Nüsse: EU-Importe auf Rekordniveau
28. Oktober 2026 um 09:45 ,
Der AUDITOR
EU-Ausgaben auf Rekordniveau
In den ersten drei Quartalen des Jahres 2026 importierten EU-Länder laut dem von der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (GD Agri) veröffentlichten „Weekly Taxud Imports“ der Europäischen Kommission, geschälte und ungeschälte Nüsse für einen Rekordwert von 6,4 Mrd. EUR. Obwohl dies einen Anstieg von 5% gegenüber den im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 verzeichneten 6 Mrd. Euro darstellt, verblasst dieser Anstieg im Vergleich zu den zweistelligen Sprüngen des Vorjahres, was darauf hindeutet, dass sich die Ausgaben der EU auf einem sehr hohen Niveau stabilisieren.
Mit einem Marktanteil von 47% sind die USA der wichtigste Handelspartner der EU. Es folgen Vietnam (10%), Chile (9%) und Argentinien (6%), danach kommen China (5%), die Türkei (4%) und die Elfenbeinküste (4%). Innerhalb der EU entfallen 30% des gesamten EU-Importwerts auf Deutschland, gefolgt von Italien (20%), den Niederlanden (18%) und Spanien (14%). Frankreich (5%), Belgien (3%) und Polen (3%) halten deutlich geringere Anteile.
Die wichtigsten Erkenntnisse sind:
- die Ausgaben für Pistazien haben sich auf ihrem Rekordhoch eingependelt
- bei Mandeln war nur ein leichter Anstieg zu verzeichnen
- Haselnüsse sind ein Verkaufsschlager
- Erdnüsse verzeichnen den stärksten Rückgang
- Mexiko hat seinen Vorsprung gegenüber den USA bei Pekannüssen behauptet
Pistazien
Mit 132.279 mt im Wert von 1,27 Mrd. EUR haben die Pistazienimporte der EU einen Rekordwert erreicht. Dennoch liegen sie nur geringfügig über den 130.158 mt im Wert von 1,26 Mrd. EUR, die in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 verzeichnet wurden. Haupt Handelspartner sind die USA mit einem Marktanteil von 85%, gefolgt vom Iran und Jordanien mit deutlich geringeren Anteilen von 5% bzw. 3%. Deutschland ist der wichtigste Abnehmer innerhalb der EU und machte in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 31% des gesamten EU-Importwertes aus. Es folgen Spanien (15%) und Belgien (12%).
Mandeln
Bei Mandeln belaufen sich die EU-Importe auf 221.091 mt im Wert von 1,26 Mrd. EUR. Obwohl der Importwert um 6% gestiegen ist und fast den Wert der Pistazienimporte erreicht hat, liegt er immer noch unter den Rekordwerten von 1,37 Mrd. EUR bzw. 1,25 Mrd. EUR, die 2015 und 2016 ausgegeben wurden. Auch das Importvolumen liegt etwas unter den 221.952 mt, die zwischen Januar und September 2025 verzeichnet wurden. Mit einem Marktanteil von 96% haben die USA in der EU nahezu eine Monopolstellung inne. Australien als zweitwichtigster Handelspartner macht in diesem Jahr bislang nur 3% des gesamten Importwerts der EU aus. Innerhalb der EU ist Spanien mit einem Marktanteil von 29% der größte Abnehmer, dicht gefolgt von Deutschland (23%) und Italien (19%).
Haselnüsse
Die EU-Ausgaben für geschälte und ungeschälte Haselnüsse sind in den ersten neun Monaten des Jahres um 59% auf einen absoluten Rekordwert gestiegen. Tatsächlich haben die Importeure inzwischen mehr für Haselnüsse als für Cashewnüsse ausgegeben, wodurch Haselnüsse nach Pistazien und Mandeln den dritten Platz einnehmen. Auch mengenmäßig importierte die EU eine Rekordmenge von 95.034 mt, was einem Anstieg von 15% gegenüber den in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 verzeichneten 82.673 mt entspricht. Chile und die USA haben die Türkei als wichtigsten Handelspartner der EU abgelöst. Auf Chile entfallen bislang 48% des gesamten EU-Importwerts im Jahr 2026, gefolgt von den USA und der Türkei mit jeweils rund 20%. Innerhalb der EU ist Italien der Hauptabnehmer und macht 54% des gesamten EU-Importwerts aus. Es folgen Deutschland (30%) und Polen (4%).
Cashewnüsse
Die Cashewnussimporte der EU haben sich zwar auf einem hohen Niveau stabilisiert, sind jedoch mengenmäßig um 3% auf einen Rekordwert von 150.748 mt gestiegen, verglichen mit 146.232 mt im Vorjahr. Mit einem Marktanteil von 69% ist Vietnam weiterhin der wichtigste Handelspartner. Der Marktanteil der Elfenbeinküste als führendes Erzeugerland ist in den letzten Jahren gewachsen und liegt derzeit bei 21%. Auf Indien entfallen nur 3% des gesamten Importwerts der EU. Innerhalb der EU ist Deutschland der führende Abnehmer (37%), gefolgt von den Niederlanden (27%) und Spanien (8%).
Walnüsse
Die EU-Importeure haben in den ersten drei Quartalen zwar 10% weniger für geschälte und ungeschälte Walnüsse ausgegeben als im Vorjahr, dennoch ist der Importwert nach wie vor der zweithöchste seit Beginn der Aufzeichnungen. Demgegenüber ist das Importvolumen im Vergleich zu den 150.376 mt des Vorjahres um 2% auf einen Rekordwert von 153.403 mt gestiegen. Haupt Handelspartner sind die USA mit einem Marktanteil von 59%, gefolgt von Chile (17%) und China (14%). Mit einem Anteil von 41% am gesamten EU-Importwert in den ersten drei Quartalen des Jahres 2026 ist Deutschland das wichtigste EU-Abnehmerland, gefolgt von Spanien (15%) und Italien (14%).
Erdnüsse
Bei Erdnüssen ist der Rückgang des EU-Importwerts mit 21% stärker ausgeprägt als bei Walnüssen. Mengenmäßig sind die Importe jedoch nur um 2% zurückgegangen, von 512.795 mt in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 auf 501.911 mt im gleichen Zeitraum des Jahres 2026. Mit einem Marktanteil von 63% ist Argentinien mit Abstand das wichtigste Lieferland. China (10%) und Ägypten (7%) folgen an dritter und vierter Stelle. Innerhalb der EU sind die Niederlande (49%) der wichtigste Importmitgliedstaat, gefolgt von Spanien (9%) und Polen (8%).
Pekannüsse
Die Pekannussimporte der EU sind um 42% auf einen Rekordwert gestiegen. Mengenmäßig liegen sie mit 17.600 mt um 25% höher als die 14.061 mt, die in den ersten drei Quartalen des Vorjahres verzeichnet wurden. Die Lieferungen aus Mexiko machten 52% des EU-Importwerts aus und haben damit die USA, die einen Marktanteil von 42% halten, als wichtigsten Handelspartner abgelöst. Diese Entwicklung setzte im zweiten Quartal 2026 ein, als Mexiko mit einem Marktanteil von 52% erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen die Führung vor den USA übernahm. In der EU sind Deutschland (36%) und die Niederlande (35%) die wichtigsten importierenden Mitgliedstaaten, gefolgt von Spanien (10 %).
Pinienkerne
Bei geschälten und ungeschälten Pinienkernen ist der EU-Importwert um 26% auf ein Rekordhoch gestiegen. Demgegenüber ist das Importvolumen um 5% gesunken, von 7.665 mt in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 auf 7.296 mt im gleichen Zeitraum des laufenden Kalenderjahres. Mit 79% entfiel in den ersten drei Quartalen der Großteil des gesamten EU-Importwerts auf China. Auf die Türkei entfallen 16% und auf den Libanon lediglich 2%. Auf Deutschland entfallen 51% des EU-Importwerts, während Italien (25%) und Spanien (7%) den zweiten und dritten Platz belegen.
Macadamias
Obwohl die Macadamia-Importe der EU um 3% zurückgegangen sind, ist der Wert immer noch der zweithöchste seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Gegensatz dazu ist das Importvolumen der EU um 2% auf einen Rekordwert von 7.972 mt gestiegen. Südafrika (49%), Kenia (29%) und Australien (9%) sind gemessen am Wert die wichtigsten Handelspartner der EU. Die Niederlande (46%), Deutschland (27%) und Spanien (11%) sind die wichtigsten Abnehmer.
Paranüsse
Nachdem die EU-Einfuhren von Paranüssen im vergangenen Jahr einen Rekordwert erreicht hatten, verzeichnen sie nun einen Rückgang um 14% auf den zweithöchsten jemals verzeichneten Wert. Mengenmäßig erreichten die Importe in den ersten drei Quartalen des Jahres 2024 mit 10.779 mt ihren Höchststand, bevor sie im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 auf 8.734 mt zurückgingen und im Jahr 2026 weiter auf 7.914 mt sanken. Mit einem Marktanteil von 79% ist Bolivien in diesem Jahr bislang wertmäßig der wichtigste Handelspartner der EU geblieben. Peru (11%) und Brasilien (7%) weisen deutlich geringere Anteile auf. Die Niederlande (45%) sind der wichtigste Absatzmarkt innerhalb der EU, gefolgt von Deutschland (30%) und Spanien (10%).
Kolanüsse
Bei Kolanüssen war in den ersten drei Quartalen des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein bemerkenswerter Anstieg der EU-Ausgaben um das 27-Fache zu verzeichnen. Mengenmäßig sind die EU-Importe jedoch stark um 56% zurückgegangen, von 608 mt im Zeitraum Januar bis September 2025 auf 269 mt in den ersten neun Monaten des Jahres 2026. Der Handel findet fast ausschließlich zwischen der Elfenbeinküste (99%) und Frankreich (99%) statt.
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EU-Nussimporte, in EUR |
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Produkt |
2025 |
2026 |
Diff. |
|
Pistazien |
1.256.042.772 |
1.266.314.440 |
0,8% |
|
Mandeln |
1.197.645.011 |
1.263.994.168 |
5,5% |
|
Haselnüsse |
593.689.125 |
945.956.234 |
59,3% |
|
Cashews |
941.415.813 |
941.056.674 |
0,0% |
|
Walnüsse |
812.432.858 |
731.572.782 |
-10,0% |
|
Erdnüsse |
787.708.808 |
620.229.174 |
-21,3% |
|
Pekannüsse |
139.977.851 |
198.648.676 |
41,9% |
|
Pinienkerne |
133.141.410 |
167.501.584 |
25,8% |
|
Macadamias |
87.875.781 |
85.194.673 |
-3,1% |
|
Paranüsse |
92.250.585 |
79.773.412 |
-13,5% |
|
Kolanüsse |
2.033.503 |
56.795.580 |
2.693,0% |
|
Andere |
2.042.109 |
1.417.861 |
-30,6% |
|
Gesamt |
6.046.255.627 |
6.358.455.257 |
5,2% |
|
Quelle: DG TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-04.10. / Mandeln (08021110, 08021190, 08021210, 08021290), Pistazien (08025100, 08025200), Erdnüsse (12024200, 12024100), Cashews (08013100, 08013200), Walnüsse (08023100, 08023200), Haselnüsse (08022100, 08022200), Pinienkerne (08029100, 08029200), Pekannüsse (0802991), Paranüsse (08012100, 08012200), Macadamias (08026100, 08026200), Kolanüsse (08027000, 08028000), Andere Nüsse, frisch oder getrocknet (08029990) |
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