Senfsaat: Erträge deutlich höher als erwartet

24. September 2025 um 09:59 , Der AUDITOR
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OTTAWA/BRÜSSEL. Agriculture and Agri-Food Canada hat die Ertragsschätzungen für die Senfsaaternte 2025 nach oben korrigiert. Die Ernte bleibt im Jahresvergleich dennoch rückläufig. Die EU hat ihre Einfuhren aus Kanada seit Anfang Juli um 23% gesteigert.

Produktionsrückgang trotz hoher Erträge

Nach den anfänglichen Verzögerungen ist die Senfsaaternte in Kanada noch immer in vollem Gange. Wie die Experten von Rayglen Commodities in ihrem letzten Bericht mitteilten, zeigten sich die Erträge zunächst mindestens durchschnittlich. Sorge bereitetet den Marktexperten allerdings die Qualität, der Reifegrad der Ölsaat sei extrem durchwachsen.

Agriculture and Agri-Food Canada hatte zudem in der vergangenen Woche die Produktionsschätzungen für Senfsaaternte 2025 gegenüber den bisherigen Erwartungen deutlich angehoben. Bislang war das Ergebnis auf 105.000 mt geschätzt worden, die aktuellen Prognosen sprechen aufgrund der höheren Erträge allerdings von 140.852 mt. Aufgrund der mit 140.600 ha deutlich kleineren Anbaufläche (2024: 242.700 ha) würde das Produktionsergebnis gegenüber dem Vorjahr noch immer um 26,8% geringer ausfallen (2024: 192.297 mt).

Der Markt verhält sich derzeit noch ruhig und die Preise für gelbe kanadische Senfsaat liegen wie in der Vorwoche je nach Erzeuger bei 0,42-0,44 CAD/lb FOB.

Marktteilnehmer warten die Ernten in der Schwarzmeerregion ab, danach wird sich für einige Entscheiden, inwieweit sie ihren Bedarf mit Lieferungen aus Nordamerika decken müssten. Hier liegen die Preise für gelbe Senfsaat aktuell auf einem Niveau von 0,90 EUR/kg EXW Ungarn, während Senfmehl für 1,19 EUR/kg EXW angeboten wird. 

23% der EU-Import stammen aus Kanada

Gleich zu Beginn der Saison verzeichnete die Europäische Kommission einen massiven Anstieg der Senfsaatlieferungen aus Brasilien. Seitdem stagnieren diese allerdings. So hatten die Lieferungen aus den traditionellen Ursprüngen Zeit aufzuholen.

Trotz der erhöhten Importzölle haben EU-Länder die Einfuhren aus Russland gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 875,6% auf 6.634 mt gesteigert, aber auch die Lieferungen aus Kanada (+5,6% auf 6.520 mt) und Kasachstan (+59,5% auf 3.731 mt) legten merklich zu. Die Einfuhren aus der Ukraine hingegen haben sich auf 3.982 mt quasi halbiert. Insgesamt importierten EU-Länder im Zeitraum 01.07.-14.09.2025 rund 27.928 mt Senfsaat und damit 65,4% mehr als im Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Importpreis lag mit 0,55 EUR/kg um fast 34,5% unter dem des Vorjahres, sodass sich der Importwert trotz der deutlich größeren Menge mit 15,378 Mio. EUR um nur 9% erhöht hat.

Der größte Abnehmer innerhalb der EU war im oben genannten Zeitraum Belgien, welches seine Einfuhren im Jahresvergleich um satte 345,9% auf 12.530 mt gesteigert haben soll. Auch Polen legte noch einmal ordentlich drauf verdoppelte seine Senfsaatimporte auf 7.650 mt, während Deutschland mit 4.620 mt eine ähnliche Menge einführte wie im Vorjahreszeitraum. 

EU-Import Senfsaat in mt

Partner

2024/25

2025/26

Diff.

Brasilien

0

6.695

-

Russland

680

6.634

875,6%

Kanada

6.004

6.520

8,6%

Ukraine

7.668

3.892

-49,2%

Kasachstan

2.339

3.731

59,5%

Andere

193

456

136,3%

Gesamt

16.884

27.928

65,4%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.07.-14.08.

12075090 Senfsamen, auch geschrotet (ausg. zur Aussaat)

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