Raps: Ölsaat profitiert durch teureres Öl

9. August 2019 um 14:00 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Der Canola-und Rapsmarkt profitierte zuletzt von gestiegenen Kursen bei Pflanzenölen. Weil die Rapsernte in Westeuropa nahezu abgeschlossen ist, ging auch das Geschäft am Kassamarkt deutlich zurück. In Kanada fehlt dem Markt 1 Mio. mt Export, nachdem China dort keine Agrarprodukte mehr kauft. In Asien wütet Super-Taifun „Nepartak“.

Dabei legte Canola heute Vormittag beim Fronttermin um 3 auf 453 kanadische Dollar zu. Kanadische Farmer empfinden das derzeitige Preisniveau zu niedrig, sagte Analyst Bill Craddock aus Winnipeg. Der Preis müsste mindestens auf 460-470 CAD steigen, bevor das Angebot der Farmen steigt. Aber Kanada schleppt diese Saison 1 Mio . mt mehr Canola, die wegen des Importstopps Chinas verloren gingen. Im Streit mit China wegen der Huawei-Krise war Kanadas Regierung wenig erfolgreich. Dadurch könnten die Carryover-Bestände bei Canola von derzeit 3,9 auf 3,96 Mio. mt 2019-20 ansteigen.

Nun zeigt sich aber, dass wegen der geringeren Sojabohnenverarbeitung, dadurch auch weniger Sojaöl, die Preise für Raps- und Sojaöl spürbar gestiegen sind. China wird auch Rapsöl nachkaufen, um den Bedarf zu decken, vermutet der Handel. Ein Blick auf die Pflanzenölpreise in Rotterdam und Hamburg verrät, dass zuletzt Palmöl, aber auch Raps- und Sojaöl spürbar zugelegt haben und der steigende Trend anhalten könnte, wenn die Nachfrage stabil bliebe. Dies weis natürlich keiner, angesichts schlechterer Konjunkturaussichten bei der Weltwirtschaft. Beim Palmöl gehen Analysten immer noch von steigenden Erträgen aus. Ob der Super-Taifun „Nepartak“ Auswirkungen auf die Palmölproduktion haben wird, ist noch unklar.

In Frankreich wurden heute Vormittag Rapspreise von 371 EUR/mt FOB Rouen und 377 EUR/mt FOB Mosel mitgeteilt. Am Nieder- und Oberrhein blieb Raps für vordere Termine bei 378 EUR/mt FRANKO Mannheim, gut 379 EUR/mt FRANKO Neuss und 382 EUR/mt FRANKO Hamm stehen. Für Termin Oktober-Dezember wurden 384 EUR/mt FRANKO Niederrhein genannt.

Die ukrainische Rapsernte soll laut Agrarministerium nur 3,05 Mio. mt erreichen, gegenüber früheren Prognosen von 3,9 Mio. mt und im Vergleich zu 2,9 Mio. mt im Vorjahr. Die Exporte könnten danach um 150.000 mt ansteigen. Der Exportpreis für ukrainischen Raps lag zuletzt bei umgerechnet 348,08 EUR/mt CPT Schwarzmeer. Der ukrainische Handel erwartet einen Preisanstieg auf 392 bis 394 US-Dollar.

 

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2) FOB 

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

371,00

0,00

Mosel

377,00

0,00

Hamburg

378,00

0,00

Neuss/Hamm

382,00

0,00

Mannheim

378,00

0,00

 

 

EU-Rapsernte 2019-20 (Prognose)

EU-Rapssamenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

3.460

4.950

Deutschland

2.975

3.671

VK

1.716

2.051

Polen

2.804

2.603

Litauen

660

433

Tschechien

1.240

1.411

Ungarn

860

1.000

Rumänien

715

1.600

Bulgarien

392

452

EU-28

17.260

20.370

 Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

 

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