Rapssaat: Schlechte Nachfrage sorgt den Markt
30. Juli 2019 um 13:47 ,
Der AUDITOR
Der Preisrückgang hatte mehrere Gründe. Erstens fielen Kanadas Canolaexporte in der laufenden Saison um 1 Mio. mt gegenüber dem Vorjahr zurück. Kanada exportierte laut wöchentlichen CGC-Daten bis 21. Juli rund 9,05 Mio. mt Canola. In der vorhergehenden Saison lag der Export bei 10,06 Mio. mt. Diese Überhänge können den Weg in die EU einschlagen, was höhere Verfügbarkeit von kanadischen Canola bedeutet. Zweitens kappte das USDA die Palmölexporte Malaysias nach Indien um 1 Mio. auf 9,75 Mio. mt. Auch die politischen Spannungen zwischen Iran und USA an der wichtigen Schifffahrtspassage am Roten Meer, der Straße von Hormus, versperren den Palmölexport in den Nahen Osten. Dabei brachen die Palmölexporte Malaysias laut Verlader Amspec vom 1. bis 25. Juli gegenüber dem Vormonat um 4,26 % auf 1,123 Mio. mt ein. Der Palmölexport in die USA sank um 56 %, während die Ausfuhren in die EU und China, zwei Schlüsselmärkte für Palmöl, um 3,91 % bzw. 12,17 % zurückfielen. Ferner hat Indonesien angekündigt, die von der EU-Kommission geplanten Antidumpingzölle zwischen 8 und 18 % auf indonesische Biodieseleinfuhren bei der WTO anzufechten. Aber auch die verhaltene Nachfrage am hiesigen Kassamarkt bei Rapssaat sorgt den Markt. Die erneut niedrigere EU-Rapsprognose des französischen Analysten Tallage von nur noch 17,4 Mio. mt, gut 400.000 mt niedriger als im Vormonat, zeigte im Markt wenig Wirkung.
Am Kassamarkt blieb es ruhig. Dabei fielen die Preise ex Ernte auf 374 EUR je mt FOB Rouen und 380 EUR FOB Mosel sowie 385 EUR FOB Niederrhein und 382 EUR je mt FOB Oberrhein zurück. Für Termin Oktober-Dezember wurden 386 EUR je mt FOB Niederrhein mitgeteilt.
Raps-Kassamarkt (Fronttermin)
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Raps 00 (40/9/2) FOB |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
|
Rouen |
374,00 |
0,00 |
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Mosel |
376,00 |
-4,00 |
|
Hamburg |
376,00 |
-2,00 |
|
Neuss/Hamm |
381,00 |
-4,00 |
|
Mannheim |
380,00 |
-2,00 |
EU-Rapsernte 2019-20 (Prognose)
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EU-Rapssamenernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
3.810 |
4.950 |
|
Deutschland |
3.070 |
3.671 |
|
VK |
1.716 |
2.051 |
|
Polen |
2.804 |
2.603 |
|
Litauen |
647 |
433 |
|
Tschechien |
1.280 |
1.411 |
|
Ungarn |
890 |
1.000 |
|
Rumänien |
752 |
1.600 |
|
Bulgarien |
392 |
452 |
|
EU-28 |
17.850 |
20.300 |
Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.