Rechtzeitig vor Ostern: Schokolade wird billiger

2. März 2017 um 14:30 , Der AUDITOR
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LONDON. Das niedrige Preisniveau für Kakaobohnen kurbelt die Verarbeitungszahlen an, allerdings in erster Linie in den Anbauländern selbst. In Europa und Amerika stagniert die Produktion.

Produktionsanstieg um 15%
Gute Wetterbedingungen im vergangenen Herbst sorgen in den Westafrikanischen Anbaugebieten für gute Erträge, rund 74% der weltweiten Produktion kommen von hier. Alleine in Cote d'Ivoire sollen in dieser Saison 1,9 Mio. mt Kakaobohnen geerntet werden, das wäre ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 320.000 mt. Weltweit sollen es insgesamt 4,55 Mio. mt sein, 15% mehr als im Jahr davor.

Kakaoproduktion 2016/17

Land

mt

Cote d'Ivoire

1.900.000

Ghana

850.000

Indonesien

330.000

Andere

1.472.000

Gesamt

4.552.000

Quelle: ICCO

 
Verarbeitung in den Ursprüngen steigt
Die Internationale Cocoa Association (ICCO) schätzt die weltweiten Verarbeitungszahlen für die Saison 2016/17 auf 4,24 Mio. mt. Europa soll in dieser Zeit mit 1,6 Mio. mt noch immer die Liste der verarbeitenden Regionen anführen, auf dem zweiten Platz soll allerdings Asien mit 919.000 mt und einem Plus von 5% gegenüber dem Vorjahr folgen (2015/16: ca. 875.240 mt). Mit einem prognostizierten Anstieg um immerhin 8% auf 830.000 schafft Afrika es aber trotzdem nicht, den Nord- und Südamerika auf dem dritten Platz zu überholen. 

Verarbeitungszahlen 2016/17

Region

mt

Europa

1.600.000

Asien

919.000

Nord- und Südamerika

890.000

Afrika

830.000

Gesamt

4.242.000

Quelle: ICCO

 
Schokolade soll günstiger werden
In New York notierten Mai-Termine für Kakaobohnen erneut niedriger bei 1.897 USD/mt und haben damit das 4-Jahrestief inzwischen weit hinter sich gelassen. Marktteilnehmer gehen davon, dass die günstigeren Rohwarenpreise in ein bis zwei Jahren auch für die Konsumenten spürbar sein werden. 

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