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Pistazien: USA verlängern Anti-Dumping-Maßnahmen

1. August 2017 um 11:26 , Der AUDITOR
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SACRAMENTO. Mitte Juli trat die Verlängerung des Antidumpingzolls für iranische Pistazien in Kraft, die schwierigen Handelsbeziehungen zwischen den USA und dem Iran gehen allerdings zurück bis Mitte der 80er Jahre.

Bewährte Methoden
1986 wurde ein Antidumpingzoll von 241% auf die Einfuhr von iranischen Pistazien in die USA erhoben. Ein Jahr später wurde ein kompletter Importstopp verhängt, welcher mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 2000, bis Ende 2015 aktiv war. Seit Januar 2016 dürfen die Nüsse aus dem Konkurrenzursprung wieder importiert werden, allerdings erneut nur mit einem merklichen Aufschlag.

Die eigene Rekordernte ermöglichte es US-Exporteuren die Ausfuhr in der Saison 2016/17 zu verdreifachen – von 53.393 mt auf 167.926 mt. Die Lieferungen nach Westeuropa konnten seit Saisonbeginn um 75% gesteigert werden, wobei Hauptabnehmer Deutschland seine Importe um fast 10.000 mt auf 15.245 mt erhöhte.

Unerreichbare Rekorde
Das International Dried Fruits and Nuts Council (INC) schätzt die diesjährige Pistazienproduktion weltweit auf 613.235 mt – ein Rückgang um 16,6% gegenüber dem Vorjahr. Unter anderem werden die US-Produzenten das Vorjahresniveau nicht halten können, hier rechnet man mit einer Pistazienernte von 236.735 mt (-42,2%). Aber selbst mit einem möglichen Überhang von 150.000 mt aus der Ernte 2016 käme die Verfügbarkeit für die Saison 2017/18 nicht an den Vorjahreswert heran.

Pistazienproduktion in mt

Land

2017/18*

2016/17

Iran

250.000

153.000

USA

236.735

409.429

Türkei

90.000

135.000

Syrien

17.000

20.000

Afghanistan

10.000

5.000

Griechenland

4.500

4.000

Italien

2.250

2.500

Australien

1.550

2.000

China

1.200

4.200

Gesamt

613.235

735.129

Quelle: INC                         *Prognose

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