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Pinienkerne: Weltweiter Ernterückgang um 36%

1. April 2019 um 15:06 , Der AUDITOR
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DALIAN/MOSKAU. Im Sommer 2018 waren die Aussichten für die weltweite Pinienkernproduktion 2018/19 noch gut. Doch durch Trockenheit und Schädlingsbefall kam es dann anders.

Trockenheit und Schädlingsbefall
Bereits im Dezember 2018 hatten die Experten des niederländischen Handelsunternehmens Rhumveld Winter & Konijn B.V. einen Bericht mit aktualisierten Ernteprognosen für die Pinienkernproduktion 2018/19 abgegeben. Jetzt hat das International Nut and Dried Fruit Council (INC) in seinem März-Bericht die Zahlen noch niedriger angesetzt. Basierend auf den Angaben der chinesischen Handelskammer sowie der Ägäischen Exporteursgemeinschaft und anderen Quellen ist die weltweite Pinienkernproduktion 2018/19 gegenüber dem Vorjahr um 35,9% auf 52.670 mt in der Schale zurückgegangen.  

Die Gründe für den Produktionsrückgang sind vielseitig. Unter anderem sorgte Trockenheit für vergleichsweise kleine Pinienzapfen, auch von Schädlingsbefall blieb die Ernte nicht verschont. Hinzu kommt, dass die Mongolei zum Schutz des Ökosystems in den in den nächsten drei Jahren keine Pinienkerne ernten und exportieren wird.

Im Markt kursieren Angebote für chinesische Pinienkerne, 950er Count von 26.900 USD/mt. Laut dem INC lagen die Preise für spanische Pinienkerne Mitte Januar im Ursprung auf einem Niveau von 44.000-46.000 EUR/kg. Das hohe Preisniveau dieser Saison lässt die Kaufbereitschaft schwinden. 

Produktion Pinienkerne in der Schale in mt

Fernost

2017/18

2018/19

Diff.

Nordkorea

32.000

16.000

-50,0%

China

10.000

8.750

-12,5%

Afghanistan

12.000

6.000

-50,0%

Pakistan

12.000

6.000

-50,0%

Russland

8.000

5.500

-31,3%

Zwischensumme

74.000

42.250

-42,9%

Mittelmeerraum

2017/18

2018/19

Diff.

Italien

3.600

5.760

60,0%

Türkei

2.800

1.500

-46,4%

Portugal

1.000

2.000

100,0%

Spanien

400

1.000

150,0%

Andere

400

160

-60,0%

Zwischensumme

8.200

10.420

27,1%

Gesamt

82.200

52.670

-35,9%

Quelle: INC März 2019

Höhere Importpreise, geringeres Einfuhrvolumen
Die Einfuhr von Pinienkernen (08029050 Pinienkerne, geschält und ungeschält) nach Deutschland erfolgt in erster Linie aus China. Weitere Lieferanten sind Pakistan, Russland und die Türkei.

Nachdem die Einfuhr von Pinienkernen nach Deutschland zwischen 2014 und 2017 um 1.800 mt auf 6.300 mt gestiegen ist, wurde das Importvolumen im vergangenen Jahr wieder um 5,4% auf 6.000 mt reduziert.

Der durchschnittliche Importpreise für chinesische Pinienkerne lag 2018 laut den Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 14,35 EUR/kg, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 17%. Pinienkerne aus Russland (+22,5% auf 12,86 EUR/kg) und der Türkei (+26% auf 38,21 EUR/kg) wurden ebenfalls zu teureren Preisen importiert, während die Importpreise für pakistanische Pinienkerne (-11% auf 24,32 EUR/kg) deutlich günstiger geworden sind.    

Import Pinienkerne nach Deutschland in mt

Land

2017/18

2018/19

Diff.

China

5.406

4.983

-7,8%

Pakistan

113

289

155,1%

Russland

273

254

-7,0%

Türkei

260

221

-15,0%

Niederlande

75

156

107,7%

Spanien

83

38

-54,9%

Italien

31

27

-12,2%

Andere

105

33

-68,5%

Gesamt

6.346

6.001

-5,4%

Quelle: Statistisches Bundesamt

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
allgemeine Preischarts
allgemeine Preisinformationen  

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