Mais: Westfleisch in Coesfeld bleibt wegen Covid19 geschlossen

12. Mai 2020 um 14:44 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt tendierte in den USA und auch in Westeuropa schwächer. Höher erwartete Maisbestände weltweit, besonders in den USA, sind die Gründe. In Westeuropa geraten die Schlachtunternehmen wegen der Covid19-Pandemie in Bedrängnis. Nachdem die Westfleisch den Standort Coesfeld wegen 205 Mitarbeitern, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten, schließen musste, gerät Schweinefleisch weiter unter Druck. Dies belastet auch den Futtermittelsektor.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit knapp 3,19 USD/Bushel um 1,0 % niedriger als gestern. In Paris sank der Fronttermin um 0,7 % auf 164,75 EUR/mt. In den USA gaben schlicht höher erwartete US-Maisbestände den Ausschlag für nachgebende Kurse. Dabei lag die Exportinspektion mit 1,335 Mio. mt US-Mais um 330.000 mt über der Vorwoche, gut 53 % der Ausfuhren entfielen auf Käufer aus Mexiko und Japan. Die US-Maisaussaat lag mit 67 % Fortgang um 11 Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Mit Blick auf den WASDE-Report, der im Mai traditionell erste Schätzungen zur neuen Ernte liefert, rechnet der Handel mit höhere Maisernten in den USA, EU und der Ukraine als im Vorjahr. Jedoch erwartete der US-Handel die Maisernte Brasiliens um 1,6 Mio. mt und die Argentiniens um 0,5 Mio. mt unter den bisherigen Annahmen. Auf globaler Ebene wird der Mais-Endbestand auf 319,6 Mio. mt geschätzt, was ein Plus von 14 Mio. mt wäre. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass er nicht bereit wäre, dass Phase-1-Abkommen mit China nur im kleinsten Detail nachzubessern, wie dies chinesische Delegation zuletzt gefordert hatten.  

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

155,00

-1,00

Holland CIF

180,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Deutschlands Schlachtunternehmen in Bedrängnis
Vom Rohölmarkt kam nur wenig Unterstützung für Mais und Ethanol. WTI stieg heute Morgen um 1,2 % auf 24,5 USD/Barrel, Brent gab um 1,4 % auf 29,9 USD/Barrel nach. Der OPEC-Leader Saudi-Arabien ließ gestern mitteilen, dass das Land seinen Rohölausstoß im Juni nochmal um 1 Mio. Barrel/Tag verringern werde, um schneller eine Marktbalance herbeizuführen. Laut Handel geht den Saudis der Preiswieder­anstieg zu langsam. Die saudische Staatskasse wäre leer, weshalb man die Mehrwertsteuer drastisch erhöhen musste, hieß es. In Deutschland brachte die Preisentwicklung bei Schweinefleisch auch den Futtermittelsektor etwas aus dem Ruder. Nachdem die Westfleisch den Standort Coesfeld wegen 205 Mitarbeitern, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten, schließen musste, gerät der Markt weit unter Druck. Dort fallen derzeit täglich 50.000 Schlachtungen aus, hieß es. Inzwischen werden alle Mitarbeiter auf Covid19 getestet. Da auch der Schweinefleischexport nach China wegen preiswerterer Angebote aus den USA zurückgefallen ist, sind die Preise für Schweinefleisch von 1,70 letzte Woche auf 1,60 EUR/gk SG gefallen. Ob die Covid19-Pandemie ähnliche Folgen für die Schlachtunternehmen in Deutschland haben wird wie in den USA, ist derzeit nicht zu hoffen, hieß es beim Handel.

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