Rapssaat: Kanada verliert 1 Mio. mt Export

29. Juli 2019 um 13:37 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Front-Futures für Canola- und Rapssaat tendierten stabil.

In Kanada waren nach Information von MarketsFarm 55 % der kanadischen Canolabestände normal entwickelt, aber 44 % zeigten einen Wachstumsrückstand. Einige Bestände hinkten bis zu zwei Wochen hinter dem üblichen Wachstumsstand zurück, so die Experten. Die Exporte bei kanadischer Canolassaat blieben um 1 Mio. mt hinter dem Vorjahr zurück. Kanada exportierte laut wöchentlichen CGC-Daten bis 21. Juli rund 9,05 Mio. mt Canola. Die Saison beginnt jeweils im August und endet im darauffolgenden Jahr im Juli. In der vorhergehenden Saison lag der Export bei 10,06 Mio. mt. Die wöchentlichen Ausfuhren beliefen sich in der ersten Hälfte des Erntejahres auf durchschnittlich 200.000 mt pro Woche, bevor der diplomatische Streit mit China das Geschäft beeinträchtigte. Agriculture and Agri-Food Canada prognostizierte für 2019-20 einen Gesamtexport von 9,30 Mio. mt Canola.

In der EU bestätigen sich die Prognosen über schwache Erträge, Ölgehalte und letztlich kleine Rapsernten. Sowohl in Frankreich, als auch in Deutschland, fallen die Ölgehalte deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Von teils sehr schwachen Ölgehalten von nur 37 bis 38 % ist beim Handel die Rede. Die Rapsernten sind in Westeuropa nahezu abgeschlossen, teilte der Handel heute Morgen mit. Da die Ölmühlen sich im Vorfeld bereits mit ausreichend Importware eingedeckt haben, besteht wenig Kaufanreiz, wobei es für vordere Termine allerdings Bedarfslücken geben soll. Die EU-Kommission senkte ihre Prognose zur EU-Rapsernte bereits in der Vorwoche um 700.000 mt auf glatt 18 Mio. mt. Dabei erhöhte Brüssel seine Prognose zum Rapsimport 2019-20 um 0,5 Mio. mt auf 5 Mio. mt.  In der Ukraine scheinen sich niedrigere Erträge bei Rapssaat zu bestätigen, was die hohen Ernteerwartungen dort relativieren dürfte.

Am Kassamarkt blieb es ruhig. Dabei lagen die Preise ex Ernte bei 374 EUR/mt FOB Rouen und 380 EUR/mt FOB Mosel sowie 385 EUR/mt FOB Niederrhein und 382 EUR/mt FOB Oberrhein. Für Termin Oktober-Dezember wurden 389 EUR/mt FOB Niederrhein mitgeteilt.

 

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2) FOB 

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

374,00

0,00

Mosel

380,00

0,00

Hamburg

378,00

0,00

Neuss/Hamm

385,00

-1,00

Mannheim

382,00

-1,00

 

EU-Rapsernte 2019-20 (Prognose)

EU-Rapssamenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

3.810

4.950

Deutschland

3.070

3.671

VK

1.716

2.051

Polen

2.804

2.603

Litauen

647

433

Tschechien

1.280

1.411

Ungarn

890

1.000

Rumänien

752

1.600

Bulgarien

392

452

EU-28

17.850

20.300

 

Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
20.05.2026
SOFIA/KYJIW. Die Saison 2025/2026 schreitet stetig voran. Mit jedem Monat der vergeht, bevor die neue Ernte im Sommer verfügbar wird, verringern sich die ohnehin schon knappen Bestände weiter.
Nüsse
18.05.2026
NEU-DELHI. Die indische Regierung verkauft ihre Erdnussbestände teurer als erwartet, was dem Markt eine gewisse Unterstützung bietet. Geopolitische Faktoren erschweren zudem den Import anderer Speiseöle. Dennoch könnte es bald zu Preisrückgängen kommen.
Ölsaaten
14.05.2026
NEU-DELHI/DODOMA. In Tansania wurde letzte Woche die Sesamsaison 2026/27 eröffnet, und die Erzeuger zeigen sich optimistisch bezüglich der Preisentwicklung. In Indien zeigt die Sommerernte ein uneinheitliches Bild. Chinas hohe Bestände dämpfen die Kaufaktivität.
Ölsaaten
13.05.2026
WASHINGTON/SOFIA. Der aktuelle WASDE-Bericht wartet mit einer Rekordprognose für die weltweite Sonnenblumenkernente 2026/2027 auf. Die Preise für neue Ernte liegen in Bulgarien schon jetzt auf einem hohen Niveau.