Mais: Wetterkapriolen stützen Markt

9. August 2019 um 11:34 , Der AUDITOR
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PARIS. Heißtrockene Wetterprognosen für den Corn Belt gaben US-Mais Auftrieb. In Westeuropa unterstützten schwächere Ertragserwartungen des Prognosedienstes MARS leicht höhere Notierungen. Doch halten doppelt so hohe Importe von Drittlandmais den EU-Markt in Schach.

Dabei stieg in Chicago der Fronttermin heute Vormittag um knapp 4 US-Dollar auf 412,25 US-Dollar je Bushel. Geringere Niederschläge in Illinois, Ohio und Missouri, wo die Maisbestände nicht besonders gutstehen, unterstützten festere Kurse. Die Wettermodelle für den Maisgürtel deuten auf trockenheiße Witterung in den nächsten Tagen. Der wöchentliche US-Maisexport bis 1. August blieb aber mit 42.564 mt der alten Ernte um 70% gegenüber der Vorwoche und um 92 % unter dem Vorjahresstand zurück. Der Maisexport der neuen Ernte lag mit 197.034 mt um 52 % über der Vorwoche. Dabei kaufte China 50.000 mt US-Sorghum. Die US-Ethanolproduktion stieg bis 2. August um 9000 Barrel auf 1,04 Mio. Barrel je Tag, die US-Ethanolvorräte fielen um 1,351 Mio. Barrel auf 23,117 Mio. Barrel zurück. In Brasilien korrigierte Conab ihre Prognose zur Maisernte 2018-19 um 0,8 auf 99,31 Mio. mt nach oben. Brasiliens Maisexporte stiegen laut Außenhandelsministerium (Secex) im Juli mit 6,32 Mio. mt auf den Höchststand seit Dezember 2015. Südamerikas Exporteure profitieren vom Einfuhrstopp für US-Agrarprodukte nach China.

In Westeuropa zog Mais am Kassamarkt um bis zu 2 EUR/mt an. Maßgebend war der Wettermarkt in Europa. Der Prognosedienst der EU-Kommission MARS erwartet, dass die jüngste Hitzewelle in West- und Mitteleuropa die Maisbestände geschädigt hat, mit der Folge niedrigerer Erträge, was sich stabilisierend auf den Maismarkt auswirkte. Dabei sind Teile Spaniens, Nordfrankreichs, Nordwestdeutschlands, die Baltic-Staaten und der Süden Polens von Trockenschäden betroffen. Hohe Niederschläge verzeichneten dagegen die Nordhälfte Rumäniens, Ungarn, Slowakei und der Westteil der Ukraine. Für Preisdrück sorgten weiterhin die hohe Ernteprognosen zu Frankreichs Maisernte, die von Agreste auf 13,1 Mio. mt veranschlagt wurde, das Vorjahr um 4,9 % übertreffen würde. Auch der EU-Import von Drittlandmais wuchs bis 4. August auf 2.056.777 mt gegenüber 1.072.348 mt im Vorjahr, was ein Plus von 91,8 % bedeutet. Aus Frankreich wurden für Mais 170 EUR/mt FOB Bordeaux mitgeteilt. Am Oberrhein kostete Körnermais 182 EUR/mt, am Niederhein 185 EUR/mt FRANKO Verarbeiter. Am Schwarzmeer lagen die Exportpreise für ukrainischen Mais zuletzt bei 146,37 EUR/mt CPT Ukraine.


Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Mais (handelsüblich) FOB, DAP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux

170,00

2,00

La Pallice

160,00

2,00

Holland

190,00

2,00

Oldenburg

193,00

0,00

Niederrhein

185,00

0,00

Oberrhein

182,00

0,00

Ukraine

146,37

-0,02

Russland

-

-

Argentinien

-

-

Brasilien

-

-

 

EU-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

13.100,0

14.4916,0

Deutschland

4.190,0

4.541,0

Italien

5.826

6.110

Spanien

3.360

3.800

Polen

3.750

3.840

Ungarn

8.370

8.665

Rumänien

11.450

12.000

Bulgarien

2.900

3.077

EU-28

62.160

62.754

 

Welt-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

352.400

366.300

Argentinien

56.000

49.000

Brasilien

103.000

101.000

China

254.000

257.300

Südafrika

14.000

11.500

Ukraine

34.000

35.800

EU-28

62.160

62.754

Welt

1.005.100

1.120.500

 

Quelle: Handel, USDA, EU-Kommission u.a.

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