eine Erhöhung der Überhangbestände zur Folge hätte, welche geringere Erträge zumindest zu einem kleinen Teil ausgleichen könnten. 

Senfsaat, Kanada

2023/24

2024/25

Diff.

2024/25

2025/26

Diff.

Bestellt (ha)

258.000

245.000

-5,0%

245.000

180.000

-26,5%

Abgeerntet (ha)

251.000

243.000

-3,2%

243.000

175.000

-28,0%

Ertrag (mt/ha)

0,68

0,79

16,2%

0,79

0,74

-6,3%

Produktion (mt)

171.000

192.000

12,3%

192.000

130.000

-32,3%

Importe (mt)

16.000

9.000

-43,8%

9.000

9.000

0,0%

Gesamtbestände (mt)

226.000

290.000

28,3%

290.000

294.000

1,4%

Exporte (mt)

96.000

95.000

-1,0%

95.000

100.000

5,3%

Inlandsverbrauch (mt)

42.000

40.000

-4,8%

40.000

39.000

-2,5%

Überhangbestände (mt)

88.000

155.000

76,1%

155.000

155.000

0,0%

Ø Preis in CAD/mt

1.280

830

-35,2%

830

815

-1,8%

Quelle: Agriculture and Agri-Food Canada

EU-Import bleiben stark rückläufig

In den ersten acht Monaten der Saison 2024/2025 (01.07.2024-23.02.2025) wurden insgesamt 49.705 mt Senfsaat im Wert von 37,699 Mio. EUR aus Drittstaaten in die EU importiert, damit ist das Einfuhrvolumen im Jahresvergleich um 17,8% zurückgegangen, der Einfuhrwert dagegen sogar um 32,1%. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Importe aus Russland (-76,4% auf 7.941 mt) erheblich gesunken sind, da seit dem 01. Juli 2024 höhere Importzölle auf Lieferungen aus Russland in die EU entfallen. Im Gegensatz dazu allerdings sind die Einfuhren aus Ländern wir der Ukraine (+76,0% auf 18.012 mt), Kanada (+8,5% auf 15.381 mt), Kasachstan (+366,1% auf 6.693 mt) und Moldawien (+578,8% auf 1.249 mt) massiv gestiegen.

Die wichtigsten Abnehmerländer innerhalb der EU wie Deutschland (-26,2% auf 16.130 mt), Polen (-36,9% auf 12.580 mt) und Belgien (-27,0% auf 7.380 mt) haben ihre Importe allesamt deutlich reduziert.

Die Preise für Senfsaat, Sinapis Alba, 99,95% Reinheit mit ukrainischem Ursprung liegen aktuelle auf einem Niveau von 770 EUR/mt DDP Deutschland. 

EU-Import Senfsaat in mt

Ursprung

2023/24

2024/25

Diff.

Ukraine

10.232

18.012

76,0%

Kanada

14.172

15.381

8,5%

Russland

33.705

7.941

-76,4%

Kasachstan

1.436

6.693

366,1%

Moldawien

184

1.249

578,8%

Andere

754

429

-43,1%

Gesamt

60.483

49.705

-17,8%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.07.-23.02.

12075090 Senfsamen, auch geschrotet (ausg. zur Aussaat)

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