Nüsse

Paranüsse: Globale Produktion steigt um 18%

25. Juli 2022 10:32, Der AUDITOR
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REUS/SUCRE. Durch die erwartete größere Ernte in den wichtigsten Anbauländern Bolivien und Peru geht der INC von einer merklichen Steigerung der globalen Produktion 2022/23 aus. Weniger rosig sind die Aussichten für Brasilien.

Deutlich größere Ernte in Bolivien

Nachdem die Paranussernte im wichtigsten Produktionsland Bolivien in der Saison 2021/22 wie erwartet unterdurchschnittlich gering ausgefallen war, rechnet der International Nut and Dried Fruit Council (INC) für die Saison 2022/23 wieder mit einem Anstieg von mehr als 25% auf 66.000 mt. Auch die peruanische Ernte könnte den aktuellen Schätzungen zufolge um 10% höher ausfallen, während in Brasilien mit einem Rückgang von 20% auf 6.000 mt gerechnet wird.

Rohwarenpreise schwanken stark

Eine große Herausforderung stellt in allen Ländern die Rohwarenbeschaffung in den Dschungeln dar, die sich deshalb auch massiv auf die Rohwarenpreise auswirkt. Hinzu kommen schwankende Wechselkurse. So lagen die Rohwarenpreise zum Beginn der letzten Saison beispielsweise bei 2,00 USD/kg und erhöhten sich zum Saisonende auf bis zu 6,50 USD/kg. Die geringere Produktion trug ebenfalls ihren Teil zu den Preiserhöhungen bei, dazu kam eine gute Nachfrage, weshalb die Verarbeitungsfabriken bereit waren, die Ware trotz der teuren Preise zu kaufen.

Produktion Paranüsse in der Schale, in mt

Land

2021/22

2022/23

Diff.

Bolivien

52.500

66.000

25,7%

Peru

15.000

16.500

10,0%

Brasilien

7.500

6.000

-20,0%

Gesamt

75.000

88.500

18,0%

Quelle: INC, Juli 2022

Hohe Qualitätsstandards

Wie bereits auf dem INC-Kongress im Mai erörtert wurde, hat sich die Paranussindustrie in den vergangenen Jahren massiv weiterentwickelt und ist in den Bereichen Technologie und Zertifizierungen auf dem neuesten Stand, sodass die hohen Qualitätsanforderungen des Weltmarktes ohne Probleme erfüllt werden können. Vor allem Bolivien und Peru haben eine deutliche Verbesserung ihrer Fabriken vorzuweisen, was sich natürlich positiv auf die Qualität der Nüsse auswirkt. Gerade Peru konnte damit in den letzten zehn Jahren einen größeren Marktanteil erobern, wozu auch die Währungsabwertung im Land beigetragen hat. Der starke Boliviano, der mehr an den Dollar gebunden ist, wirkt sich indes eher negativ auf die bolivianischen Exporte aus. In Brasilien ist indes ein weiterer Wandel zu beobachten: Wie der INC berichtet, fließen nicht mehr 100% der dortigen Ernte als Exporte auf den Weltmarkt, sondern der inländische Konsum nimmt stetig zu.

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