Senfsaat: Erträge auf 5-Jahreshoch

10. Dezember 2025 um 15:04 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

OTTAWA/BRÜSSEL. Kanadas Senfsaaterträge sind so hoch wie seit 2020 nicht mehr. Da die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr allerdings um 40% kleiner ausgefallen ist, spiegelt sich der höhere Ertrag nicht in einem höheren Produktionsergebnis wider.

Geringere Fläche reduziert Potential

Entgegen anderen Schätzungen blieb die Ertragsprognose für die kanadische Senfsaaternte 2025 im aktuellen Bericht von Statistics Canada bei 0,966 mt/ha. Dieses Ergebnis wäre bereits überdurchschnittlich gut und entspräche dem höchsten Ernteertrag seit 2020 (0,987 mt/ha). Der 10-Jahresdurschnitt (2014-2024) kommt hingegen lediglich auf 0,859 mt/ha und der 5-Jahresdurchschnitt (2020-2024) aufgrund teilweise erheblicher Ernteschäden sogar nur auf 0,750 mt/ha. Allerdings kommt das Produktionsergebnis aufgrund deutlich kleinerer Anbauflächen in diesem Jahr auf lediglich 139.802 mt. Aufgrund der extremen Ernteverluste in 2020 und 2021 kommt der 5-Jahresdurchschnitt zwar lediglich auf 137.064 mt, wohingegen der 10-Jahresdurchschnitt noch bei 152.011 mt lag.   

Laut dem aktuellen Bericht von Rayglen Commodities wird braune Senfsaat in Kanada aktuell auf einem Niveau von 0,38 CAD/lb ab Hof angeboten, für gelbe Senfsaat liegen die Preise bei 0,41-0,43 CAD/lb. 

Senfsaat, Kanada

Ernte

Ertrag (mt/ha)

Anbaufläche (ha)

Produktion (mt)

2022

0,740

224.550

161.781

2023

0,681

257.800

170.710

2024

0,792

245.400

192.297

2025

0,966

146.200

139.802

Quelle: Statistics Canada / Stand 04.12.2025

Kanada steigert Lieferungen in die EU

Die Senfsaatimporte in die EU waren mit Rekordwerten in die neue Saison gestartet. In den vergangenen Wochen haben die Einfuhren zwar etwas nachgelassen, liegen aber dennoch auf einem hohen Niveau. Zwischen dem 01.07. und dem 07.12.2025 wurden laut den Daten der Europäischen Kommission insgesamt 41.626 mt Senfsaat aus Drittstatten importiert, das sind 23,3% mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Der Einfuhrwert belief sich im oben genannten Zeitraum auf 24,748 Mio. EUR (-8,8%), der durchschnittliche Importpreis ist gegenüber dem Vorjahreszeitrau um 26,3% auf 0,59 EUR/kg gesunken.

Dies ist unter anderem auf die Einfuhren aus Brasilien zurückzuführen, die im ersten Monat der neuen Saison verzeichnet wurden, seither allerdings stagnieren. Zudem sind die Lieferungen aus Kanada gegenüber dem Vorjahr um 3,6% auf 11.453 mt. Zwar fallen auch die Importe aus Russland im Jahresvergleich um 182,4% auf 8.629 mt höher aus, bis zur Erhebung der Importzölle auf Lieferungen russischer Agrarprodukte in die EU war das Land allerdings der wichtigste Lieferant. Die Lieferungen aus der Ukraine sind derweil um 43,6% auf 8.365 mt zurückgegangen.

Der wichtigste Abnehmer innerhalb der EU ist derzeit Belgien, das Land hat seine Einfuhren im Jahresvergleich um satte 212,6% auf 15.100 mt gesteigert. Auch Polens Importe erhöhten sich um 23,2% auf 9230 mt, während Deutschland mit 9.630 gut 15% weniger Senfsaat einführte. 

EU-Import Senfsaat in mt

Partner

2024/25

2025/26

Diff.

Kanada

11.054

11.453

3,6%

Russland

3.056

8.629

182,4%

Ukraine

14.819

8.365

-43,6%

Brasilien

0

6.695

n.v.

Kasachstan

3.990

5.463

36,9%

Andere

844

1.021

21,0%

Gesamt

33.763

41.626

23,3%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.07.-07.12. 12075090 Senfsamen, auch geschrotet (ausg. zur Aussaat)

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
weitere Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
22.01.2026
ASTANA/MOSKAU. Kasachstans Leinsaatlieferungen in die EU und nach China erreichten schon in den ersten drei Monaten der Saison neue Rekordwerte. Während die Ernten insgesamt üppig ausgefallen sind, wird das Angebot an gelber Leinsaat schon jetzt knapp.
Ölsaaten
22.01.2026
NEU-DELHI/OUAGADOUGOU. Trotz Nachfrage bewegen sich die Sesampreise in Burkina Faso und Tschad nach unten. Im indischen Markt soll die Rabi-Ernte in Kürze in den Märkten eintreffen.
Ölsaaten
21.01.2026
DALIAN. Das chinesische Neujahresfest sorgt dafür, dass die Nachfrage nach Kürbiskernen anzieht. Danach wird die Aussaat im Mai im Fokus stehen. Erste Schätzungen deuten auf eine größere Ernte als 2025 hin.
Bio-Rohstoffe
21.01.2026
BUENOS AIRES. Der südamerikanische Chiamarkt bleibt fest. Stabile Nachfrage stützt den Markt zusätzlich, weshalb sich viele Käufer vorsorglich eindecken.