Sonstige Themen - Ankündigungen und Verordnungen

Nutri-Score®-Kennzeichnung im Kabinett beschlossen

19. August 2020 15:07, Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

FRANKFURT/BERLIN. Die Qualität von Lebensmitteln soll für Verbraucher transparenter werden. Dazu soll die heute im Kabinett beschlossene Verordnung zur Kennzeichnung Nutri-Score® dienen, die im Herbst 2020 in Deutschland in Kraft treten wird. Mit dem Kabinettsbeschluss wird es Lebensmittelherstellern in Deutschland zukünftig ermöglicht, das Kennzeichen Nutri-Score® zu verwenden.

Eine fünf Farb-Buchstabenkombinationen soll dem Verbraucher helfen, welche Produkte zu einer gesünderen Nahrung mehr beitragen als andere. Innerhalb einer Produktgruppe trägt ein Lebensmittel mit grüner A-Bewertung eher zu einer gesunden Ernährung bei als ein Produkt mit rotem E. Der Nutri-Score® gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie die tägliche Lebensmittelauswahl zusammengesetzt sein sollte: Je besser der Score, desto mehr kann das Lebensmittel zur täglichen Nahrung beitragen, während Lebensmittel mit einem ungünstigeren Nutri-Score® nur in Maßen verzehrt werden sollten. Das Kennzeichen sagt jedoch nichts darüber aus, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist, da nur gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel in Verkehr gebracht werden dürfen. Der Nutri-Score® gibt einen Gesamtüberblick über den Nährstoffgehalt, stellt keine Einzel-Nährstoffe dar. Diese liefert weiterhin die Nährwert-Tabelle und das Zutatenverzeichnis.

Nutzung von Nutri-Score® bleibt freiwillig
Zur Ermittlung des Nutri-Score® werden die Mengen verschiedener Nähr- und Inhaltsstoffe verrechnet. Hierzu werden Nährstoffe wie beispielsweise Energie, Fett und Salz, deren übermäßiger Verzehr sich negativ auf die Gesundheit ausüben könnte, sowie andererseits Inhaltsstoffe wie Ballaststoff- und Eiweißgehalt und den Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen, die eher positiven gesundheitlichen Einfluss haben, berücksichtigt. In den EU-Mitgliedsstaaten Frankreich und Belgien wird der Nutri-Score® bereits verwendet. In Spanien, Portugal, den Niederlanden sowie der Schweiz wird eine erweiterte Nährwertkennzeichnung mit dem Nutri-Score® ebenfalls diskutiert. Die Nutzung von Nutri-Score® durch Unternehmen in Deutschland erfolgt auf freiwilliger Basis, da das EU-Recht eine verpflichtende nationale Anwendung nicht vorsieht. Frankreich hat Nutri-Score® 2017 eingeführt. Er ist eine Gemeinschaftskollektivmarke, für die die französische "Nationale Agentur für öffentliche Gesundheit" als Markeninhaberin eingetragen ist. Für die Benutzung durch Dritte sind daher markenrechtliche Anforderungen zu berücksichtigen. Durch eine Öffnungsklausel wurden die rechtlichen Voraussetzungen für die Verwendung des Nutri-Score®-Kennzeichens in Deutschland geschaffen.

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Warnmeldungen
11.05.2021
BERLIN. Die von Lockdowns und Geschäftsschließungen betroffenen Branchen im Handel verlieren bis Mai des Jahres 2021 im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit bis zu 40 Mrd. Euro Umsatz. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert Anpassungen und mehr Tempo bei den staatlichen Corona-Hilfen.
Warnmeldungen
13.04.2021
BERLIN. Die Bundesregierung hat eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen, mit der eine bundesweit verbindliche „Notbremse" ab einer bestimmten Infektionsrate eingeführt wird. Damit müssen sich die Menschen in weiten Teilen Deutschlands auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach verbindlichen Vorgaben einstellen.
Warnmeldungen
09.04.2021
BERLIN. Bund und Länder streben bundesweit einheitliche Regelungen zu Corona-Ausgangssperren und Schulschließungen an. Entsprechende Vorgaben sollen im neuen Infektionsschutzgesetz verankert werden, das kommende Woche auf den Weg gebracht wird. Die Bundesregierung will die Notbremse zur Senkung der Infektionszahlen gesetzlich verankern. Der HDE fordert zielgenaue und transparente Corona-Maßnahmen zur Eindämmung der dritten Welle.
Warnmeldungen
23.03.2021
BERLIN. Mit scharfer Kritik reagiert der Handelsverband Deutschland (HDE) auf den heute erneut verlängerten Lockdown für den Einzelhandel. Bund und Länder agieren nur noch im Tunnelmodus. Die alleinige Fixierung auf die Corona-Inzidenzwerte wird der komplexen Lage nicht gerecht.