Nüsse

Paranüsse: Globale Produktion sinkt deutlich

8. November 2021 um 11:57, Der AUDITOR
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REUS/SUCRE. Der INC rechnet für die Paranuss-Saison 2021/22 mit einem weltweiten Produktionsrückgang von 17,5%. Lediglich eines der wichtigsten Produktionsländer kann sein Volumen auf einem stabilen Niveau halten. Das schlägt sich auch in den Preisen nieder.

2021 brachte Erleichterung

Nachdem die Paranussproduktion im Jahr 2020 von heftigen Schwierigkeiten wie Produktionsstopps und Lockdowns geprägt war und pandemiebedingt auch eine schwächere Nachfrage herrschte, die in sinkenden Exportpreisen resultierte, hatten die Produzenten dem International Nut and Dried Fruit Council (INC) zufolge die Hoffnung auf eine Besserung in 2021 – und wurden nicht enttäuscht. Zwar hatten die Preise für die neue Ernte mit deren Eintreffen auf den Märkten zunächst auf dem niedrigsten Niveau der letzten zehn Jahre gelegen, konnten sich allerdings schnell wieder fangen. Wie erhofft nahmen wieder mehr Akteure am Marktgeschehen teil, was die Nachfrage nach oben und auch die Preise wieder auf ein tragfähigeres Niveau trieb.

Preise Paranüsse, geschält

Größe, Ursprung

EUR/kg

Large, Peru

12,10

Midget, Peru

11,85

FCA Spanien

Weltweiter Produktionsrückgang erwartet

Ebenfalls zu höheren Preisen beitragen kann der erwartete Ertragsrückgang für die Saison 2021/22. Dabei wird im wichtigsten Produktionsland Bolivien dem INC zufolge mit einem Rückgang von knapp 19% gerechnet, in Brasilien sinkt das Produktionsvolumen von Paranüssen in der Schale sogar um 40%. Lediglich Peru, das bei den wichtigsten Produktionsländern Platz 2 belegt, kann sein Erntevolumen von 15.000 mt stabil halten. Die November-Schätzungen des INC decken sich damit mit denen von Juli.

Produktion Paranüsse in der Schale in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Bolivien

66.600

54.000

-18,9%

Peru

15.000

15.000

0,0%

Brasilien

7.500

4.500

-40,0%

Gesamt

89.100

73.500

-17,5%

Quelle: INC, November 2021

Sammler hoffen auf frühen Saisonstart

Durch die Verknappung der Ware decken sich die Händler nun vorsorglich mit Rohware ein, sodass die Sammler sich mit den erzielten Preisen zufrieden zeigen können. Die Schälbetriebe haben ihre Tore derzeit geschlossen, um Wartungsarbeiten durchzuführen und alles für die neue Saison 2022/23 vorzubereiten. Durch die aktuell hohen Preise hoffen die Sammler, auf einen frühzeitigen Erntestart, wenn das Wetter es zulässt. Für gewöhnlich beginnt das Sammeln im November, spätestens Dezember. Wann die Fabriken dann mit der Verarbeitung beginnen können, hängt von der Menge ab, die gesammelt wird. Laut dem INC ist das normalerweise nicht vor März der Fall. Nach ersten Inspektionen der Wälder gehen Marktteilnehmer derzeit davon aus, dass die Ernte 2022/23 wieder höher ausfallen könnte.

Deutschlands Importe gehen zurück

Deutschlands Importe geschälter Paranüsse sind in der Saison 2021/22 im Jahresvergleich um knapp 6% gesunken. Besonders groß war der Rückgang bei der Einfuhr brasilianischer Ware, die um 58,8% zurückging. Der wichtigste Lieferant für Deutschland ist nach wie vor Bolivien, allerdings sind auch hier die Lieferungen um 5,2% gesunken. Bei den drei wichtigsten deutschen Lieferanten schafft es lediglich Peru, die Exporte nach Deutschland um 9,7% zu steigern.

Import Paranüsse ohne Schale, Deutschland, in mt

Land

2019/20

2020/21

Diff.

Bolivien

7.855

7.449

-5,2%

Peru

267

293

9,7%

Brasilien

240

99

-58,8%

Andere

111

136

22,5%

Gesamt

8.473

7.977

-5,9%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Sep-Aug

*08012200 Paranüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

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