Raps: „Gefährliche Schädlinge“ führen zu Importstopp

7. März 2019 um 08:36 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

OTTAWA/PEKING. China hat die Einfuhr von kanadischem Raps vorerst gestoppt. Verschiedene Proben zeigten demnach Auffälligkeiten bei Zollkontrollen, berichtet Reuters.

Exporteure wehren sich
Bereits 2016 sollten strengere Standards für Verunreinigungen bei Importraps in China eingeführt werden. Diese Maßnahme sollte vor allem dazu dienen, die einheimischen Vorräte abzubauen.

"In letzter Zeit hat der chinesische Zoll bei der Einfuhr von kanadischem Raps häufig gefährliche Schädlinge entdeckt, und bei den Importen eines Unternehmens war das Problem besonders schwerwiegend", so der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lu Kang, während einer Pressekonferenz.

Um welches Unternehmen es sich dabei handelt, wurde nicht bekannt gemacht. Ebenso nicht, wie lange der Importstopp andauern soll.

Große kanadische Rapsexporteure fühlen sich ungerecht behandelt. Sie beziehen Stellung und erklären, ihre Lieferungen seien einwandfrei gewesen. In Zusammenarbeit mit der kanadischen Regierung wollen sie baldige Aufhebung des Embargos durchsetzen. 

Details zur kanadischen Rapsernte
Kanada ist der weltgrößte Rapsproduzent und erntet jährlich 20-22 Mio. mt der Ölsaat. China bezieht rund 90% seiner Rapsimporte aus Kanada. Eine Einschränkung der Importe ist daher nicht zu unterschätzen.

Laut StatsCan wurden in dieser Saison 20,34 Mio. mt kanadischer Raps produziert. Trotz des Produktionsrückgangs gegenüber dem Vorjahr um 4,6%, ist das Preisniveau gesunken. Für die kommende Saison rechnete der Statistikdienst mit einer ähnlichen Produktionsmenge wie in 2018/19, allerdings sollen die Preise wieder steigen.

An der Matif notiert Mai-Termine für Raps aktuell auf einem Niveau von 357,50 EUR/mt. 

Raps, Kanada (1.000 mt)

2017/18 vs. 2018/19

2018/19 vs. 2019/20

Bestellt

9.313

9.232

-0,9%

9.232

9.350

1,3%

Abgeerntet

9.273

9.120

-1,6%

9.120

9.258

1,5%

Ertrag (mt/ha)

2,30

2,23

-3,0%

2,23

2,21

-0,9%

Produktion

21.328

20.343

-4,6%

20.343

20.500

0,8%

Importe

108

100

-7,4%

100

100

0,0%

Gesamtbestände

22.778

22.942

0,7%

22.942

23.100

0,7%

Exporte

10.726

10.800

0,7%

10.800

11.200

3,7%

Verbrauch

9.552

9.642

0,9%

9.642

9.400

-2,5%

Überhangbestände

2.499

2.500

0,0%

2.500

2.500

0,0%

Ø Preis in CAD/mt

539

515

-4,5%

515

533

3,5%

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
Preischart für Raps (Paris)
weitere Preischarts
weitere Preisinformationen 

Angehängte Dateien

Dateisymbol
Raps, Matif

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
20.05.2026
ASTANA/BRÜSSEL. In Kasachstan geht die Leinsaataussaat gut voran. Gute Wetterverhältnisse unterstützen die positiven Erwartungen. Experten sprechen sich gegen die Erhebung möglicher Exportzölle auf kasachische Ölsaaten aus.
Ölsaaten
20.05.2026
SOFIA/KYJIW. Die Saison 2025/2026 schreitet stetig voran. Mit jedem Monat der vergeht, bevor die neue Ernte im Sommer verfügbar wird, verringern sich die ohnehin schon knappen Bestände weiter.
Nüsse
18.05.2026
NEU-DELHI. Die indische Regierung verkauft ihre Erdnussbestände teurer als erwartet, was dem Markt eine gewisse Unterstützung bietet. Geopolitische Faktoren erschweren zudem den Import anderer Speiseöle. Dennoch könnte es bald zu Preisrückgängen kommen.
Ölsaaten
14.05.2026
NEU-DELHI/DODOMA. In Tansania wurde letzte Woche die Sesamsaison 2026/27 eröffnet, und die Erzeuger zeigen sich optimistisch bezüglich der Preisentwicklung. In Indien zeigt die Sommerernte ein uneinheitliches Bild. Chinas hohe Bestände dämpfen die Kaufaktivität.