Mais: USDA schockiert den Markt

13. August 2019 um 11:00 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PARIS. Der Maismarkt tendierte nach Veröffentlichung des WASDE-Reports tiefrot. Der erwartete Anbaurückgang in den USA wurde durch höhere Erträge überkompensiert. Die Ukraine steuert auf eine Rekordernte zu. Deshalb sank in Chicago der Fronttermin heute Morgen um mehr als 30 US-Dollar auf 377,50 US-Dollar je Bushel.

Mit 90 Mio. Acres taxierte das USDA den US-Maisanbau zwar um 1,7 Mio. Acres niedriger als im Juli. Aber der Maisertrag stieg um 3,5 auf 169,5 Bushel je Acre und so veranschlagte das USDA die US-Maisernte auf 13,9 Mrd. Bushel bzw. 353 Mio. mt, um 26 Mio. Bushel höher als im Vormonat. Die zweite wichtige Veränderung betraf die ukrainische Maisernte, die um 2,5 Mio. mt auf 36,5 Mio. mt stieg. Russlands Maisernte wurde um 0,5 Mio. mt gekappt, die der EU um 0,6 Mio. mt auf 64,8 Mio. mt erhöht. Die südamerikanischen Ernten blieben unverändert. Dadurch ergeben sich in der Ukraine um 2 Mio. mt höhere Maisexporte, während die USA um 2,5 Mio. mt niedrigere erwartet, die in 4 Mio. mt höhere Vorräte münden. Die EU-Maisimporte sollen um 1 auf 21 Mio. mt zulegen. Die Welt-Maisernte steigt auf 1,108 Mrd. mt. Die globalen Maisbestände sinken allerdings um 21 auf 308 Mio. mt. Die Reaktionen auf den WASDE-Report waren in den USA bearish. Die Exportinspektion für US-Mais blieb mit 703.183 mt im Rahmen der Erwartungen. Das USDA meldete gestern einen Export von 53.788 mt Sorghum nach China. Der Crop Progress Report zeigte gleiche Bestandsnoten wie in der Vorwoche von 57 % gut-exzellenter Pflanzen.

In Westeuropa tendierte Mais und Importmais schwächer. Einzig schlechtere Bonitierungen der französischen Maisernte bremsten den Preisrückgang. Dabei stuften Experten von France AgriMer Frankreichs Maisernte erneut um 1 % auf 60 % gut-exzellenter Pflanzen zurück, im Vergleich zu 61 % in der Vorwoche und 62 % im Vorjahr. Jedoch dürften ergiebige Niederschläge vom Wochenende und zum Wochenanfang für Erholung der Maisbestände in Frankreich, Deutschland und Polen gesorgt haben. Aus Frankreich wurden für Mais 169 EUR/mt FOB Bordeaux mitgeteilt. Am Oberrhein kostete Körnermais 184 EUR/mt, am Niederrhein 186 EUR/mt FRANKO Verarbeiter. Am Schwarzmeer fielen die Exportpreise für ukrainischen Mais zuletzt auf 142,90 EUR/mt CPT Ukraine.


Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Mais (handelsüblich) FOB, DAP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux

169,00

-2,00

La Pallice

167,00

-2,00

Holland

191,00

-1,00

Oldenburg

194,00

-1,00

Niederrhein

186,00

-1,00

Oberrhein

184,00

-1,00

Ukraine

142,90

-0,57

Russland

-

-

Argentinien

-

-

Brasilien

-

-

 

EU-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

13.100,0

14.4916,0

Deutschland

4.190,0

4.541,0

Italien

5.826

6.110

Spanien

3.360

3.800

Polen

3.750

3.840

Ungarn

8.370

8.665

Rumänien

11.450

12.000

Bulgarien

2.900

3.077

EU-28

64.800

62.754

 

Welt-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

353.900

366.300

Argentinien

56.000

49.000

Brasilien

103.000

101.000

China

254.000

257.300

Südafrika

14.000

11.500

Ukraine

36.500

35.800

EU-28

64.800

62.754

Welt

1.108.240

1.123.020

 

Quelle: Handel, USDA, EU-Kommission u.a.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Bio-Rohstoffe
05.05.2026
VANCOUVER/ASUNCIÓN. In Indien ist Chiasaat zu wettbewerbsfähigen Preisen erhältlich. In Paraguay ist die Aussaat in vollem Gange. Dennoch sind die Aussichten etwas gemischt.
Getreide
04.05.2026
DALIAN/KYJIW. Chinesische Anbieter sind nicht bereit ihre Preise zu senken. Experten rechnen mit einem Produktionsanstieg in der Ukraine. Die EU hat ihre Buchweizenimporte in dieser Saison um 126% gesteigert.
Getreide
04.05.2026
DALIAN/KYJIW. Der chinesische Hirsemarkt zeigt sich ruhig. In der Ukraine soll in diesem Jahr eine deutlich größere Fläche besät werden. Die EU-Importe sind in dieser Saison deutlich zurückgegangen.
Bio-Rohstoffe
29.04.2026
ASUNCIÓN. Die Chiaaussaat für die Ernte 2026 ist abgeschlossen. Die Pflanzen entwickeln sich gut. Die Nachfrage bleibt hoch.