Nordzucker steigt in das Zuckerrohrgeschäft ein

28. Juni 2019 um 11:27 , Der AUDITOR
Unternehmenszentrale der Nordzucker AG in Braunschweig @Nordzucker AG
Unternehmenszentrale der Nordzucker AG in Braunschweig @Nordzucker AG
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BRAUNSCHWEIG. Für den zweitgrößten europäischen Zuckerproduzenten hat sich das erste volle Geschäftsjahr nach der Abschaffung des Quotensystems als Herausforderung erwiesen. Der Umsatz ist um 18% auf 1.650 Mio. EUR zurückgegangen und das operative Ergebnis ist um 58 Mio. EUR auf 96 Mio. EUR gesunken. Nordzucker ist dennoch zuversichtlich, dass Zucker eine Zukunft hat.

Schwierige Rahmenbedingungen
Wie Dr. Lars Gorissen, Vorstandsvorsitzender der Nordzucker AG, auf der Hauptversammlung darlegte, wird der extreme Preisverfall für Zucker in der EU und auf dem Weltmarkt durch Überproduktion und die politischen Rahmenbedingungen bedingt. Die Zuckerproduktion wird nicht nur in Indien und Thailand, sondern auch in mehreren EU-Staaten subventioniert, was den Wettbewerb verzerrt. Gorissen verweist auf die unsichere aktuelle Marktlage und erklärt: „Bei dem Preisniveau kann kaum jemand kostendeckend Zucker liefern". Das Geschäftsjahr schlägt für Nordzucker mit einem Verlust von 36 Mio. EUR auf 82 Mio. EUR zu buche.

Nordzucker beabsichtigt Einstieg in die Zuckerrohrindustrie
Gleichzeitig betont Gorissen aber auch, dass Zucker eine Zukunft hat. „Weltweit steigt die Nachfrage kontinuierlich. Zucker ist zudem eine wichtigee Zutat in Lebensmitteln und nicht einfach zu ersetzen. Wir rechnen mittelfristig mit steigenden Preisen und setzen klar auf Zucker - aus Zuckerrüben und Zuckerrohr."

Diese Aussage markiert den Transformationsprozess, den das Unternehmen derzeit durchläuft, um der aktuellen Marktsituation zu begegnen. Nordzucker plant die Transaktion von Mackay Sugar Limited, Australiens zweitgrößtem Zuckerproduzenten, bald abzuschließen. Damit kann das Unternehmen in den australischen Zuckerrohrmarkt einsteigen und sich einen Zugang zum asiatischen Markt sichern.

Zudem wurden in Europa bereits umfangreiche Maßnahmen eingeleitet. Der Zuckerriese ist dabei die Kosten vor allem in der Verwaltung zu reduzieren, den Orientierung auf die Kernprozesse zu konzentrieren und das Produkt- und Dienstleistungsportfolio anzupassen. Jochen Johannes Juister, Aufsichtsratsvorsitzender der Nordzucker AG, unterstützt das Vorgehen des Unternehmens und bestätigt, dass "die Aussichten für Zucker weiterhin gut sind". Der Kurs des Unternehmens fand auf der Hauptversammlung breite Zustimmung. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet.

 

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