Rapssaat: Deutlicher Preisanstieg

24. Juli 2019 um 12:59 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Märkte für Canola- und Rapssaat legten heute Vormittag deutlich zu. In New York stieg der Fronttermin auf knapp 450 und der für März auf 464 kanadischen Dollar...

je metrische Tonne. Rapssaat holte in Paris beim Fronttermin auf 379,75 EUR/mt und Märztermin auf 377,50 EUR/mt auf. Dabei wirkte die Schätzung von Agriculture and Agri-Food Canada (AAFC) auf den Preis positiv, soll die Canolaernte danach um 325.000 mt auf 18,375 Mio. mt sinken. Im Vorjahr erntete Kanada immerhin 20,3 Mio. mt Canolasaat. Andere Analysten rechnen sogar nur mit 18 Mio. mt Canola in 2019. Die Wachstumsbedingungen verbessern sich nach den Regenfällen in Westkanada, aber es gibt Gebiete, die weiterhin als zu trocken gemeldet werden. 

In der EU sorgten dagegen bei Rapssaat ein schwächerer Eurokurs gegenüber dem US-Dollar und steigende Preise für Pflanzenöle für festere Preistendenz. Die Ernte von Rapssaat geht in der EU mit hohem Tempo voran. Da die Erzeuger in Frankreich, Deutschland und Polen viel Rapssaat auf den Höfen einlagern, lässt sich über erzielte Ölerträge nur trefflich spekulieren. In Ostdeutschland machten Ergebnisse von nur 37-41 % Ölgehalt in Einzelpartien die Runde. Aber auch der Handel geht von bisher eher moderaten Ölerträgen in Deutschland und Frankreich aus. Fakt ist, dass die EU wegen der schwachen EU-Rapsernte von vorläufig nur 18,7 Mio mt gut 5,6 Mio. mt importieren muss, um den Verarbeitungsbedarf sicherzustellen. Das wären 0,6 Mio. mt mehr als im Vorjahr. Dabei scheint die Ölmühlenindustrie für hintere Termin gut gedeckt zu sein, vorne fehlt aber Ware, was die Preisdifferenz erklären würde.

Die Nachfrage am Kassamarkt blieb gestern trotzdem ruhig. Dabei lagen die Preise ex Ernte bei 370 EUR/mt FOB Rouen und 379 EUR/mt FOB Mosel sowie 385 EUR/mt FOB Niederrhein.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2) FOB 

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

370,00

0,00

Mosel

379,00

5,00

Hamburg

373,00

6,00

Neuss/Hamm

385,00

6,00

Mannheim

383,00

6,00


EU-Rapsernte 2019-20 (Prognose)

EU-Rapssamenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

3.810

4.950

Deutschland

3.070

3.671

VK

1.716

2.051

Polen

2.804

2.603

Litauen

647

433

Tschechien

1.280

1.411

Ungarn

890

1.000

Rumänien

752

1.600

Bulgarien

392

452

EU-28

17.850

20.300


Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
18.08.2026
WASHINGTON, D.C./KYJIW. Mit dem aktuellen WASDE-Report hält das USDA an seinen positiven Ernteprognosen für die Saison 2026/2027 fest. Marktteilnehmern zufolge könnte es im Sonnenblumenölmarkt zu Verschiebungen kommen. EU-Länder verzeichneten zwischen Juli und Mitte August wieder hohe Importe aus Argentinien.
Nüsse
17.08.2026
NEU-DELHI/REUS. Der indische Erdnussmarkt steht nach den jüngsten Preisrückgängen und angesichts höherer Ernteerwartungen unter Druck. Der INC hat neue Schätzungen für die globale Erdnussproduktion 2026/27 bekanntgegeben.
Ölsaaten
13.08.2026
NEU-DELHI/SEOUL. Die Sesampreise sind zuletzt deutlich gefallen, während die Importe nach China und Südkorea sanken. In Indien verlagert sich der Anbau zwischen den Regionen.
Nüsse
10.08.2026
NEU-DELHI. Der indische Erdnussmarkt bleibt schwach, die chinesische Nachfrage verhalten. Eine deutliche Belebung wird vorerst nicht erwartet. Die Nachfrage nach Erdnussöl im indischen Einzelhandel sorgt jedoch für gewisse Unterstützung.