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Mandeln: Rekordproduktion fordert ihren Preis

26. Mai 2021 08:26, Der AUDITOR
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MADRID/SACRAMENTO. In Spanien wurden kürzlich erste subjektive Schätzungen der neuen Ernte veröffentlicht. Obwohl in Kalifornien ein neuer Produktionsrekord erwartet wird, bereitet sich der Bundesstaat auf eine schwere Dürre mit schlimmen Folgen für die Erzeuger vor.

Produktionsrückgang in Spanien

Der spanische Erzeugerverband AEOFRUSE schätzt die diesjährige Mandelproduktion derzeit auf 109.364 mt, was einen Rückgang von 5,53% gegenüber den 115.633 mt im Mai 2020 bedeutet. Die Anbaufläche wird auf 607.644 ha geschätzt, wovon 517.603 ha natürlich und 90.041 ha künstlich bewässert sind. Obwohl künstlich bewässerte Plantagen nur 15% der Anbaufläche in Spanien ausmachen, liefern sie rund 50% der Produktion.

Der zu erwartende Produktionsrückgang wird durch plötzliche Fröste während der Blüte und der Ausbildung des Fruchtansatzes verursacht. Außerdem gehen die Farmer davon aus, dass eine schlechte Bestäubung die Marcona-Produktion einschränkt. Glücklicherweise sollten Neuanpflanzungen einen weiteren Produktionsrückgang ausgleichen. Die Preise sind daher relativ fest. Blanchierte Valencia-Mandeln, Größe 12/14 mm, werden um 0,15 EUR/kg niedriger und natürliche Valencia-Mandeln um 0,05 EUR/kg höher gehandelt als letzte Woche.

Mandelpreise

Sorte

EUR/kg

Valencia, 12/14 mm, natur, Spanien

3,60-3,85

Valencia, 12/14 mm, blanchiert, Spanien

4,45-4,65

Pareil, 27/30 mm, natur, Spanien

3,70

Pareil, 18/20 mm, natur, Spanien

3,95

Carmel, SSR, 20/22, natur, USA

4,11

Butte Padre, SSR, 30/32, natur, USA

4,02

FCA Spanien

Nominaler Exportrückgang

Spanien exportierte im März 8.795 mt konventionelle, biologische und verarbeitete Mandeln, das sind 2% weniger als die 8.971 mt, die im März letzten Jahres verschifft wurden. Der Gesamtexport ging zwischen August 2020 und März 2021 nominal um 1,7% auf 79.429 mt zurück. Die EU bleibt das mit Abstand wichtigste Exportziel. Deutschland ist das wichtigste Ziel innerhalb der EU (+3,4% auf 18.873 mt), gefolgt von Frankreich (-4,2% auf 17.309 mt) und Italien (-4,6% auf 15.381 mt).

Die Lieferungen in Nicht-EU-Länder sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 8% zurückgegangen. Hier ist Großbritannien das wichtigste Ziel (-12,5% auf 4.051 mt), gefolgt von der Schweiz (+24,3% auf 1.479 mt). Die Exporte in die USA sind um 57,7% auf 1.401 mt stark zurückgegangen. Nach China wurden in diesem Jahr bisher keine Lieferungen verzeichnet, und die Exporte nach Hongkong liegen bei nur 540.000 mt. Dagegen sind die Lieferungen nach Saudi-Arabien um 241 % auf 1.150 mt gestiegen. In diesen Zahlen sind allerdings auch aus Kalifornien und Australien importierte Mandeln enthalten, die in Spanien verarbeitet wurden. Das Land importierte allein im Januar 11.239 mt, wovon 90% aus Kalifornien stammten. Die Gesamtimporte liegen bei 68.621 mt für den Zeitraum August 2020 bis Februar 2021 und damit nur nominell unter den 70.634 mt, die für gewöhnlich in diesem Zeitraum exportiert werden.

Mandelexport Spanien, in mt

Destination

2019/2020*

2020/2021*

Diff

EU

68.018

68.718

1,0%

Restliches Europa

6.745

6.228

-7,7%

Nordamerika, Kanada

3.772

1.662

-55,9%

Mittlerer Osten, Asien

912

1.534

68,2%

Afrika

759

800

5,4%

Ozeanien

363

341

-5,8%

Gesamt

80.739

79.429

-1,7%

Spanisches Ministerium für Industrie, Handel und Tourismus
*Aug-Mrz

Rekordproduktion in den USA fordert einen hohen Preis

Die Mandelproduktion in Kalifornien wird in diesem Jahr voraussichtlich einen weiteren Rekord erreichen und könnte sogar 1,45 Mio. mt erreichen - das heißt, wenn sich die subjektiven Schätzungen des National Agricultural Statistics Service (NASS) bewahrheiten. Eine solche Produktion kommt jedoch zu einem hohen Preis, da sich Kalifornien auf eine schwere Dürre vorbereitet. Wie das Wall Street Journal berichtet, hat das U.S. Bureau of Reclamation die Wasserzuteilungen für viele Mandelfarmer auf Null reduziert. Die Zuteilungen lagen bereits im letzten Jahr nur bei 20% dessen, was die Landwirte normalerweise erhalten sollten. Laut dem U.S. Drought Monitor sind derzeit 88% des Westens der USA von der Dürre betroffen, im Vergleich zu 40% im letzten Jahr.

Obwohl überall in den Plantagen von einer guten Bestäubung berichtet wurde, war das Wetter in Kalifornien im Frühjahr ungewöhnlich warm und die Niederschläge fielen auf einen extrem niedrigen Stand. Viele wichtige Stauseen waren weniger als halb gefüllt. Die diesjährige Dürre ist nicht nur auf die Klimakrise zurückzuführen, sondern auch auf das Wetterphänomen La Niña, das dazu neigt, Stürme nach Nordkalifornien zu verlagern. Obwohl die meisten vom NASS befragten Landwirte optimistisch sind, was die Produktion angeht, ist zu erwähnen, dass viele auch gezwungen sind, sich an teurere private Wasserlieferanten zu wenden und dafür an anderer Stelle Kosten zu sparen. Einige Bauern lassen sogar ältere Mandelbäume verdorren, um Wasser für jüngere Bäume zu aufzusparen.

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
Mandeln, natur, +14, Valencia
Mandeln, natur, 13/14, Largueta
Preischart für Mandeln, blanchiert, 27/30, California SSRweitere Preischarts

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preischart Mandeln, natur, 12-14 mm, Valencia

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