Nüsse

Paranüsse: Ernterückgänge sorgen für hohe Preise

2. August 2021 10:28, Der AUDITOR
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REUS. Der International Nut and Dried Fuit Council hat aktualisierte Schätzungen für die Paranussernte der Saison 2021/22 veröffentlicht. Da diese deutlich unter denen der vorherigen Saison liegen, kommt es zu massiven Preissteigerungen.

Merkliche Produktionsrückgänge in Bolivien und Brasilien

Nachdem die Paranussindustrie im Jahr 2020 mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert war, hat sich die Lage in diesem Jahr wieder weitestgehend stabilisiert. Wie der International Nut and Dried Fruit Council (INC) berichtet, konnten die Nüsse im üblichen Erntezeitraum, der sich von Dezember bis März erstreckt, geerntet werden – im Vorjahr verblieb aufgrund von Corona-Beschränkungen viel Rohware an den Bäumen. Trotz der nun wieder besseren Umstände für die Saison 2021/22 kommt es erneut zu Produktionsrückgängen; der INC rechnet mit einem Minus von 17,5% im Vergleich zur Saison 2020/21. Dabei spielen Faktoren wie widrige Wetterbedingungen, Ernteverluste durch Schädlinge etc. eine tragende Rolle.  Vor allem der Produktionsrückgang im wichtigsten Produktionsland Bolivien macht sich bemerkbar. Hier wird mit einer Erntemenge von 54.000 mt gerechnet, das wären knapp 19% weniger als in der vorherigen Saison. Brasiliens Ernte soll mit 4.500 mt sogar 40% kleiner ausfallen als in der vorherigen Saison, während die Produktion in Peru voraussichtlich stabil bleibt.

Die Aussichten für die kommende Saison 2022/23 sind da schon wesentlich optimistischer. In Bolivien wird mit einer guten Ernte gerechnet, nachdem im Juni und Juli die Bäume einer ersten Inspektion unterzogen wurden. Allerdings weist der INC auch darauf hin, dass bis zur Ernte im Dezember noch viel passieren kann.

Produktion Paranüsse in der Schale, in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Bolivien

66.600

54.000

-18,9%

Peru

15.000

15.000

0,0%

Brasilien

7.500

4.500

-40,0%

Gesamt

89.100

73.500

-17,5%

Quelle: INC, Juli 2021

Preise stabilisieren sich

Die Paranussexporte konnten sich trotz aller Schwierigkeiten auf einem recht stabilen Niveau halten. Selbst im Krisenjahr 2020 kam es nur zu geringen Rückgängen, sodass mit wenigen Überhangbeständen in die neue Saison gestartet wurde. Der globale Exportwert belief sich allerdings auf nur 169 Mio. USD, was den geringsten Wert seit 2014 darstellt und um 29% unter dem durchschnittlichen Exportwert der Jahre 2014-2019 lag. Diese Situation zog sich dem INC zufolge bis in den Februar 2021 hinein, seit März kommt es zu einer Stabilisierung und damit zu merklichen Steigerungen der Exportpreise. Das liegt nicht zuletzt an der geringen Erntemenge Boliviens in dieser Saison, aufgrund derer Marktteilnehmer mit Engpässen rechnen. Die steigenden Exportpreise schlagen sich auch auf die Rohwarenpreise nieder, die sich seit Jahresbeginn verdreifacht haben.

Die Preise auf dem europäischen Spotmarkt liegen für geschälte Paranüsse, medium, Ursprung Bolivien aktuell bei 9,75 EUR/kg FCA Spanien. Vergleicht man diese Preise mit Angeboten vom März 2021, entspricht das einer Steigerung von 3,65 EUR/kg.

Preise Paranüsse, geschält

Größe, Ursprung

EUR/kg

Midget, Bolivien

9,35

Medium, Bolivien

9,75

FCA Spanien

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